Keime im Trinkwasser öffentlicher Gebäude können sich zu einem ernsthaften Problem für den verantwortlichen Betreiber entwickeln. Werden die zulässigen Grenzwerte überschritten, schaltet sich das Gesundheitsamt ein und untersagt bis zur Sanierung womöglich den weiteren Betrieb.
Beim Spülen der Warmwasser- und Zirkulationsleitungen war eine starke dunkelbraune Trübung feststellbar. Foto: Hammann GmbH
Praktisch alle bekannt gewordenen Legionellen-Fälle betreffen Großanlagen (Schulen, Altenheime, Krankenhäuser, Hotels, Bäder). Eine mögliche Erklärung hierfür:
Es liegt oft vor allem an den (zu) groß dimensionierten Rohrleitungsnetzen. Typisch sind lange Leitungswege, Totleitungen zu nicht mehr benutzten Armaturen bzw. Leitungen mit häufig stagnierendem Wasser wegen selten benutzter Armaturen (insbesondere Feuerlöschleitungen sind als kritisch einzustufen). Das Problem ist bekannt: wo Wasser nicht bewegt wird, keimt es auf. Riskant sind aus dem gleichen Grund überdimensionierte Warmwasserspeicher, wie sie oft in Altbauten zu finden sind. Probleme bereiten zudem schlecht isolierte Kaltwasserleitungen, denn Legionellen vermehren sich besonders gut in erwärmtem Wasser (Vermehrungsoptimum zwischen 25 und 45°C).
Überschreitet die Legionellen-Konzentration im Trinkwasser eines öffentlichen Gebäudes die zulässigen Grenzwerte, muss die Hausinstallation saniert werden. Traditionelle Verfahren, deren Nachhaltigkeit oftmals in Zweifel zu ziehen ist, können nicht immer eingesetzt werden.
Das Problem - in weit verzweigten Netzen ist eine 100-prozentige thermische Desinfektion kaum realisierbar. Chemische bzw. physikalische Lösungen (Chlor, Chlordioxid, Ozon, UV) bieten oft genug nur zeitlich befristet akzeptable Ergebnisse. Denn die Keimquelle - der am Rohr anhaftende Biofilm - widersetzt sich einer tiefgehenden Desinfektion. Nach einer gewissen Zeit keimt das Trinkwasser wieder auf. Die Lösung liegt nahe: Nur durch Entfernen des Biofilms sowie anlagen- und/oder betriebstechnische Veränderungen kann der Betreiber die Verkeimung nachhaltig beseitigen.
Ein Fall aus der Praxis: In der Förderschule Senftenberg wurde nach einer massiven Belastung des Trinkwassers mit Legionella spec. (10.000 KBE / 100 ml) ein Duschverbot für das gesamte Objekt angeordnet. Eine thermische Desinfektion blieb erfolglos. Spezialisten der Hammann Wasser-Kommunal setzten nunmehr das Impuls-Spül-Verfahren ein. Die Technologie basiert auf einer kontrollierten, impulsartigen Zugabe komprimierter, technisch reiner Luft (4-Fach-Filter). Die gezielt gesetzten Luftblöcke wandern im Wechsel mit Wasser durch die Leitung und bewirken aufgrund der turbulenten Vermischungs- und Kavitationswirbel das nachhaltige Ablösen aller mobilisierbaren Ablagerungen.
Das Ergebnis nach vier Tagen Einsatz des Impuls-Spül-Verfahrens: Es waren weder Fäkalkeime, noch Legionellen nachweisbar. Eine Wiederholung der mikrobiologischen Analysen drei Monate später kam zu dem gleichen Resultat.