Das Gesetz zur Errichtung einer "Bundesstiftung Baukultur" hat am vergangenen Freitag den Bundesrat passiert und kann wie geplant zum Jahreswechsel in Kraft treten.
Die Baukultur in Deutschland soll gestärkt werden.
Nach der parteiübergreifend breiten Zustimmung im Deutschen Bundestag haben damit auch die Länder den Weg frei gemacht für die Stiftungsgründung. Bereits Ende hatte der Bundestag dem von der Bundesregierung eingebrachten Gesetzentwurf zur Errichtung einer Bundesstiftung Baukultur zugestimmt und damit auch die Empfehlung der Stadt Potsdam als zukünftigem Stiftungssitz angenommen.
"Baukultur ist kein Luxus, sondern hat unmittelbar Einfluss auf die Lebensqualität jedes Einzelnen. Mit der Stiftung wird eine unabhängige Institution geschaffen, die sich kritisch und konstruktiv öffentlich für Baukultur in und aus Deutschland einsetzen wird und damit den baukulturellen Dialog auf Bundesebene verstetigt", hatte Dr. Engelbert Lütke Daldrup, Staatssekretär im Bundesbauministerium geäußert.
"Als Anschubfinanzierung stellt der Bund in den Jahren 2006 bis 2010 rund sieben Millionen Euro für den Aufbau und die Arbeit der Stiftung zur Verfügung. Langfristig soll deren Finanzbedarf von privaten Dritten wesentlich mitgetragen werden", sagte Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee.
Eine der ersten Aufgaben der in Potsdam ansässigen Stiftung werde es sein, einen öffentlichen Konvent der Baukultur zu organisieren. Der Konvent bringt Experten aus allen wesentlichen Bereichen des öffentlichen und privaten Planens und Bauens zusammen.
"Ich freue mich, dass die Stiftung breite Akzeptanz und Unterstützung findet. Hochwertige Architektur ist ein Mehrwert für die Gesellschaft. Darüber müssen wir öffentlich diskutieren. Die Baukulturdiskussion muss vielstimmig, intelligent und kreativ sein. Mit der Stiftung wird eine unabhängige Institution geschaffen, die die internationale Präsenz deutscher Planer unterstützen und das Netzwerk der vielen existierenden Initiativen in Deutschland stärken soll", sagte Tiefensee.
Baukultur, so der Minister, betreffe nicht nur die Lebensqualität in Städten und Gemeinden ganz unmittelbar, sondern trage wesentlich zur Qualität eines Standortes bei.