In Deutschland verbraucht der Gebäudebereich allein für Raumwärme, Warmwasser und Beleuchtung mehr als 35 % der Gesamtenergie.
Da sich die Energiepreise für die wichtigsten Energieträger Öl und Gas in den letzten zehn Jahren ungefähr verdoppelt haben, ergeben sich damit ökonomische Belastungen sowohl für die gesamte Volkswirtschaft und insbesondere auch für die privaten Haushalte. Die Bau- und Wohnungswirtschaft wird sich diesen Herausforderungen stellen.
Vom 15. bis 20 Januar 2007 findet in München die weltweit bedeutendste Baufachmesse statt. Zu Beginn der Messe wird das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung einen Kongress zum energieeffizienten Bauen abzuhalten. Dort sollen sowohl ordnungsrechtliche, als auch förderpolitische Instrumente zu beleuchtet werden. Darüber hinaus ist die Breitenanwendung des Wissens sowie neuster Techniken Schwerpunkt der Veranstaltung.
Es steht weiterhin die Umsetzung der EU-Richtlinie „Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden“ und insbesondere die Einführung von Energieausweisen an. Für Nichtwohngebäude heißt das, neben der Heizenergie die noch weitestgehend unangetasteten Energieeinsparreserven für Beleuchtungsenergie und Klimaanlagen besser zu erschließen. Die Dynamik der Energiepreissteigerung muss auch auf die energetischen Standards im Gebäudebereich übertragen werden. Weitergehende ordnungsrechtliche Schritte, Anpassung der Fördersysteme und gute, kommunizierbare Beispiele sind dabei notwendig.
Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee wird den Kongress mit einer programmatischen Rede eröffnen. Darüber hinaus wird Kommissar Piebalgs erwartet. Zu relevanten Maßnahmen der EU (Grünbuch, Aktionsplan Energieeffizienz) wird er berichten. Im weiteren fachlichen Verlauf des Kongresses ist geplant, dass Vertreter der Ministerien und aus dem Forschungsbereich die Grundzüge der Methoden der neuen Energieeinsparverordnung vorstellen und Überlegungen diskutieren, wie Anforderungen später fortgeschrieben werden können. Die Einführung eines bundesweiten Energieausweises für Gebäude und die technischen Ansätze dafür werden erläutert. Neben den neuen Ansätzen zur Bewertung von Klimaanlagen und Beleuchtung werden insbesondere hervorragende Beispielobjekte und ihre energetische Bewertung vorgestellt. Dabei werden insbesondere Niedrigenergiehäuser im Wohngebäudebestand und Verwaltungsgebäude und kommunale Gebäude, wie z.B. Schulen, mit beispielgebenden energetischen Lösungen präsentiert.
Die Lösungen der nahen Zukunft für moderne Gebäudekonzepte, die Integration von der technischen Gebäudeausrüstung ins Gebäude aber auch der Einsatz neuer Materialien und Techniken wie Vakuum-Isolation/Vakuum-Verglasung oder adaptive, selektive und schaltbare Materialien sind Gegenstand des Kongresses. Der Blick voraus richtet sich dabei auf Plus-Energie-Häuser.
Weitere Informationen zu dem Kongress finden sich
hier im Internet.