Ein weiter sinkender Energiebedarf in hoch wärme- isolierten Neubauten erfordert Hausenergiezentralen mit großem Leistungsmodulationsbereich und deutlich geringerer Minimalleistung als derzeit marktübliche Geräte.
"PyrInno" - der Porenbrenner in Betrieb.
Dipl.-Ing. Alexander Mach vom Lehrstuhl für Strömungsmechanik der Univtät Erlangen erläuterte auf der Fachmesse ISH Aufbau und Funktion des schad-stoffarmen, vollmodulierbaren Kleinbrenners für flüssige Brennstoffe im Leistungsbereich von 1 kW bis 8 kW. Erste Feldtests mit der Mini-Ölheizung sind für das Jahr 2009 geplant.
Diese Vorgaben erfüllt die Entwicklungsstudie „PyrInno“. Sie zeigt einen Lösungsansatz für eine Raumbeheizung mit Heizöl in Gebäuden mit sehr geringem Wärmebedarf.
Dabei handelt es sich um ein äußerst kompaktes, mit Heizöl betriebenes Nachheizregister, das aus der Anwendung als Automobil-Standheizung abgeleitet wurde. Eine erste Entwicklungsstudie der „kleinsten Ölheizung der Welt“ hatte IWO zur SHK Essen 2004 vorgestellt. Die Weiterentwicklung der Studie konnten die Besucher der internationalen Fachmesse ISH in Frankfurt/Main am Messestand des Instituts für wirtschaftliche Oelheizung (IWO) in Augenschein nehmen.
Bisheriges Ergebnis des vom Bundeswirtschafts- ministerium geförderten Forschungsprojekts ist eine äußerst kompakte Mini-Ölheizung mit schadstoffarmem und im gesamten Leistungsbereich von 1 bis 8 kW voll modulierbarem Kleinbrenner. Dank niedriger Schallemissionen wäre die Unterbringung einer solchen Hausenergiezentrale problemlos auch im Wohnbereich möglich. Erste Feldtests sollen bereits in 2009 durchgeführt werden.
Wesentliches Element der Entwicklungsstudie ist die Porenbrennertechnologie, die emissionsarme Verbrennung über einen großen Modulationsbereich ermöglicht. Die Gemischaufbereitung und Verdampfung des Heizöls erfolgen über die am Oel-Wärme-Institut (OWI) entwickelte „Kalte-Flammen“-Technologie. Parallel arbeiten die Projektpartner an Verfahren, die eine Einbindung des Brenners nicht nur in einem Warmluft-, sondern auch in einem Warmwasserheizsystem ermöglichen.
Damit eröffnen sich für „PyrInno“ verschiedene Einsatzbereiche. Insbesondere bietet sich ein derart konzipiertes und mit flüssigen Brennstoffen betriebenes Wärmesystem im Neubausektor für Niedrigst- und Passivhäuser mit kontrollierter Wohnungslüftung an. Der Jahresheizwärmebedarf solcher Häuser liegt oftmals bei weniger als 2250 kWh/a. Das entspricht einem jährlichen Heizölverbrauch von rund 200 Litern. Denkbar ist auch der Einsatz bei Insellösungen, etwa in Ferien- und Gartenhäusern.
In allen Fällen steht der kostenintensive Anschluss an ein weit verzweigtes Gasnetz kaum in einem wirtschaftlich vernünftigen Verhältnis. Eine Wärmeerzeugung mithilfe elektrischer Heizsysteme ist unter ökologischen Aspekten wenig geeignet, langfristig außerdem teuer. Flüssige Brennstoffe hingegen können auch in kleinen Mengen überallhin geliefert und problemlos gelagert werden. Dementsprechend beschäftigt sich einer der Projektpartner auch mit der Entwicklung eines passenden, besonders raumsparenden Brennstoffbevorratungssystems.