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News vom 23.10.2006

Forschen für die Energiezukunft

Bei der Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Technologien hat längst weltweit ein Wettstreit um die Technologieführerschaft begonnen. Angesichts der weitreichenden Bedeutung dieser Technologien auch im Bereich des Einsatzes von Erneuerbaren Energien will auch Deutschland diesen Bereich fördern.

Teilnehmer der letzten Konferenz und Fachmesse H2Expo. Foto: HMC/FU
Teilnehmer der letzten Konferenz und Fachmesse H2Expo. Foto: HMC/FU
„Deutschland steht heute vor der Herausforderung, den Übergang zu einer nachhaltigen Energieversorgung voranzutreiben. Neben notwendigen energiepolitischen Maßnahmen setzt eine Trendwende zu einer langfristig sicheren, preiswerten und umweltfreundlichen Versorgungsstruktur vor allem Innovationen und technischen Fortschritt voraus“, so der Strategierat Wasserstoff Brennstoffzellen Ende Juli.

Eine wesentliche Rolle dabei spielen regenerativ erzeugter Wasserstoff und Brennstoffzellen. Längst hat weltweit ein Wettstreit um die Technologieführerschaft begonnen. Immer mehr renommierte Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen arbeiten an marktfähigen Lösungen. Auf der H2Expo, 6. Internationale Konferenz und Fachmesse für Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Technologien vom 25. bis 26. Oktober 2006 im CCH - Congress Center Hamburg, werden Wissenschaftler und Hersteller aus aller Welt über den Stand ihrer Forschungen, Projekte und Neuentwicklungen berichten.

Angesichts der weit reichenden Bedeutung werden diese Technologien vielfach von Regierungen oder staatlichen Institutionen gefördert, und zwar weltweit. So belaufe sich beispielsweise allein in Deutschland die staatliche Förderung der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologien insgesamt auf etwa 65 bis 75 Mio. Euro pro Jahr (Stand 2004/2005), berichtet die Nationale Koordinierungsstelle Jülich für Wasserstoff und Brennstoffzellen. Auf die Bundesministerien entfielen davon jährlich 45 bis 50 Mio. Euro, die Bundesländer steuerten 18 bis 22 Mio. Euro und weitere öffentliche Einrichtungen 2 bis 3 Mio. Euro bei.

Mit dem jüngst vorgestellten „Nationalen Innovationsprogramm Wasserstoff und Brennstoffzellen“ soll nun die bestehende Technologieführerschaft der deutschen Industrie und Wissenschaft auf diesem Gebiet ausgebaut und die Brennstoffzellenentwicklung in Deutschland substanziell gefördert werden, so Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee. „Wir müssen jetzt konkrete Erfahrungen mit der Alltagsanwendung des Wasserstoffs gewinnen“, bekräftigt Tiefensee. „Deswegen werden wir jetzt ein umfangreiches, auf zehn Jahre angelegtes Arbeits- und Marktentwicklungsprogramm für Wasserstoff und Brennstoffzellen für die mobile und stationäre Anwendung entwickeln und dies, gemeinsam mit Industrie und Wissenschaft, ab 2007 in konkreten Forschungs- und Entwicklungsprojekten (F&E) umsetzen.“

Rund 1 Mrd. Euro sollen in den kommenden zehn Jahren gemeinsam mit der Industrie in dem Innovationsprogramm in die Zukunftstechnologie investiert werden. Der Bund wolle dabei allein 500 Mio. Euro bereitstellen. „Bei Fortschreibung der seit Jahren erfolgreich laufenden F&E-Förderung für Brennstoffzellen und Wasserstoff stehen unter Berücksichtigung der komplementären Mittel der Industrie und Anwender im Zeitraum 2006 bis 2015 bis zu 1,4 Mrd. Euro zur Verfügung“, schätzt der Strategierat Wasserstoff Brennstoffzellen.

Im Rahmen des neuen Programms würden kleine und mittlere Unternehmen (KMU) gefördert und Netzwerke technologieorientierter Unternehmen geschaffen. Die Entwicklungspläne seien aufgeteilt in die Einsatzbereiche Verkehr (inklusive Wasserstoffinfrastruktur), Hausenergieversorgung, Industrieanwendungen und spezielle Märkte für Brennstoffzellen.

Die Aktivitäten von Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen reichen von der Entwicklung und Optimierung einzelner Komponenten über die abgestimmte Systemtechnik bis hin zum Praxiseinsatz, hier unterstützt von Energieversorgern oder Verkehrsbetrieben. Besonderes Augenmerk gilt z.B. dem Herz einer Brennstoffzelle (Fuel Cell – FC). Sie besteht im Prinzip aus drei Komponenten: Anode, Katode, dazwischen ein Elektrolyt. Letzterer ist auf unterschiedliche Betriebstemperaturen (von unter 80 °C bis über 900 °C) und Brennstoffqualitäten ausgelegt und gibt dem Zellentyp seinen Namen: Polymerelektrolytmembran „PEM“, Phosphorsäure „PAFC“, Schmelzcarbonat „MCFC“ oder Festoxid „SOFC“. Hier gilt es, für stationäre Anwendungen die Zuverlässigkeit und Haltbarkeit zu erhöhen und die Systemkosten zu senken. Als Kraftstoffe werden neben Wasserstoff auch Biogase oder Bioethanol untersucht, als Brückentechnologie kommt Erdgas zum Einsatz. Für mobile Anwendungen stehen die erhöhten Betriebsanforderungen, wie häufige Start-Stopps, extreme Umgebungstemperaturen und der Kostendruck im Vordergrund.

Die H2Expo wird nicht nur einen Überblick über den Stand der deutschen sowie internationalen F&E-Aktivitäten geben. Als bedeutender Branchentreff fördert sie auch Synergien und Kooperationen zwischen der Industrie und der Wissenschaft. Integriert in die Fachausstellung bietet der Bereich Science@H2Expo erstmals für Hochschulen und Forschungsinstitute einen speziellen Rahmen, um neue Projekte und Forschungsergebnisse zu präsentieren und mit Unternehmen in Kontakt zu treten. Für dieses Jahr haben sich z.B. die Fachhochschule Lübeck, die Universität Hamburg, die Technische Universität Hamburg-Harburg, die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, die Helmut-Schmidt-Universität (Universität der Bundeswehr) Hamburg, das Forschungszentrum Jülich, die UTBM Université de Technologie Belford Cedex (Frankreich) oder die HyCentA Research Graz (Österreich) angemeldet.

Die H2Expo, Internationale Konferenz und Fachmesse für Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Technologien findet vom 25. bis 26. Oktober 2006 im CCH - Congress Center Hamburg statt. Sie ist täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet.
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