Nach der Preisverleihung des Pro-Cool-Awards für energieeffiziente und umweltfreundliche Kühlgeräte im April diesen Jahres, stehen beim ProCool-Projekt-Team die Telefone nicht mehr still.
„Fast täglich kommen Anfragen aus dem In- und Ausland“, sagt Projektleiter Dr. Schäppi. Das ProCool-Team ist selber überrascht von der starken Nachfrage. Innerhalb kürzester Zeit gab es schon eine ganze Reihe von Fachveröffentlichungen, viele Nachfragen interessierter Einzelhändler und zahlreiche Vortragswünschen unterschiedlicher Veranstalter.
Den Hauptgrund für die enorme Nachfrage sieht das ProCool-Team in den weiter steigenden Energiepreisen und im Extremsommer 2006. Die hohen Temperaturen im Juli zeigten veralteter Technik schnell ihre Grenzen auf und verkürzen so den Erneuerungszyklus. Bei einer Neuanschaffung ist für gewerbliche Abnehmer zunehmend der Energieverbrauch ein wichtiges Entscheidungskriterium.
Durch den ProCool Wettbewerb konnte eindrucksvoll gezeigt werden, dass Kühlgeräte für den Getränke- und Lebensmittelhandel mit deutlich geringerem Stromverbrauch und unter Verzicht auf klimaschädliche Kältemittel und Isoliermaterialien zu wettbewerbsfähigen Preisen hergestellt werden können. „Die mit dem ProCool-Award ausgezeichneten Hersteller belegen, dass sie bei der Produktentwicklung effizienter und innovativer Lösungen ganz weit vorne sind, was ein Vorteil gegenüber den Mitbewerbern ist“, meint Dr. Schäppi von der österreichischen Energieagentur.
Der Wettbewerbssieger AHT konnte beispielsweise so bereits einen Großauftrag eines Süddeutschen Lebensmitteldiscounters verbuchen. Ebenso gibt es positive Meldungen von Liebherr. Das Unternehmen erhielt drei der insgesamt fünf verliehenen Auszeichnungen für Energie sparende und umweltfreundliche Gewerbe-Kühl und Gefriergeräte. Auch bei Liebherr steht eine verstärkte Nachfrage nach energiesparenden Geräten für den gewerblichen Einsatz an. Liebherr meldet, dass insbesondere die anhaltend hohen Energiepreise zudem eine nachhaltige Belebung des Geschäftes mit Energieeffizienten Geräten erwarten lassen.
Die positiven Reaktionen auf den ProCool-Award sind für Bernd Schäppi kein Wunder: „Es ist klar, dass bei den gestiegenen Strompreisen vermehrt nach stromsparenden Geräten gefragt wird. Der Vorteil den die ProCool- Geräte haben ist, dass sie durch den Preisgewinn den auch nach außen sichtbaren Beweis erbringen können, bis zu 70 % weniger Energie zu verbrauchen als herkömmliche Geräte,“ erklärt Dr. Schäppi. „Pro Gerät kann je nach Stromtarif eine jährliche Einsparung von bis zu 400 Euro realisiert werden. Da in einem typischen Supermarkt bis zu acht steckerfertige Kühlgeräte stehen, können durch die konsequente Umrüstung mehrere tausend Euro jährlich eingespart werden“, ergänzt Dr. Barthel vom Wuppertal Institut.
Folgende Geräte wurden mit dem ProCool-Award ausgezeichnet:
- Die Liebherr Modelle „GTE 2492-20“, „GTE 5092-20“ (Tiefkühltruhen für Eiscreme bzw. Tiefkühlware) und FKv 3692-20 (Gewerbekühlschrank für Getränke)
- AHT Cooling Systems Modell Paris 210 (-) VS (große Tiefkühltruhe)
- Einen Sonderpreis bekam das Modell „EasyReach – CO2“ (offene Kühlregal)des Herstellers Frigoglass.
Der Wettbewerb war Teil des von der EU geförderten ProCool-Projekts zur Weiterentwicklung und Markteinführung energieeffizienter und umweltfreundlicher Kühl- und Tiefkühlgeräte für den Getränke- und Lebensmittelhandel. Das deutsch-Österreichische Projektteam, bestehend aus Österreichische Energieagentur (Projektleitung), Deutsche Energie-Agentur, Wuppertal Institut und Verein für Konsumenteninformation, möchte mit Pro-Cool eine ähnliche Entwicklung zu mehr Energieeffizienz in der gewerblichen Kühlung anstoßen, wie sie bei Haushaltskühlgeräten durch die Einführung des Effizienzlabels erreicht wurde.
Die prämierten Geräte können nicht über das ProCool-Team bestellt werden. Interessierte wenden sich bitte an die Hersteller und deren Vertriebswege.