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News vom 12.09.2006

Mehr Kälte für weniger Leistung

Die Energie- und Rohstofffrage ist „die“ zentrale Konfliktfrage dieses Jahrhunderts. Nicht minder bedeutend sind damit einhergehend Systemlösungen, die den Energieverbrauch minimieren. Dazu zählen Kälteanlagen in wachsendem Maße.

Die Besucher der  IKK 2005 informierten sich über die eindrucksvolle Vielfalt der Kältetechnik.
Die Besucher der IKK 2005 informierten sich über die eindrucksvolle Vielfalt der Kältetechnik.
An die Kältetechnik werden große Erwartungen gerichtet, um einen Beitrag zur CO2-Minderung zu leisten. Auch in diesem Jahr zeigt die Branche neue Entwicklungen für mehr Effizienz bei der Erzeugung mechanischer Kälte auf der IKK 2006 Nürnberg, die vom 18. bis 20. Oktober 2006 im Messezentrum Nürnberg stattfindet.

Kälteanlagen zählen zu den Investitionsgütern, die praktisch jeder braucht, aber die Wenigsten kennen. In Industrie, Gewerbe oder in Gebäuden leisten sie unbemerkt ihren Dienst und werden meist erst wahrgenommen, wenn sie einmal nicht funktionieren oder wenn Betriebskosten geprüft werden. In den meisten Anwendungen ist mechanisch erzeugte Kälte heute unverzichtbar geworden.

Ein Muss – mehr Kälte für weniger Leistung
Es stellt sich daher nicht die Frage, auf welche Kälteanlagen verzichtet werden kann, sondern welche Komponenten und Systeme am effizientesten arbeiten. So haben vor allem Kälte- und Klimaanlagen am bundesdeutschen Stromverbrauch immerhin einen Gesamtanteil von 14 %. Da Deutschland sowie andere Europäische Länder ihren Verpflichtungen im Kyoto-Prozess nachkommen müssen, wird seit Jahren alles durchleuchtet, was zu Minderungen der CO2-Emissionen und damit zur Rettung der Ozonschicht beitragen kann – möglichst ohne gleichzeitig bestehende Bedürfnisse zu mindern. Die Kältetechnik bietet sich in doppelter Weise an: Zum einen bei der Reduzierung der direkten Emissionen fluorierter Kältemittel und zum anderen bei den Gestehungs- bzw. Betriebskosten. Vor allem letztgenannte sind der gewichtigere Anteil und bieten damit das größere Potential. Parallel werden vom Gesetzgeber wachsende Anforderungen an den Anlagenbau bezüglich der Dichtheit und Wartung von Kälteanlagen gestellt. Denn sinnvoll ist, Emissionen erst gar nicht entstehen zu lassen.

Auch Hersteller haben reagiert und bieten heute Komponenten, die deutlich weniger Strom verbrauchen als noch vor wenigen Jahren. Dazu zählen sparsame und drehzahlgeregelte Verdichter oder Ventilatoren sowie Pumpen für die Versorgung von Sole- oder Kaltwasserkreisläufen. Weiterhin wurde die Effizienz sukzessive erhöht. Verdampfer und Verflüssiger haben deutlich bessere Wärmeübergangszahlen als frühere Produktgenerationen. Neue Expansionsventile nutzen versteckte Reserven bei der Kälteerzeugung. Ebenfalls liefert die Suche nach den idealen Kältemitteln immer neue technische Entwicklungen bei Komponenten, Systemen und der Automatisierung – bis hin zur wirtschaftlich sinnvollen Verwendung natürlicher Stoffe wie CO2, Ammoniak oder Kohlenwasserstoffe. Hinzu kommen Betriebsarten wie die freie Kühlung, die Absorption oder Wärmerückgewinnungssysteme, um mechanisch erzeugte Kälte nur bei tatsächlichem Bedarf abzurufen. Was bei Kälteanlagen Stand der Technik und damit maßgebend für aktuelle Richtlinien, Normen und Gesetze ist, zeigt die IKK 2006 in eindrucksvoller Vielfalt.

Eiskalt informieren
Als Plattform für die ausstellende Wirtschaft finden Anlagenbauer, Planer, Betreiber oder Nutzer in Nürnberg nicht nur die richtigen Produkte und Systemlösungen, sondern auch kompetente Ansprechpartner, um ihre Problemstellungen zu lösen. Denn keine Kälteanlage gleicht der anderen. Planungsleistung, technisches Know-how und Erfahrung sind also gefragt. Fachbesucher erhalten die Möglichkeit, ihr Wissen zu erweitern und aktive Fortbildung zu betreiben. Eine Fachmesse bietet dies in unvergleichlicher Weise. Und nicht selten steht am Ende eines Gesprächs ein „Aha-Erlebnis“ für eine noch effizientere Anlagenvariante. Denn wer möchte seinen Kunden nicht die 'bessere' Anlage verkaufen, an der nicht bei der Investition, dafür aber bei den Betriebskosten gespart wird.

ASERCOM-Symposium am Vortag der IKK
Wie es gehen kann, zeigt der Verband der Europäischen Hersteller von Kälteverdichtern und Regelgeräten ASERCOM. Bereits am Vortag der IKK, 17. Oktober 2006, ab 13 Uhr, befasst sich das ASERCOM-Symposium unter dem Titel 'Neue Direktiven und Regularien in der EU – neue Geschäftschancen' mit aktuellen Entwicklungen zu Themen wie F-Gas, Öko-Labeling oder Energiebilanz von Gebäuden.

Ein Highlight ist auch in diesem Jahr die Verleihung des 'ASERCOM Energy Efficiency Award'. Der mit 10.000 € dotierte Preis wird für das vielversprechendste eingereichte Energiespar-Konzept oder -System auf dem Gebiet der Kälte- und Klimatechnik inklusive Wärmepumpen vergeben. Wichtige Kriterien für die Auswahl sind die technische Durchführbarkeit und die Wirtschaftlichkeit. Mit anderen Worten – es muss sich um den aktuellen Stand der Technik und nicht um ein Forschungs- oder Entwicklungsprojekt handeln.
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