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News vom 22.03.2007

Wasserknappheit – künftig ein Problem in Deutschland?

Wasser ist ein knappes und kostbares Gut. Weltweit werden die Gebiete, in denen Wasser Mangelware ist, künftig zunehmen.

Eine konkrete Handlungsmöglichkeit liegt in der Nutzung von Regenwasser - ein Gartenwassertank von GEP.
Eine konkrete Handlungsmöglichkeit liegt in der Nutzung von Regenwasser - ein Gartenwassertank von GEP.
„Nicht nur zu wenig Wasser, sondern auch dessen schlechte Qualität können dazu führen, dass global nicht ausreichend Trinkwasser zur Verfügung steht“, sagt Prof. Dr. Andreas Troge, Präsident des Umweltbundesamtes in Dessau. Doch auch in Deutschland könnte künftig in manchen Regionen Wasserknappheit herrschen. Es gilt daher, rechtzeitig Anpassungsstrategien zu entwickeln, um den möglichen, klimabedingten Wasserdefiziten zu begegnen.

„Wasser ist keine endliche Ressource, doch sauberes Wasser wird weltweit immer knapper. Der Klimawandel wird den Wassermangel gerade in vielen armen Regionen der Erde verschärfen. Deshalb dürfen wir in unseren Bemühungen nicht nachlassen, Wasser so sparsam und nutzbringend wie möglich zu nutzen“, erklärte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel aus Anlass des Weltwassertages.

Die Vereinten Nationen stellen den jährlich am 22. März ausgerufenen internationalen Tag des Wassers in diesem Jahr unter die Überschrift „Coping with Water Scarcity“ - zu Deutsch: „Zeit zum Handeln – Wasserknappheit und Dürre“. Der Tag richtet die Aufmerksamkeit auf weltweit 1,2 Milliarden Menschen, die nicht ausreichend über sauberes Trinkwasser verfügen. Dabei definieren die Vereinten Nationen nur 20 bis 50 Liter Trinkwasser täglich als ausreichend. Zum Vergleich: In Deutschland nutzt jeder Einwohner pro Tag 126 Liter, in den USA mehr als 300 Liter. Künftig steigt weltweit die Zahl der Regionen, die vom Wassermangel bedroht sind. Gründe liefert - neben dem Bevölkerungsanstieg - auch der Klimawandel, in dessen Folge sich die Niederschläge weltweit ändern.

Doch wie gestaltet sich die Situation in Deutschland? Berechnungen des Umweltbundesamtes zeigen, dass sich die Niederschläge bis zum Ende des 21. Jahrhunderts voraussichtlich innerhalb der Jahreszeiten sowie regional verschieben. Im heute schon trockenen Osten Deutschlands, könnten die Sommerniederschläge weiter abnehmen. Es gäbe mehr Perioden sommerlicher Trockenheit, die länger anhielten. Eine mögliche Folge: sehr niedrige Wasserstände der Flüsse. Die Schiffe könnten weniger laden und müssten möglicherweise Transporte einstellen. Flusswasser, das der Kühlung der Kraftwerke dient, stünde nicht mehr in ausreichender Menge zur Verfügung. Leistungseinschränkungen bis zur Abschaltung der Kraftwerke könnten folgen. Darüber hinaus sind zu hohe Wassertemperaturen für Fische und andere Flussbewohner tödlich. Nicht zuletzt wäre die Trinkwassergewinnung wegen häufiger Niedrigwasserstände und fallender Grundwasserspiegel beeinträchtigt.

Europäische Wissenschaftler stellten im Februar 2007 in Berlin auf der Konferenz „Wasser und Klima“ einhellig fest: Der Wissenstand ist heute – trotz verbleibender Unsicherheiten – ausreichend, um mit der Anpassung in der Wasserwirtschaft zu beginnen. Wesentlich ist dabei, dass alle wasserrelevanten Sektoren - also die Landwirtschaft, die Schifffahrt, die Energiewirtschaft und der Tourismus - die Anpassung mit vollziehen. Dies ließe sich mit Innovationen in den einzelnen Sektoren, die zu einer Entlastung der Wasserressourcen beitragen, erreichen.

Das UBA informiert u.a. über konkrete Handlungsmöglichkeiten, zum Beispiel in der Broschüre zum Regenwasser, die hier im Internet heruntergeladen werden kann:
Auch das sogenannte Grauwasser-Recycling - eine doppelte Nutzung des häuslichen Trinkwassers - kann den Trinkwasserverbrauch und gleichzeitig den Abwasseranfall deutlich reduzieren. Dazu finden sich bspw. bei www.gep.info weitere Informationen.
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