Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung begünstigte die Erholung der Baukonjunktur. Diesen Aufschwung gilt es nach Ansicht der deutschen Bauwirtschaft durch vernünftige Rahmenbedingungen zu sichern.
Die Erholung der Bauwirtschaft auch weiterhin durch günstige Rahmenbedingungen ermöglichen.
„Für 2007 erwarten wir eine Stabilisierung der Bautätigkeit und Beschäftigung im Bauhauptgewerbe. Bei weiterhin steigenden Bauinvestitionen um nominal 2,1 % gehen wir von einem Umsatzzuwachs um knapp 2 % auf 81 Mrd. Euro im Bauhauptgewerbe aus. Bei der Beschäftigung gehen wir im Jahresdurchschnitt von 705.000 Personen aus, dies entspricht dem Niveau des Jahres 2006.“ So die Prognose von Dr.-Ing. Hans-Hartwig Loewenstein, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes, anlässlich der Jahresauftakt-Pressekonferenz vor kurzem in Berlin.
Den Löwenanteil an der weiteren Konsolidierung der Bauwirtschaft wird der Wirtschaftsbau haben. Für dieses Bau-Segment erwartet der ZDB-Präsident einen Umsatzzuwachs von 3,4 %, nach einem Plus von 9,7 % in 2006. Der Wohnungsbau wird um 1,2 %, der öffentliche Bau um 0,8 % zulegen.
Das Auftragsvolumen hatte sich im vergangenen Jahr (Januar bis November) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,4 Mrd. Euro auf 42,3 Mrd. Euro erhöht. Damit hatte die Nachfrage nominal um 6,1 % bzw. real um 3,6 % zugenommen. In der Rückschau auf das Baujahr 2006 erklärte Loewenstein: „Umsätze sind das eine, Gewinne das andere. Die betriebswirtschaftlichen Ergebnisse 2006 werden nicht wesentlich besser sein als im Jahr 2005. Obwohl deutlich mehr Aufträge im Markt sind, ist das Preisgefüge immer noch nicht in Ordnung. Wegen der Kostensteigerungen bei Transporten, Material und Energie bleiben die Renditen zu niedrig.“
„Die Politik hat es in der Hand die Konsolidierung der deutschen Bauwirtschaft durch vernünftige Rahmenbedingungen zu unterstützen. Dazu gehört für uns vor allen Dingen, die Unternehmen kostenmäßig zu entlasten, um ihre Chancen im Wettbewerb deutlich zu erhöhen.“ So Loewenstein in Berlin.
Er nannte sechs Punkte, die für das deutsche Baugewerbe Priorität hätten: Die geplante
Unternehmensteuerreform strebt für Personenunternehmen die Begünstigung des im Unternehmen einbehaltenen Gewinns an, was das Baugewerbe grundsätzlich begrüßt. Allerdings bleiben die Thesaurierungsrücklage wie auch die Ansparrücklage in der jetzigen Ausgestaltung jedoch weit hinter den Erwartungen zurück. „Wir fordern die Politik auf, diese Regelungen entsprechend nachzuarbeiten.“ So Loewenstein.
Loewenstein weiter: „Auch die
Erbschaftsteuerreform erfüllt nicht die Erwartungen der mittelständischen Bauunternehmen. Wir appellieren daher an den Gesetzgeber, die praxisfernen Anforderungen an die Betriebsfortführung den wirtschaftlichen Realitäten anzupassen. Die nächsten Monate werden zeigen, ob eine steuerliche Erleichterung des Betriebsübergangs von einer Generation auf die nächste tatsächlich erreicht wird.“
Um weiterhin Anreize für legale Arbeit und gegen Schwarzarbeit zu setzen, ist es notwendig, den
Steuerbonus auf Handwerkerleistungen von derzeit 600 Euro auf 1.000 Euro (sowie die Sätze für begünstigte Handwerkerleistungen von 3.000 auf 4.000 Euro) zu erhöhen. Denn die Mehrwertsteuererhöhung konterkariert die bisherige Regelung. „Wir unterstützen daher Bundeswirtschaftsminister Glos in seinem Bemühen, eine Anhebung der Sätze zu erreichen.“
Loewenstein kritisierte das Vergabeverhalten der öffentlichen Hand und forderte, endlich zu der immer wieder versprochenen
Verstetigung der öffentlichen Aufträge zu kommen. „Wir beobachten seit Jahren, dass die öffentliche Hand in den ersten Monaten eines Jahres nur halb so viele Aufträge vergibt als im Sommer. Dieses Vergabeverhalten führt zu Auslastungsproblemen bei den betroffenen Unternehmen und schlussendlich zu (temporären) Entlassungen.“ So der ZDB Präsident.
„Man kann es nicht oft genug betonen: Die Sozialversicherungssysteme bedürfen grundlegender Reformen. Insbesondere müssen die Beiträge vom Lohn entkoppelt werden, um so den Faktor Arbeit zu entlasten. Das ist für die Standort bezogene Bauwirtschaft besonders wichtig.“ Loewenstein bezeichnete die beschlossene Gesundheitsreform als Schritt in die Staatsmedizin ohne Markt und Wettbewerb. Auch die Senkung des Beitrags zur Arbeitslosenversicherung sei wegen der Mehrwertsteuererhöhung teuer erkauft, ihre Wirkung verpuffe, da die Beiträge zur Renten- und zur Krankenversicherung stiegen.
Als letzten Punkt fordert der Baugewerbe-Präsident eine Reform des Arbeitsrechts, da der geltende Kündigungsschutz immer noch dazu führe, dass Unternehmen auf Neueinstellungen verzichteten. Hier besteht für das Baugewerbe dringender Handlungsbedarf.