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Trotz allgemeiner steigender Auftragszahlen im Handwerk und konjunkturellem Aufschwung, mahnen die Verbände des Bayerischen Zimmerer- und Holzbaugewerbes (VBZH) zur Vorsicht.

Nach Einschätzung des VBZH-Hauptgeschäftsführers Wolfgang Strauß sind die Betriebe nur noch bis zu den kommenden Sommerferien ausgelastet. Der Auftragsbestand liegt derzeit bei durchschnittlich nur noch sieben Wochen. Zu Quartalsbeginn lag er noch bei neun Wochen. „Der Bau boomt nicht, die derzeitige Auftragslage gibt Grund zur Sorge“, so Strauß.

Ursache sei in erster Linie der Rückgang an Neubauten aufgrund der gestrichenen Eigenheimzulage. Die dadurch entstehenden Rückgänge könnten im Moment nicht mit Gewerbebauten und Modernisierungsaufträgen wett gemacht werden. Sorgen bereitet den Zimmerern zudem auch der starke Rückgang der Baugenehmigungen für Ein- und Zweifamilienhäuser. Die Flaute auf dem Bau wird durch den jüngst vorgelegten Konjunkturbericht des Bayerischen Industrie- und Handelskammertages bestätigt. Demnach gab es im vergangenen Jahr beim privaten Wohnungsbau Vorzieheffekte, um der Mehrwertsteuererhöhung zu entgehen. Zu schaffen macht den bayerischen Zimmerern auch eine geringe Nachfrage beim energetischen Nachrüsten von Wohn- und Gewerbegebäuden. Entgegen aller Erwartungen gab es nur wenige Aufträge. Dabei wäre der Bedarf zum Nachrüsten hoch: Derzeit sind nach einer Schätzung der Verbände nur zwölf Prozent aller Gebäude in Bayern nachgerüstet.

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) äußerte sich auf Nachfrage ebenfalls zu dem Thema: "Nach wie vor wird die Geschäftslage im Bauhandwerk von der überwiegenden Mehrheit der Betriebe als gut bzw. zufrieden stellend eingestuft.“, so Pressesprecher Alexander Legowski. Einzelne Berufe, wie z.B. die Zimmerer, seien aber stärker vom Wegfall der Sondereffekte des letzten Jahres (Sicherung der Eigenheimzulage und Vorzug der Bauvorhaben wg. Erhöhung der Mehrwertsteuer) betroffen. Hinzu kommt, so Legowski, die Tatsache, dass die Zimmerer nicht in gleichem Maße wie andere Berufe von der energetischen Gebäudesanierung bzw. dem dynamischen Wirtschaftsbau profitieren.

Um die schwierige Situation der Branche nicht zu verschärfen, warnt Wolfgang Strauß vor weiteren Lockerungen beim Thema Arbeitnehmerfreizügigkeit: „Wir können nicht Billiglohnanbieter aus den Nachbarländern holen, wenn bei uns ohnehin die Jobs gefährdet sind.“ Er plädiert daher für die Einhaltung einer Übergangsfrist bis 2011. Um einen Facharbeitermangel auszugleichen, wollen die Verbände des Bayerischen Zimmerer und Holzbaugewerbes mehr Jugendlichen einen Ausbildungsplatz bereitstellen. Weitere Chancen für den Markt sieht Strauß bei der Lockerung des derzeitigen Arbeitnehmerüberlassungsverbotes und der Entbürokratisierung der Kollegenhilfe.
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