Ausbildung ist wichtig! Das weiß eigentlich jeder… Dennoch wird diesem Thema oft nur wenig Beachtung geschenkt. Besonders erschreckend: Im Jahr 2006 sank die Zahl der Ausbildungsplätze in der SHK-Branche auf 35.000; dies sind deutlich weniger als noch ein Jahr zuvor.
Zielstrebig zum Sieg - Mareike Beutter ist die beste Anlagenmechanikerin SHK im Jahr 2006
Der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) befürchtet nun einen Mangel an Nachwuchs-Fachkräften in den kommenden Jahren.
Trotz all der schlechten Nachrichten stellte der ZVSHK auf der ISH in Frankfurt den Bundessieger im Praktischen Leistungswettbewerb (PLW) im Beruf Anlagenmechaniker/-in SHK vor. Nur das „der Bundessieger“ vergangenes Jahr eine „sie“ war: Mareike Beutter heißt die Dame, ist 23 Jahre jung und kommt aus Hamburg.
Die Redaktion vom HaustechnikDialog hat sich mit ihr auf der ISH getroffen und ein kleines Interview geführt.
Redaktion: Guten Tag Frau Beutter. Vorab herzlichen Glückwunsch zu dieser besonderen Leistung. Nun gleich meine erste Frage: Welchen Beruf genau haben Sie erlernt? Mareike Beutter: Ich habe eine Ausbildung als Anlagenmechanikerin für Sanitär-, Heizung- und Klimatechnik gemacht. Parallel dazu mache ich ein Studium zur technischen Betriebswirtin an der Technischen Akademie der Handwerkskammer Hamburg.
Redaktion: Wie sind Sie dazu gekommen diese Ausbildung zu machen; besonders als Frau? Mareike Beutter: Während der Schulzeit habe ich im Büro eines Sanitärbetriebs gearbeitet, um nebenbei etwas Geld zuverdienen.
Not am Mann führte dazu, dass ich auch mit nach draußen zu den Kunden gefahren bin und erste Erfahrungen sammeln konnte. In einer Zeitung von der Handwerkskammer habe ich einen Bericht darüber gelesen, dass man die Ausbildung zusammen mit einem technischen Betriebwirt machen kann. Da habe ich mir gesagt: „Das ist es!“. Dass es in dem Beruf nur sehr wenige Frauen gibt, stört mich nicht.
Redaktion: Wie kommt man zu dem Titel „Beste Auszubildende des Jahres 2006“? Mareike Beutter: Ich habe meine Gesellenprüfung mit einem Durchschnitt von 2,0 abgeschlossen und war damit Landessiegerin in meinem Beruf. Später gab es auf Bundesebene den sogenannten "Praktischen Leistungswettbewerb" (PLW). Dort mussten wir eine Arbeitsprobe abgeben, auf die ich 96 von 100 Punkten erhalten habe. Das war das beste Ergebnis und nun bin die beste Absolventin in meinem Beruf.
Redaktion: Was macht Ihnen Spaß an dem Beruf? Mareike Beutter: Die Vielseitigkeit! Es macht Spaß, mit verschiedenen Materialien zu arbeiten und viele unterschiedliche Einsatzbereiche zu haben.
Redaktion: Arbeiten Sie nun erst mal weiter in dem Job? Mareike Beutter: Ja. Ich arbeite nun bei einer verhältnismäßig großen Firma mit etwa 70 Mitarbeitern.
Redaktion: Und können Sie dabei das betriebswirtschaftliche Wissen regelmäßig anwenden? Mareike Beutter: Ja. Ich muss zum Beispiel Angebote und Kalkulationen erstellen und dabei kann ich das gut verwenden.
Redaktion: Welche beruflichen Aussichten haben Sie? Mareike Beutter: Mitte 2007 werde ich das Studium zum technischen Betriebwirt beenden. Im Anschluss möchte ich noch meinen Meister machen.
Redaktion: Und könnten Sie es sich vorstellen, sich irgendwann mal selbstständig zu machen? Mareike Beutter: Ja… irgendwann vielleicht.
Redaktion: Eine abschließende Frage noch: Was würden Sie anderen jungen Menschen, egal ob männlich oder weiblich, empfehlen, die sich für diesen Beruf interessieren? Mareike Beutter: Wer diesen Beruf lernen möchte benötigt eigentlich nur Interesse an vielseitigen und anspruchsvollen Aufgaben, darf sich nicht vor unangenehmen Gerüchen scheuen, muss auch mal mit anpacken können und ansonsten sollte man Spaß an seinem Beruf haben. Man sollte sich auch nicht scheuen beispielsweise mit Abitur ins Handwerk zu gehen, da die handwerkliche Ausbildung der Grundstein für den weiteren Werdegang sein kann. Als Frau sollte man vor allem ein gesundes Selbstbewusstsein besitzen, um sich in der Männerwelt gut durchsetzen zu können.
Redaktion: Herzlichen Dank, dass Sie uns Rede und Antwort gestanden haben. Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg und Freude im Job.