Ob Fenster, Treppen, Heizkörper, Balkongeländer oder Dachziegel- gut erhaltene Bauteile sind viel zu schade für den Schredder. Wenn es nach den Initiatoren des Bauteilnetzes geht, wird es bald flächendeckend in ganz Deutschland die Möglichkeit diese gebrauchten Bauteile zu erwerben.
Die Projketleute des bauteilnetz Deutschland bei ihrer Auftaktveranstaltung in Osnabrück. Foto: bauteilnetz
Nach dem Vorbild der Bauteilbörse in Bremen sollen weitere regionale Börsen und Bauteillager entstehen, wie bei der Auftaktveranstaltung des Projektes „bauteilnetz deutschland“ jüngst bekanntgegeben wurde. Der Aufbau dieses Netzwerkes von Bauteilbörsen wird durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert.
Die Wiederverwendung der bei Abbruch anfallenden Bauteile spart wertvolle Rohstoffe und Energie und ist damit ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz. Nur wenn es gelingt die Akteure zu vernetzen, kann das Potential umfassend genutzt werden, erläuterte Verena Exner das Engagement der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) für die Initiative zum Aufbau eines Netzwerkes zur Wiederverwertung gebrauchter Bauteile.
Eine zweijährige Energiebilanzierung (Grundlagen Ökoinstitut Freiburg) der bauteilbörse bremen liefert konkrete Zahlen. Das Ergebnis, der in diesem Zeitraum vermittelten Bauteile: 735.000 kWh Primärenergie (73.500 l Öl) eingespart, 158.000 kg CO2 gemindert, und 115 t Bauabfälle vermieden.
Das Projekt bauteilnetz Deutschland versteht sich als Koordinator und Vermittler mit dem Ziel, in Deutschland flächendeckend Börsen zu initiieren und somit möglichst viele gebrauchte Bauteile in den Kreislauf der Bauwirtschaft zurückzuführen. Es müssen in der Branche Entsorgungsunternehmen, Aufbereiter und Abbruchunternehmer ebenso zusammengeführt werden, wie Fachverbände, diverse Gewerke des Handwerks, Architekten, Planer, damit die Bauteile dem Markt wieder zugeführt werden können.
Und wir müssen intensiv bei den gewerblichen oder privaten Abnehmern und Nutzern für den Einsatz sekundärer Bauteile + Baustoffe werben, sagt Jens Jürgen Lau vom RWB Bremen, Kooperationspartner des Projektes. Wie in jeder Brache wird auch die Qualitätssicherung als ein wichtiger Aspekt auf dem Weg zum Erfolg gesehen. Über die Dienstleistungsangebote (Beratung, Schulung, Begleitung) des bauteilnetz Deutschland kann dies gewährleistet und den Börsen der Start erleichtert werden. Dabei stützen sich die Kooperationspartner des bauteilnetz Deutschland (Forschungsvereinigung Recycling und Wertstoffverwertung im Bauwesen e.V., Architkekturbüro Ute Dechantsreiter, bauteilbörse bremen, Fa. Ravenworks) auf ihre langjährigen Erfahrungen. Weitere Informationen unter
www.bauteilnetz.de