Bundeskanzlerin Angela Merkel hat auf dem gestrigen Energiegipfel im Kanzleramt klar und deutlich den Kurs vorgegeben, um die verbindlichen Klimaschutzziele des EU-Frühjahrsgipfels in Deutschland umzusetzen.
Pläne zur Verbesserung der Effizienz durch Gebäudedämmung sind ein wichtiges Thema.
Der Ausbau der Erneuerbaren Energien ist unerläßlich um die Klimaschutzziele zu erreichen.
"Die Bundeskanzlerin hat sich von den Energiekonzernen nicht vom richtigen Kurs abbringen lassen. Wir begrüßen den Gleichklang zwischen internationalen und nationalen Schritten zum Klimaschutz. Die Unternehmen der Erneuerbaren Energien unterstützen die Kanzlerin bei der notwendigen Umsetzung von 3 mal 20 bis 2020", erklärte Frank H. Asbeck, Vorstand der SolarWorld AG nach dem Gipfel.
Der Kurs der Bundesregierung entspricht den Planungen der Erneuerbaren-Energien-Branche. Diese Ziele sind nicht nur für den Klimaschutz, sondern auch für eine sichere, importunabhängige Energieversorgung der richtige Weg. "Deutschland kann diese Ziele gemeinsam mit verstärkten Anstrengungen im Bereich der Energieeffizienz durch den Ausbau Erneuerbarer Energien erreichen. Wir brauchen keine Laufzeitverlängerungen der Atomkraftwerke. Erneuerbare Energien kompensieren den Wegfall der Kernkraft und machen den Neubau von Großkraftwerken überflüssig", betonte Ulrich Schmack, Vorstand der Schmack Biogas AG.
Die anstehende Gesetzgebung - insbesondere das angekündigte Klimaschutzbeschleunigungsgesetz - muss verlässliche Rahmenbedingungen für den Ausbau Erneuerbarer Energien formulieren. "Im Strombereich erwarten wir eine Fortsetzung des erfolgreichen Erneuerbare-Energien-Gesetzes. Für den Heizungsbereich brauchen wir ein Wärmegesetz für Erneuerbare Energien. Und im Verkehrssektor müssen neben einem weiteren Ausbau der Biokraftstoffe innovative Konzepte wie die Elektromobilität in die Gesetzgebung einfließen, erklärte Aloys Wobben, Geschäftsführer der Enercon GmbH.
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) begrüßte die Ankündigung von Bundeskanzlerin Angela Merkel, den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung und der erneuerbaren Energien im Wärmebereich mit einem „Energie- und Klimaschutzgesetz“ voran zu bringen. Das Ziel, die Energieeffizienz um jährlich drei Prozent zu steigern, sei ambitioniert und auch erreichbar. Die Pläne zur Verbesserung der Effizienz von Kraftfahrzeugen, zur Gebäudedämmung und zur Förderung des Energiesparens in Privathaushalten wiesen ebenfalls in die richtige Richtung. Der Umweltverband kritisierte, dass drei Energiegipfel nötig gewesen seien, um längst überfällige Energiesparmaßnahmen anzukündigen. Das Klimaschutzgesetz müsse jetzt schnell kommen.
Angelika Zahrnt, BUND-Vorsitzende: „Frau Merkel scheint verstanden zu haben, dass wirksamer Klimaschutz nur gegen die Interessen der großen Stromkonzerne möglich ist. Wer siebenundzwanzig neue Kohlekraftwerke plant und Verlängerungen der Laufzeit von Atomkraftwerken fordert, kann es mit dem Klimaschutz nicht wirklich ernst meinen. Die Bundesregierung muss handeln und ihre Energiepolitik neu ausrichten. Anstatt seine Energie für die Atomkraft zu vergeuden, muss Bundeswirtschaftsminister Michael Glos endlich dafür sorgen, dass die Energievergeudung ein Ende hat.“