Die Deutschen verbrauchen immer weniger Öl für das Beheizen ihrer Wohnung. In der Heizperiode 2004/2005 sank der Durchschnittsverbrauch auf das Rekordtief von 15,66 Liter Heizöl pro Quadratmeter Wohnfläche (l/m²).
Die Entwicklung des Heizölverbrauchs in Mehrfamilienhäusern.
Das ergab eine im Juli erschienene Studie der Eschborner Techem AG in 128 deutschen Städten. Auffällig dabei das deutliche Nord- Süd- Gefälle: So benötigt Schlusslicht Husum (20,24 l/m²), das schon seit Jahren am Ende der Verbrauchstabelle liegt, 63 Prozent mehr als das badische Offenburg (12,79 l/m²), das damit erstmals seit 1998 wieder die Spitzenposition einnimmt.
Ganz vorn in der Rangliste landeten neben Offenburg noch Dinslaken (12,95 l/m²), Castrop-Rauxel (13,20), Freiburg (13,45) und Unna (13,63) aus. Das Tabellenende zieren allesamt schleswig-holsteinische Städte: Norderstedt (18,73), Rendsburg (19,31), Bad Segeberg (19,56), Schleswig (19,79) und Husum (20,24). Im Mittelfeld: Frankfurt am Main mit dem exakten Durchschnittsverbrauch von 15,66 l/m².
Die Zahlen ermittelte der Energiedienstleister Techem auf der Basis von 185.000 Wohnungen in zentral beheizten Mehrfamilienhäusern. Die Untersuchung beschränkt sich auf westdeutsche Haushalte. Für Ostdeutschland sind keine verwertbaren Aussagen zum Ölverbrauch möglich, weil hier überwiegend mit Gas oder Fernwärme geheizt wird. Seit Techem 1978 mit der Analyse begann, ging der Ölverbrauch um mehr als 30 Prozent zurück.
Auch wenn der Verbrauch weiter gesunken ist, bleibt ein Wermutstropfen: Die Heizkosten für die abgelaufene Periode werden sich deutlich verteuern. Techem-Pressesprecher Stefan Lutz: "Wir fürchten, dass die Verbraucher auf Grund der langen Heizzeit und der stark gestiegenen Heizölpreise 30 Prozent mehr für eine warme Stube ausgeben müssen. Energie sparen ist also mehr denn je gefragt."
Technische Hilfe leistet dazu inzwischen die Industrie. So hat Techem ein System ("Ecotech") entwickelt, das den Energieverbrauch um rund zehn Prozent reduziert: Dabei erkennt der Funk-Heizkostenverteiler, wenn der Heizkessel zu viel Wärme liefert. Er drosselt automatisch die Vorlauftemperatur, ohne dass es in der Wohnung kälter wird.