Hannovers Vorreiterrolle beim Energie sparenden Bauen und Modernisieren hat sich bis nach Großbritannien herumgesprochen: heute und morgen informieren sich 70 britische Teilnehmer einer „Passivhaus Study Tour“ über die in der Leinestadt realisierten Projekte und Konzepte.
Passivhaus in Hannover Linden. Foto: proKlima
Der enercity-Fonds proKlima organisiert das Programm vor Ort. Zu den Teilnehmern gehören Politiker, Firmenchefs, Architekten und Mitarbeiter von Wohnungsunternehmen. „Angesichts tendenziell steigender Energiepreise liegen die ressourcenschonenden Passivhäuser im Trend. Kein Wunder, dass immer mehr Wirtschaftsvertreter die damit verbundenen Marktchancen nutzen wollen “, sagt Manfred Görg, Leiter der Geschäftsstelle proKlima. Während der Passivhaus Study Tour sind Treffen der britischen Experten mit Vertretern der regionalen Klimaschutzwirtschaft sowie mit Herstellern von Passivhauskomponenten geplant. Es gibt zwar erste Passivhäuser in England, doch ist der innovative Baustandard dort noch deutlich weniger verbreitet als in Deutschland – wenngleich das Interesse wächst. „Darin liegt natürlich auch die Chance für die hiesige Wirtschaft, ihre für Passivhäuser entwickelten Produkte und Dienstleistungen stärker international zu vermarkten“, meint Görg.
Veranstalter der Studienreise ist die britische Forschungseinrichtung „Building Research Establishment“ (BRE). Die Mitarbeit von proKlima beim EU-Projekt „Promotion of European Passive Houses“ (PEP) und die zahlreichen hannoverschen Anschauungsbeispiele veranlassten BRE, sich für Hannover als Exkursionsort zu entscheiden. „Die Nachfrage war so groß, dass gar nicht alle Fachleute mitfahren können und wir eine lange Warteliste haben”, berichtet Gavin Hodgson von BRE. Deshalb sei im Mai bereits die nächste Studienreise nach Hannover geplant.
Komfortabel Energie sparen Das Interesse der britischen Fachleute am Passivhausstandard ist
begründet: Denn ein Passivhaus verbraucht über 90 Prozent weniger Heizwärme als ein Haus im Baubestand und rund 80 Prozent weniger als ein Neubau nach den derzeitigen gesetzlichen Vorgaben. Gleichzeitig ist der Wohnkomfort wesentlich höher. Beim Passivhaus reichen seine internen Energiequellen wie zum Beispiel die Körperwärme der Bewohner oder einfallende Sonnenstrahlung aus, um auf Heizkörper verzichten zu können – ganz im Gegensatz zu Standardgebäuden, die viel Wärme verlieren und deshalb aktiv beheizt werden müssen. Dank des geringen Heizenergieverbrauchs leisten Passivhäuser einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz.