Welcher Rohrreibungswert und Widerstand (R-Wert [Pa/m]) ergibt sich in einer Heizleitung DN 32 aus mittelschwerem Gewinderohr nach DIN 2440 bei einer Durchflussmenge von 1240 kg/h und einer Wasserfließgeschwindigkeit von 0,36 m/s?
Die Mannheimer Wohnungsbaugesellschaft GBG schult Installateure zur Qualitätssicherung. Foto: GBG
Die Frage nach dem Rohrreibungswert und dem Widerstand war eine von 15 Fragen, die Service-Mechaniker der Firma Käuffer & Co. GmbH (Heizung-Klima-Lüftung-Sanitär), Niederlassung Mannheim, als Teilnehmer eines Schulungsprogramms der Mannheimer Wohnungsbaugesellschaft GBG „als Abschlussprüfung“ zu beantworten hatten.
Optimierung und Instandhaltung von Versorgungsanlagen Es ist ein normaler Vorgang, dass ein Wohnungsunternehmen über eine öffentliche Ausschreibung einen Wartungsvertrag für seine Heizungs- und Trinkwasser-Erwärmungsanlagen vergibt. Wenn die GBG darüber hinaus mit der Firma Käuffer & Co GmbH als Gewinner der öffentlichen Ausschreibung ein Schulungsprogramm „zur Schwachstellenbeseitigung im Rahmen der Wartungsarbeiten“ durchführt, so ist dies aus heutiger Sicht des Wohnungsunternehmens, in Anbetracht der vielen technischen Regeln, ein durchaus logischer Schritt für die Qualitätssicherung.
Lange Zeit stand bei Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten die „Verzögerung des Abbaus des vorhandenen Abnutzungsvorrats“ im Vordergrund, um ständige Betriebssicherheit, hohe Zuverlässigkeit und lange Lebensdauer der Anlagen zu gewährleisten. Doch spätestens mit der EnEv 2002, DIN 18599 und der VDI 31051 haben die energiewirtschaftlichen Beurteilungskriterien für heiztechnische Anlagen an Bedeutung gewonnen.
Heute wird in besonderem Maße die funktionelle und energetische Qualität von Versorgungsanlagen bewertet. Was nichts anderes bedeutet, dass beispielsweise zentral beheizte
Gebäude einzeln hinsichtlich der tatsächlichen Typologie und Bandbreite, Nutzung der unterschiedlichen operativen Raumtemperaturen, der Behaglichkeit, der Wärmespeicherung und der Bausubstanz zu analysieren sind.
Dazu Dipl.-Ing. Alf Münzberg, Haus- und Maschinentechnik der GBG: „Wir haben einen umfangreichen Leistungs- und Maßnahmenkatalog entwickelt, mit dem in unserem Wohnungsbestand mit möglichst wenig Aufwand ein Höchstmaß an Energieeffizienz, Betriebssicherheit und Komfort erreicht werden kann und den gilt es zu vermitteln.“
GBG setzt auf energiesparende Maßnahmen Mit ca. 20.000 eigenen und zusätzlich noch fremd verwalteten Wohnungen ist die GBG das größte kommunale Wohnungsunternehmen Baden-Württembergs. Mit großem Engagement und finanziellem Aufwand ist es der GBG in den letzen Jahren gelungen, den spezifischen Energieverbrauch ihres Gebäudebestands deutlich zu senken und die Nutzung zu verbessern.
Dieser Rückgang an Energie ist das Resultat einer Reihe von Energiesparmaßnahmen wie Gebäudedämmung, Verbesserung der Qualität der technischen Versorgungsanlagen und das Erreichen guter Nutzungsgrade. So setzt die GBG in der Modernisierung unter anderem auf ein Konzept von Fernwärme und dezentralen Wohnungswärmezentren zur Raum- und Trinkwassererwärmung pro Wohnung.
Zudem ist aufgrund der stark gestiegenen Energiepreise ein verändertes Heizverhalten der Nutzer zu erkennen. Dies macht eine Überprüfung und Anpassung der Gebäudelasten erforderlich. Die Optimierung der einzelnen Anlagen zielt darauf ab, Überangebote von Wärmeenergie zu vermeiden, von der übergroßen Angebots- zur Bedarfsheizung zu gelangen und Heizflächen mit der richtigen und erforderlichen Wärmemenge (Volumenströme und Heizwasser-Temperaturen) zu versorgen.
Dazu ist es erforderlich, die Heizwasservorlauftemperaturen unter Berücksichtigung der anlagenspezifischen Auslegung den tatsächlichen Gegebenheiten anzupassen sowie einen fachgerechten hydraulischen Abgleich durchzuführen.
Dementsprechend wurden die Mitarbeiter der Firma Käuffer & Co GmbH umfassend über die Belange und die im Wohnungsbestand der GBG zum Einsatz kommenden Heizungs- und Wassererwärmungsanlagen geschult. Gezielt informiert wurde über:
- rechnerische Ermittlung der Heizlast von Wohngebäuden
- Einfluss von Gebäudedämm-Maßnahmen
- Geändertes Nutzerverhalten
- Funktion und Zusammenwirken der einzelnen Anlagensysteme
- Neubestimmung und Anpassung von Anlagenkomponenten und deren hydraulische Funktion
- Anlagenbetriebsweise
- Heizflächenbewertungen
- Wohngebäude auf dem Weg zum Niedrigenergieniveau
Zusammenfassend sind dies „sechs Richtige“ in der Betrachtung einer zentralen Heizungsanlage: Pumpen, Regelventile, Thermostatheizkörperventile, Heizkurven, Heizlasten und Gebäudetypologie. Nochmals Alf Münzberg zum Schwerpunkt der Schulung: „Wartungsarbeiten können nur erfolgreich durchgeführt werden, wenn die Anlage als Gesamtsystem betrachtet wird. Deshalb war es uns wichtig, die Komplexität der einzelnen Anlagen und die Wechselwirkung von Parametern darzustellen. Durch Betriebsoptimierung und Fehlerbeseitigung ist eine zusätzliche Energieeinsparung zwischen 20 bis 30% möglich. Somit stellen wir sicher, dass unsere in den letzten Jahren getätigten Investitionen auch langfristig Früchte tragen. Mit dem positiven Effekt für die Mieter, die immer eine optimal abgestimmte Heizungsanlage haben.“
Übrigens:
Die Antwort auf die eingangs gestellte Frage lautet 45 Pa/m.