Auf der IWO-Veranstaltung "Die Zukunft der Ölheizung" der Berliner Energietage 2007 lautete die Botschaft "Heizen mit Öl statt weg vom Öl".
Etwa 150 Besucher informierten sich bei den Berliner Energietagen 2007 beim IWO zur “Zukunft der Ölheizung”.
Dr. Moritz Bellingen (IWO) erläuterte Anforderungen und Lösungen für die Heiztechnik von morgen.
“Status Quo und die Zukunft flüssiger Brennstoffe”: Lambert Lucks (IWO) informierte über die Produkteigenschaften von Heizöl EL schwefelarm und die Untersuchungen zur Beimischung von Biobrennstoffen.
„Die Versorgung mit Heizöl ist auch in der Zukunft sicher“, betonte Dr. Klaus Picard vom Mineralölwirtschaftsverband. Hohe bestätigte Ölreserven, eine immer bessere Ausbeute von Öllagerstätten durch technischen Fortschritt und die vielfältige Ölversorgungsströme sind hierfür wichtige Belege.
Über die zukünftige Energieversorgung im Wärmemarkt diskutierten (v.l.): Adrian Willig (IWO), Schorsch Michael Tschürtz (Verbraucherzentrale Bundesverband), Moderator Rainer Wiek (Energie Informationsdienst), Dr. Heinrich-Hermann Schulte (BBT Thermotechnik GmbH), Franzjosef Schafhausen (Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit) und Dr. Klaus Picard (Mineralölwirtschaftsverband).
"Die schnellste, beste und effizienteste Möglichkeit, CO2 zu reduzieren ist die moderne Brennwerttechnik in Verbindung mit Solarthermie und mittelfristig die Beimischung von Biokomponenten zum Heizöl“, betonte Dr. Heinrich-Hermann Schulte von der BBT Thermotechnik GmbH.
Adrian Willig, Leiter Marketing u. Betreuung Marktpartner (IWO).
Die Ölversorgung ist langfristig sicher, sie basiert auf einer bewährten Infrastruktur, die auch für künftige flüssige Brennstoffe ideal nutzbar ist. Und: Die effiziente Öl-Brennwerttechnik plus Solarthermie bietet beste Möglichkeiten, zeitnah viel Energie einzusparen und den CO2-Ausstoß deutlich zu reduzieren. Eine starke Verunsicherung der Verbraucher führt jedoch dazu, dass sinnvolle Modernisierungs- investitionen zurückgehalten werden. Hier wartet nach wie vor viel Aufklärungsarbeit auf die Anbieter wie auf die unabhängige Energieberatung.
Das sind die wesentlichen Botschaften der IWO-Veranstaltung „Die Zukunft der Ölheizung“ bei den Berliner Energietagen 2007. Rund 150 Besucher informierten sich über die aktuelle Ölheiztechnik, die technischen Forschungsprojekte sowie über den Entwicklungsstand flüssiger Biobrennstoffe. Sie erlebten zudem eine lebhafte Diskussion zu den Rahmenbedingungen und Trends im Wärmemarkt.
Bis zu 97 % Nutzungsgrad - mehr geht nicht Die Ölbrennwerttechnik - immer häufiger auch in Kombination mit Solarthermie - erschließt schon heute im Wärmemarkt beachtliche Energie- einsparpotenziale. „Die Nutzungsgrade dieser Heiztechnik von bis zu 97 Prozent lassen sich allerdings nicht mehr steigern“, erläuterte Dr. Moritz Bellingen, Leiter IWO-Grundsatzfragen. Dagegen könne durch die Optimierung des Heizungssystems (z. B. hydraulischer Abgleich) die Effizienz verbessert werden. Mit Blick auf den langfristig sinkenden Heizwärmebedarf in Gebäuden würden Studien wie die „kleinste Ölheizung“ oder die Öl-Wärmepumpe weiteres Entwicklungspotenzial aufzeigen.
Biokomponenten im Test Die Verwendung von flüssigen Biokomponenten im Heizöl bietet im Hinblick auf Klimaschutz und Versorgungssicherheit attraktive Perspektiven: „Wenn wir beim derzeitigen Stand von 6,4 Mio. Ölheizungen in Deutschland dem Heizöl nur fünf Prozent Biobrennstoff beimischen, entspräche das auf einen Schlag 320.000 Anlagen, die vollständig mit regenerativen Brennstoffen betrieben werden“, erklärte Lambert Lucks, Leiter IWO-Technik. Die laufenden Labor- und Feldtests deuteten darauf hin, dass die verfügbare Ölheiztechnik ohne aufwändige Anpassungen mit Biokomponenten betrieben werden könne.
Versorgung mit Heizöl ist sicher Warum sich Ölheizungsbetreiber keine Sorgen um Versorgungsengpässe machen müssen erläuterte Dr. Klaus Picard Hauptgeschäftsführer des Mineralölwirtschaftsverbands unter anderem anhand der aktuellen Daten zu den globalen Ölreserven sowie einer sicheren und vielfältigen Rohölversorgungsstruktur. „Die Versorgung mit Heizöl ist auch in der Zukunft sicher“, betonte Picard. Dafür sprächen nicht nur die wachsenden bestätigten Ölreserven. Die Weiterentwicklung bei Exploration und Fördertechnik ermögliche eine deutlich bessere Ausbeute der bekannten Öllagerstätten. „Zudem ist die deutsche Ölversorgung in einen weltumspannenden Ölhandel eingebunden und die enge ökonomische Vernetzung mit den Lieferländern erhöht die Versorgungssicherheit“, so Picard. Deutschland bezieht aus insgesamt dreißig Ländern Rohöl. Das zeitweilige Zudrehen der wichtigen russischen Ölpipeline „Druschba“ Anfang des Jahres habe daher kein echtes Problem für die Ölversorgung in Deutschland dargestellt.
Diskussion: „Wie sieht die zukünftige Energieversorgung im Wärmemarkt aus?“In der Podiumsdiskussion zum Thema „Wie sieht die zukünftige Energieversorgung im Wärmemarkt aus?“ bestand in einem Punkt Konsens: Zu der Zielsetzung, die Energieeffizienz zu steigern und die Nutzung regenerativer Energie auszubauen, gibt es keine Alternative, sollen wirksamer Klimaschutz und langfristige Energie- versorgungssicherheit erreicht werden. Es wurde deutlich, dass vor diesem Hintergrund der breite Einsatz der Öl-Brennwerttechnik in Verbindung mit regenerativen Energien wie Solarthermie und flüssigen Biobrennstoffen einen wesentlichen Beitrag leisten kann.
Vernünftiger Energieträger-Mix als Ziel „Wir begrüßen die moderne Brennwerttechnik in Kombination mit Solarthermie“, sagt Franzjosef Schafhausen aus dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. „Diese Technik ist eine gute Möglichkeit, die Klimaschutzstrategie der Bundesregierung umzusetzen und zu einem vernünftigen Energieträger-Mix zu kommen.“ Auf die Nutzung bestehender Infrastrukturen könne und wolle man dabei gar nicht verzichten. Sein Plädoyer: „Miteinander, nicht gegeneinander beraten.“
Die Kunden sind verunsichert An zielführender Beratung und sachlich richtiger Aufklärung der Verbraucher mangele es allerdings derzeit, betonte Dr. Heinrich-Hermann Schulte vom Gerätehersteller BBT Thermotechnik. Die Verbraucher seien in der Frage ihrer künftigen Wärmeversorgung „bis auf die Knochen verunsichert“ und hielten notwendige Modernisierungsmaßnahmen zurück, sagte Schulte. Politik, Medien und auch viele Akteure im Bereich der Energieberatung vermittelten die Botschaft, fossile Energien hätten keine Zukunft. Dabei sei das Gegenteil der Fall: die Brennwerttechnik in Verbindung mit schwefelarmem Heizöl, die problemlose Kombination mit Solarthermie sowie eine bewährte Infrastruktur bei der Versorgung machen die moderne Ölheizung zu einen der attraktivsten Systeme, um sehr schnell Energie zu sparen und den CO2-Austoss zu reduzieren. Die Beimischung von Biobrennstoffen werde diese Attraktivität noch weiter erhöhen, so Schulte. „Dem Endverbraucher muss klar gemacht werden, dass bei Öl eine hohe Versorgungssicherheit besteht und dass er für eine Ölheizung, die er heute modernisiert auch in 20 Jahren noch Brennstoff bekommt“, appellierte Schulte.
Ein Wärmegesetz braucht es nicht Zudem müsse auch die Bundesregierung etwa bei der konkreten Umsetzung der energie- und klimapolitischen Ziele das Potential der vorhandenen Heiztechnik und die verlässlichen Perspektiven flüssiger Brennstoffe berücksichtigen. Dabei ist der Plan für ein regeneratives Wärmegesetz, das die regenerative Energienutzung in Wohngebäuden gesetzlich verordnen soll, nach Ansicht von Adrian Willig, Leiter Marketing u. Betreuung Marktpartner bei IWO, der falsche Weg: „Es ist wichtig, dass der Verbraucher nicht per Gesetz in eine Richtung gezwungen wird, sondern selbst entscheiden kann, wie oder womit er zukünftig Energie einspart“, erklärte Willig. Ein weiteres Gesetz sei nicht erforderlich, um eine Absenkung des Primärenergiebedarfs und damit der Klimabelastung durch die Gebäudebeheizung zu erreichen. Alle hierfür nötigen Vorgaben seien bereits in der Energieeinsparverordnung enthalten.