Jüngste Berichte über eine Eintrübung des Geschäftsklimas in der deutschen Solarwärmebranche wertet der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) als ernstes Signal für den Mittelstand.
BSW-Geschäftsführer Carsten Körnig hält verlässliche und kontinuierliche Förderangebote für unverzichtbar.
Eine Limitierung der Fördermittel im Marktanreizprogramm für Erneuerbare Energien und ein daraus resultierender Förderstopp zur Jahresmitte sei Ursache für das getrübte Geschäftsklima. Der BSW fordert im Rahmen der laufenden Haushaltsverhandlungen für das Jahr 2007 eine deutliche Aufstockung des Förderetats für solares Heizen und eine gesetzliche Verstetigung der Investitionszuschüsse in den Folgejahren.
Nach BSW-Einschätzung zahlt sich eine Anhebung des Fördertopfes sich für Bürger, Staat und Wirtschaft gleichermaßen aus. Ein Fördereuro würde inzwischen zehn Euro an privaten Investitionen auslösen. Wird in den nächsten Tagen im Bundestag bei der Solarförderung nicht nachgebessert, werde jedoch die hohe Bereitschaft der Bürger, in Solartechnik zu investieren, ausgebremst und damit eine wichtige Chance für mehr Versorgungssicherheit und Klimaschutz verspielt.
Carsten Körnig, BSW-Geschäftsführer : "Rund 50.000 Ablehnungsbescheide seit Bewilligungstopp demoralisieren den Verbraucher und gefährden Handwerk und Mittelstand. Verlässliche und kontinuierliche Förderangebote sind für die Markteinführung neuer Technologien unverzichtbar. Ein weiteres "stop and go" verspielt hingegen Deutschlands Technologievorsprung."
Der BSW fordert von der Bundesregierung eine Aufstockung der Fördermittel für Solar- und Pelletsheizungen von derzeit 174 Mio. Euro auf 260 Mio. Euro für 2007 und 320 Mio. Euro für 2008. Die finanziellen Mittel dafür stünden aus Einnahmen zur Besteuerung Erneuerbarer Energien im Rahmen der Ökosteuer zur Verfügung. Dem Haushalt fließen daraus zukünftig jährlich rund eine Milliarde Euro zu.
Unterstützt wird die Forderung nach einer Verbesserung der Förderkonditionen von den Bundesländern. Im Rahmen ihrer 67. Umweltministerkonferenz haben die Umweltminister der Länder am Freitag letzter Woche beschlossen, die Instrumente zur Nutzung der erneuerbarer Energien im Wärmemarkt zu verstärken. Nach Einschätzung der Umweltminister schlummern im Wärmemarkt enorme Potentiale: "Solarwärme könnte knapp 30 Prozent und die Biomasse rund 20 Prozent des aktuellen Wärmebedarfs abdecken". In ihrer Beschlussfassung heißt es weiter: "Jede Tonne vermiedenes CO2 im Wärmebereich ist der kostengünstigste Klimaschutz. Daher sollen vor allem die eingeführten Marktanreizprogramme sowie das CO2-Gebäudesanierungsprogramm fortgeführt und ausgebaut werden.
Im Solarwärmebereich waren im vergangenen Jahr rund 12.500 Personen beschäftigt. Der Umsatz von rund 4.000 Unternehmen betrug im selben Zeitraum 750 Millionen Euro.