Sparsamer und umweltbewusster Umgang mit Energie gehört zu den wirklichen wichtigen gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit. Die Themen Energie und Klimaschutz gewinnen immer stärker an Bedeutung und die vielfältigsten Aktivitäten rund um diese Themen nehmen zu.
Gemeinsame Kompetenz: ( v.li) Ulrich Stiebel (STIEBEL ELTRON), Matthias von Oesen (proKlima), Werner Andres (FH Hannover), Michael G. Feist (Stadtwerke AG), Manfred Görg (proKlima).
Da macht es Sinn die Aktivitäten zu bündeln und sich zu vernetzten. Hinzu kommt, dass wir in zunehmend komplexeren Systemen arbeiten, die übergreifende Kompetenzen fordern. In Hannover wurde dazu vor kurzem das Kompetenzzentrum für Energieeffizienz e.V. gegründet: Durch die enge Bindung zur Wirtschaft soll es Impulsgeber für die Region Hannover und die Metropolregion Hannover – Braunschweig – Göttingen werden. Die vorhandenen Kompetenzen von 15 Einrichtungen sind im neu gegründeten Kompetenzzentrum gebündelt.
Zur Realisierung der geplanten Klimaschutzziele in der Region Hannover soll das Zentrum dazu dienen, Wissenschaft, Forschung und Lehre zu intensivieren sowie diese mit der Wirtschaft zu verknüpfen. Zu den Gründungsmitgliedern gehören neben der Fachhochschule Hannover (FHH) und der Leibniz Universität Hannover, die Architektenkammer Niedersachsen, Ingenieurakademie Nord gGmbH der Ingenieurkammer Niedersachsen, das Institut für Gebäude- und Solartechnik, das Institut für Bauforschung e.V., das Fernwärme Forschungsinstitut in Hannover e.V., das Forschungszentrum für Kältetechnik und Wärmepumpen GmbH, die Target GmbH, das Energie- und Umweltzentrum am Deister, die Stiebel Eltron GmbH & Co. KG, die AS Solar GmbH, die ENAKON Wolfenbüttel GmbH sowie Dipl.-Ing. Architekt Carsten Grobe und Dipl.-Ing. (FH) Architekt Stefan Horschler.
Eine Anschubfinanzierung von 70.000 Euro kommt von der Hochschule und die Stadtwerke AG sorgt für eine weitere Basis. „Die Stadtwerke Hannover AG wird als der führende Energiedienstleister in der Region Hannover Kompetenz, Innovationskraft und die Erfahrung aus der Praxis in das Forschungsnetzwerk einbringen. Ein wesentlicher Baustein hierbei ist unser enercity-Fonds proKlima, der seit neun Jahren durch gezielte Förderung Effizienztechnologien zur Marktakzeptanz verhilft. Als konsequenten Schritt legt proKlima mit einer für die nächsten fünf Jahre vorgesehenen Förderung von insgesamt 250.000 Euro die Basis zu einer erfolgreichen Arbeit des Kompetenzzentrums.“ So Michael G. Feist, Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Hannover, zu der Gründung des Kompetenzzentrums.
Hauptschwerpunkt für die Zukunft soll die energetische Sanierung werden. „Deutschland ist gebaut, da müssen wir in den Bestand rein“, so Manfred Görg proKlima-Geschäftsführer. Neben der energetischen Modernisierung werden Gebäudetechnik, Energie- und Anlagentechnik sowie Klimaschutz die zu bearbeitenden Themen sein. Dabei will man die Standards entwickeln und nicht bspw. eine Passivhaussporthalle entwickeln.
Durch die enge Bindung mit der Wirtschaft will das Kompetenzzentrum auch Impulsgeber für die Metropolregion Hannover – Braunschweig – Göttingen werden. Dazu Prof. Dr.-Ing. Werner Andres, Präsident der FHH: „Ich freue mich, dass es der Fachhochschule Hannover (FHH) gemeinsam mit der Leibniz Universität Hannover und anderen Institutionen gelungen ist, mit der Gründung des Kompetenzzentrums für Energieeffizienz e.V. die Partner zusammenzuführen, die durch ihre Forschungskompetenz auf den Gebieten energiesparenden Bauens und energieoptimierter Systeme anwendungsorientierte, industrienahe Aufgaben in Forschung und Entwicklung bearbeiten können.“
Neben der Erstellung gemeinsamer Konzepte, Koordination der Forschungsaktivitäten ist darüber hinaus auch der Austausch von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zwischen den Partnern geplant. Durch die Beteiligung von Betrieben und durch entsprechende Weiterbildungsangebote wird der direkte Transfer der Forschungsergebnisse in die Praxis erreicht.
Auch bei der Aus- und Weiterbildung ist eine Bündelung der Kompetenzen vorgesehen. So sollen entsprechende Lehrgänge in Kooperation mit den Partnern angeboten werden. In diesem Zusammenhang ist auch die Einrichtung eines Weiterbildungsstudiengangs „Nachhaltiges Energie-Design“ zum kommenden Wintersemester in Hannover mit dem Abschluss Master of Science geplant, der die beiden Schwerpunkte Energietechnik, Kraftwerkstechnik und dezentrale Energiesysteme sowie Gebäudetechnik und Energieeinsparung hat.