Mineralölhandel, Heizungsfachhandwerk und Schornsteinfeger in Thüringen wollen die Verbreitung effizienterer Ölheizungen und schwefelarmen Heizöls forcieren. Die neue umweltschonende Heizölsorte soll zum Standard-Brennstoff für alle Ölheizungen werden.
Dietrich Roese, Fachverband Sanitär Heizung Klima Thüringen; Prof. Christian Küchen, IWO; Sven Nobereit, Nachhaltigkeitsabkommen Thüringen; Ullrich Eller, Landesinnungsverband des Schornsteinfegerhandwerks; Dr. Jörg Lenk, Verband für Energiehandel Südwest-Mitte e.V. unterzeichneten während der 10. Ölfachtagung Thüringen eine gemeinsame Erklärung zur Öl-Brennwerttechnik und schwefelarmem Heizöl.
Im Rahmen der 10. Ölfachtagung Thüringen in Zeulenroda haben der Fachverband SHK Thüringen Sanitär – Heizung – Klima, der Verband für Energie- und Brennstoffhandel VEH Südwest/Mitte e. V., der Landesinnungsverband des Schornsteinfegerhandwerks Thüringen und das Institut für wirtschaftliche Oelheizung e. V. (IWO) ein Maßnahmenpaket verabschiedet.
Thüringen ist damit das erste Bundesland, das die von der Bundesregierung und der Mineralölwirtschaft am 15.01.2007 abgegebene Berliner Erklärung zur breiten Einführung von schwefelarmem Heizöl und Öl-Brennwerttechnik umsetzt.
Das Maßnahmenpaket sieht unter anderem den zügigen Ausbau der Bezugsquellen für „Heizöl EL schwefelarm“ sowie die verstärkte Information und gezielte Beratung von Hausbesitzern und Bauherren zu den Themen Öl-Brennwerttechnik, Nutzung der Solarthermie und schwefelarmes Heizöl vor. Die Erweiterung der Aus- und Weiterbildungsangebote für Schornsteinfeger und Heizungsfachhandwerker ist ein weiterer Maßnahmenschwerpunkt.
Das Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt begrüßt diese im Rahmen des Nachhaltigkeitsabkommens Thüringen geplanten Aktivitäten zur Steigerung der Energieeffizienz durch Nutzung der Öl-Brennwerttechnik. Sie stellen zugleich einen wichtigen Beitrag zu Klimaschutz dar. Das Nachhaltigkeitsabkommen Thüringen ist eine freiwillige Vereinbarung zwischen der Thüringer Wirtschaft und der Landesregierung des Freistaates Thüringen.
Einsparpotenzial von bis zu 30 Prozent „Öl-Brennwertheizungen verbrauchen im Vergleich zu veralteten Heizanlagen bis zu 30 Prozent weniger Energie, die CO2-Emissionen sinken in gleicher Größenordnung“, erklärte Prof. Christian Küchen, Geschäftsführer des Instituts für wirtschaftliche Oelheizung (IWO) in Zeulenroda. Angesichts von einer ganzen Reihe veralteten Heizungsanlagen, die nunmehr nach 17 Jahren in Thüringen zur Modernisierung anstehen, ließe sich mit neuer Öl-Brennwerttechnik Potenziale bei Energieeinsparung und CO2-Minderung erschließen. „Dabei sind Investitionskosten für die Heizungserneuerung mit Öl-Brennwerttechnik in Höhe von im Schnitt 8500 Euro sehr moderat im Vergleich zu Maßnahmen wie Wärmedämmung oder Fensteraustausch“, betonte Küchen.
Steuerbonus für schwefelarmes Heizöl Schwefelarmes Heizöl wurde ursprünglich speziell für Öl-Brennwertgeräte entwickelt. Doch ihre Vorteile kann die neue Heizölqualität ebenso gut in konventionellen Öl-Niedertemperaturkesseln ausspielen. Die Heizgeräteindustrie empfiehlt deshalb schwefelarmes Heizöl ausdrücklich für alle Ölheizgeräte. Schwefelarmes Heizöl verbrennt nahezu rückstandsfrei. Mit maximal 50mg/kg Schwefelanteil liegt das neue Heizöl auf dem Niveau von Erdgas. Es garantiert eine gleichbleibend optimale Energieausnutzung und verringert zudem den Wartungsaufwand bei Kessel und Brenner und erhöht die Lebensdauer der Heizanlage.
Die Bundesregierung hat vor diesem Hintergrund im Biokraftstoffquoten¬gesetze bereits eine Steuerspreizung je nach Schwefelgehalt des Heizöls umgesetzt: Danach wird ab Januar 2009 das konventionelle Heizöl mit 1,5 Cent je Liter höher belegt, der Mineralölsteuersatz für schwefelarmes Heizöl bleibt unverändert. Die gemeinsamen Anstrengungen um die forcierte Verbreitung der Öl-Brennwerttechnik werden von der Bundesregierung darüber hinaus durch die Förderprogramme „CO2-Gebäudesanierung“ und „Wohnraum Modernisieren“ der staatlichen Förderbank (KfW) unterstützt.
Ab 2008 flächendeckende Versorgung Die Mineralölwirtschaft hat zugesagt, bis zum 1. Januar 2009 „Heizöl EL schwefelarm“ bundesweit flächendeckend zur Verfügung zu stellen. Viele Raffinerien in Deutschland investieren bereits in zusätzliche Entschwefelungsanlagen. Rund 600 Heizölhändler vertreiben aktuell die schwefelarme Heizölsorte (Händlerverzeichnis unter www.oelheizung.info). „Wir setzen alles daran, dass schon ab 2008 jeder Kunde in Thüringen einen Lieferanten im Umkreis von maximal 35 bis 50 Kilometern findet“, versichert Dr. Jörg Lenk, Geschäftsführer des Verbands für Energiehandel Südwest-Mitte e.V. (VEH).