Zunehmend mehr Deutsche planen Investitionen in ihren Bädern, die oft technisch und auch vom Komfort her nicht mehr der Zeit entsprechen.
Der generelle Anspruch der Deutschen an den Komfort im Bad ist deutlich gestiegen.
Auch erneuerbare und effizientere Energien ziehen verstärkt in die Häuser ein. Auf die SHK-Branche rollt damit langsam eine überfällige Auftragswelle zu – und das SHKGforum im Rahmenprogramm der Messe für Sanitär, Heizung, Klima und Gebäudeautomation SHKG (24. bis 27. Oktober 2007) möchte Handwerksbetrieben maßgeblich den Weg in diesen Zukunftsmarkt zeigen.
Lange rangierte das Bad im Wohlfühlbewusstsein der Deutschen hinter Wohnstube, Küche und Schlafgemach. Man investierte in Schrankwände, Kuschelmatratzen und Geschirrspüler – und plötzlich spürt man ein Behaglichkeitsdefizit zwischen Wanne und WC. Die Zufriedenheit der Deutschen mit ihren Bädern ist spürbar rückläufig. Eine repräsentative Verbraucherstudie durch die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in 34 Millionen deutschen Privathaushalten ergab, dass 52 Prozent der Bundesbürger ihr Erstbad seit dem Bau oder Bezug ihres Hauses noch nicht renoviert haben. Fast jeder Zweite sogar seit über 15 Jahren nicht.
Laut GfK gilt das vor allem für die Themen „Altersgerechte Ausstattung“ sowie „Fitness+Wellness“. Gewachsen ist zudem der generelle Anspruch der Deutschen an den Komfort im Nassbereich, zumal sie im Schnitt immer älter werden. Jeder Vierte im Land ist entsprechend der Studie heute der Meinung, sich in seinem Bad „ganz und gar wohlfühlen“ zu wollen, lehnt also Abstriche zugunsten anderer Aspekte ab. Vor allem möchte eine klare Mehrheit den eigenen Sanitärbereich gerade auch im Alter „uneingeschränkt nutzen“ können. Offenkundig ist man immer weniger zu Zugeständnissen bereit und plant mittlerweile eine Modernisierung und Renovierung.
Wohlfühlfaktor bricht Modernisierungsstau „Der von der Sanitärwirtschaft seit mehreren Jahren registrierte Modernisierungsstau ist also eine nachgewiesene Realität“, unterstreicht Jens Wischmann, Geschäftsführer der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) in Bonn. Er macht das auch an der momentanen Auftragslage seiner Branche fest. Denn erstmals konnten die Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnikfirmen 2006 den „lange erhofften und verdienten Aufschwung“ melden. Da sich zugleich der Export mit einem zweistelligen Plus noch erheblich dynamischer entwickelte, erzielten die mittelständischen Unternehmen letztes Jahr ein Umsatzplus von 4,2 Prozent.
Der Branchenumsatz wuchs auf 14,7 Milliarden Euro und damit deutlich stärker als prophezeit, so Wischmann, der zu diesem Komplex auch auf dem 2. SHKGforum während der Leipziger Fachmesse SHKG ausführlich berichten wird. Die Leipziger Messeleitung hat auf diese Entwicklung reagiert und das Forum unter den erweiterten Titel „SHKG-Märkte und Energieeffizienz durch moderne Anlagentechnik“ gestellt.
Die Prognosen signalisieren für 2007 die gleiche Tendenz wie im Vorjahr – einen moderaten Nachfrageanstieg im Inland sowie einen anhaltend kräftigen Aufwärtstrend im Ausland. Die Mehrwertsteuererhöhung zu Jahresbeginn erweise sich hierbei als „kein wirkliches Problem“, beobachtet der Verbandsexperte, auch unter Verweis auf die neuen Bundesländer. Denn gerade hier wittern die SHK-Fachbetriebe knapp zwei Jahrzehnte nach der Wende ein nahendes Erneuerungs- und Modernisierungsgeschäft gerade in den Bädern.
Energiegeladene drei Tage Die dreitägige Fachveranstaltung mit Konferenzen, Vorträgen, Seminaren und Diskussionen spannt den Bogen über alle Sparten der Branche. Die Themenpalette reicht von der Energieeffizienz im Gebäudebereich über den forcierten Einsatz regenerativer Ressourcen bis zur Präsentation modernster Technologien auf dem Gebiet von Haustechnik und Gebäudeautomation. Stichworte, die in den prominent besetzten Runden beleuchtet werden, sind beispielsweise der EnEV-Energieausweis, die Energieberatung als Aufgabe des Handwerks, Heizen und Kühlen mit Umweltwärme (Wärmepumpen), bivalente solarthermische Anlagen, Kraft-Wärme-Kopplung durch stromerzeugende Heizung für das Einfamilienhaus, Energie Contracting, Energieeffizienz durch Kalkschutz sowie Markt und Technik der Photovoltaik.
Mit mehreren Veranstaltungen und Vorträgen beteiligt sich erneut der Bundesindustrieverband Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik e.V. (BDH) aus Köln am 2. SHKGforum. „Energieeffizienz und erneuerbare Energien in Gebäuden sind der Schlüssel für die Erreichung der anspruchsvollen Energie- und umweltpolitischen Ziele der Bundesregierung“, betont BDH-Geschäftsführer Andreas Lücke. „Zugleich bieten sich durch die steigenden Investitionen der Hauseigentümer in moderne Heizungstechnik – und besonders in Solarthermie, Wärmepumpen und Holzpelletsheizungen – für die Handwerksbetriebe der neuen Bundesländer exzellente Chancen“, hebt er hervor. Da sich auch das 2. SHKGforum diesen wichtigen Geschäftsfeldern widme, rät Lücke eindringlich zum Besuch der Leipziger Fachmesse SHKG als dem größten ostdeutschen Branchentreff.