Die „Möglichkeiten einer europäischen Biogaseinspeisestrategie“ untersucht eine Studie, die vom Fachverband Biogas e.V., der Bundestagsfraktion Bündnis90/Die Grünen sowie den Stadtwerken Aachen (Stawag) in Auftrag gegeben wurde.
Interessierte auf der letzten Jahrestagung des Biogasfachverbandes.
Unter der Federführung von Daniela Thrän betrachtet das Institut für Energetik und Umwelt (IE) aus Leipzig die Potenziale für die Methanproduktion durch Vergärung und Vergasung von Biomasse in den 28 EU Ländern sowie den europäischen Nachfolgestaaten der Sowjetunion für den Zeitraum 2005 bis 2020 die. Das Ergebnis ist vielversprechend: Bei entsprechender Energieeffizienzsteigerung könnte der europäische Gasverbrauch im Jahr 2020 komplett durch Biogas und Bio-SNG (synthetic natural gas) gedeckt werden.
Das IE ist bei Ihren Untersuchungen davon ausgegangen, dass jedes Land seine vollständige Nahrungsmittel-Selbstversorgung sicher stellt. Nur darüber hinaus verfügbare Ackerflächen wurden für den möglichen Energiepflanzen-Anbau berücksichtigt. Konkret kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass in 2005 rund 300 Milliarden Kubikmeter Methan hätten erzeugt werden können; bis 2020 sind 500 Milliarden Kubikmeter Biomethanproduktion pro Jahr möglich.
Damit haben wir eine Antwort auf die drängenden Fragen zum Klimaschutz und zur Energieversorgungssicherheit und –unabhängigkeit in Europa, freut sich der Geschäftsführer des Fachverbandes Biogas, Claudius da Costa Gomez. Er unterstreicht die Vorreiterrolle Deutschlands in diesem Szenario und fordert „klare Rahmenbedingungen für einen sinnvollen Ausbau der Biogasnutzung“. Hierbei sei ein diskriminierungsfreier Zugang zum Gasnetz wichtig, der anders als bei der Stromversorgung noch nicht gesichert ist.