Der Speicher ist das Herzstück einer Solaranlage. Damit die Sonnenenergie optimal ausgenutzt werden kann, muss der Speicher sorgfältig ausgewählt werden. Daten wie die Leistungszahl, aber auch geometrische Größen sind dabei entscheidend.
Die neue Marktübersicht hilft den richtigen Solarspeicher auszuwählen.
Die zum vierten Mal erschienene Marktübersicht Solarspeicher bietet eine komfortable Auswahl aus mittlerweile über 1000 Speichern. Die neue Marktübersicht Solarspeicher 2007 zeigt, wo die Unterschiede bei Solarspeichern liegen und hilft, den jeweils richtigen Solarspeicher auszuwählen. Sie enthält die wichtigsten Daten der erhältlichen Speichermodelle und bietet zudem die Möglichkeit, alle wichtigen Eigenschaften wie z.B. Größe, Leistungszahl oder Wärmeverlustrate der Speicher zu vergleichen. Das Fürther Solarenergie Informations- und Demonstrationszentrum solid hat die Marktübersicht zum zweiten Mal in Zusammenarbeit mit der Berliner Solarpraxis AG herausgebracht.
Von vielen Anbietern wird oftmals der Begriff Schichtenspeicher verwendet, ohne dies näher zu erläutern. Dadurch wird beschrieben, dass es sich dabei um ein Produkt handelt, welches speziell konstruiert ist, die unterschiedlichen Temperaturbereiche im Speicher aufrechtzuerhalten. Andererseits wird diese Bezeichnung auch von Herstellern verwendet, welche keinerlei Einbauten im Speicher integriert haben, die eine solche Funktion besitzen. Folglich ist dieser Begriff leicht irreführend. Alle Solarspeicher sollten so konstruiert sein, dass sie durch eine hohe und schlanke Bauform die entstehen Schichten mit unterschiedlicher Temperatur aufrechterhalten. Solarspeicher sind somit per se Schichtenspeicher. Der Begriff Schichtenlader ist hier eindeutiger: Solarspeicher, die Einbauten zur Unterstützung der Temperaturschichtung besitzen, beispielsweise mittels unterschiedlicher Beladeinrichtungen, sind hierunter zu verstehen. Mit Hilfe von Schnittzeichnungen wurde den Herstellern die Möglichkeit gegeben jene konstruktiven Unterschiede deutlich zu machen.
Kritisch zu hinterfragen sind Hersteller, die von ihrem Produkt dermaßen angetan sind, dass sie es für das einzig Wahre halten und vor fragwürdigen Behauptungen nicht zurückschrecken. So kann man bei einem süddeutschen Anbieter lesen, sein Kunststoffbehälter ermögliche es, die Schichtung im Speicher über viele Tage aufrecht zu erhalten, auch wenn kein Solarertrag mehr ansteht. Dies sei bei Schichtenspeichern mit Metallbehältern schlichtweg unmöglich, da dort die Schichtung mit Ende der solaren Beladung zusammenbrechen würde. Nachgefragt, wie dies zu verstehen sei, erläutert uns der Anbieter, dies sei bei der Solarindustrie bekannt, werde jedoch nicht öffentlich gemacht, da sich dies sonst nachteilig auf den Abverkauf auswirken könnte.
Ein deutlicher Trend in der Speicherentwicklung kann man bei Solar-Kombispeichern erkennen. Immer mehr Anbieter verbinden Pufferspeicher mit einer externen Warmwasserbereitung. Weiterhin sind zwar Kombispeichern mit internen Wärmetauschern oder innen liegende Trinkwasserbehälter mehrheitlich anzutreffen, jedoch bei den Produktneuerungen gewinnen so genannte Frischwassersysteme an Bedeutung. Weniger Aufwand wird dagegen allem Anschein nach bei der Optimierung der Trinkwasser-speicher getrieben. Ganz allgemein ist die Marktübersicht wieder einmal umfangreicher geworden. Mit diesmal 1039 Speichern beinhaltet die CD knapp doppelt so viele Produkte wie noch vor 2 Jahren.
Geometrische Details sind oftmals entscheidend bei der Auswahl des richtigen Solarspeichers. Weniger die Leistung des Solarwärmetauscher oder die angegebene Leistungszahl NL wird häufig abgefragt, vielmehr das Einbaukippmaß oder der Durchmesser des Solarspeicher (ohne oder auch inklusive Isolierung) sind vor Ort wichtig. Bei der Marktübersicht wurden insgesamt je Speichermodell bis zu 70 verschiedene Daten erhoben. In der Liste kann nach allen Kriterien aufsteigend oder absteigend sortiert werden. Für die Praxisfrage, welche Speicher nun bestimmte Kriterien erfüllen, wurden vielfältige Such- und Sortiermöglichkeiten integriert. So ist es möglich nach Worten oder Teilen von Worten oder Zahlen zu suchen. Recht nützlich können Operatoren wie „>“,„<“ oder Bereiche von bis („…“) für die Suche benutzt werden. Auch die „inverse Suche“ (z.B.„Nicht- Trinkwasserspeicher“) ist möglich. Somit ist das Sortieren z.B. der Größe nach einfach durchführbar. Beispielsweise ist die Suche nach allen Trinkwasserspeichern im Bereich von 400 bis 450 l mit einem maximalen Durchmesser und einem maximalen Einbaukippmaß kein Problem.
Die Datenbasis ermöglicht vielfältige Auswertungsmöglichkeiten. Beispielsweise kann aus-gewertet werden, wie viele Hersteller die Wärmeverlustrate im Stillstand nach EN 12977-3 angegeben haben. Da dieser Wert für Trinkwasser, Kombi- und Pufferspeicher gleichermaßen zur Anwendung kommt, kann beispielsweise eine einfache Auswertung der Wärmeverlustrate als Funktion des Gesamtvolumens vorgenommen werden.
Noch nicht in der Marktübersicht aufgeführt sind die Umwelt- und Qualitätszeichen Blauer Engel und RAL-Güteschutz Solar. Beide sind erst seit kurzem auf dem Markt und hatten zum Zeitpunkt der Datenerfassung deshalb noch nicht die nötige Marktdurchdringung. Der Blaue Engel stellt als maßgebliches Kriterium einen geringen Wärmeverlust an die Warmwasserspeicher. Dabei ist ein Grenzwert für die Wärmeverlustrate (WVR) einzuhalten, der in Abhängigkeit vom Speichervolumen zu berechnen ist. Der Nachweis der Wärmeverlustrate hat dabei nach der DIN ENV 12977-3 zu erfolgen. Dies stieß bei der Industrie teilweise auf erheblichen Widerstand. Das bevorzugte Prüfverfahren nach DIN 4753 Teil 8 ist jedoch nach Aussagen von Experten nicht geeignet, da eine Umrechnung auf die DIN EN zu anderen Ergebnissen als eine normkonforme Prüfung nach der DIN EN führt. Für die Fortentwicklung der Vergabeanforderungen soll noch geprüft werden, ob eine Korrekturmöglichkeit besteht. Nahezu identisch mit dem von der Gütegemeinschaft Solarenergieanlagen (RAL GZ 966) in den Besonderen Güte- und Prüfbestimmungen geforderten Datenblatt, müssen Anwärter für den Blauen Engel für effiziente Warmwasserspeicher die wichtigsten Angaben zu dem Speicher bereitstellen. Das RAL-Gütesiegel stellt an Solarspeicher noch weitreichende Qualitätskriterien. Zeicheninhaber des Umweltzeichens Blauer Engel ist das Bundesministerium für Umwelt.
Was mit der DVD alles möglich ist, lässt sich am besten anhand einer Demoversion herausfinden. Eine voll funktionsfähige Version steht
hier bei solid bereit. Die Marktübersicht Solarspeicher 2007 kostet 79.- Euro und kann bei solid wie auch
hier bei der Solarpraxis in Berlin bestellt werden.