Mitte Juli erfolgte der offizielle Spatenstich für die erste Biogasanlage der E.ON Avacon AG und der Schmack Biogas AG. Das Gemeinschaftsprojekt wird in Steyerberg nahe Nienburg errichtet und ist ein Pilotprojekt der beiden Partner.
Das Anlagensystems COCCUS® Titan von Schmack.
Für Dr. Thomas König, Vorstandsvorsitzender von E.ON Avacon, bietet Biogas optimale Möglichkeiten, um alternative Energiequellen zu erschließen. „Es ist für uns auch deshalb besonders attraktiv, weil eine Biogasanlage zugleich Gas, Strom und Wärme liefert. Mit der Schmack Biogas AG haben wir als Partner einen der Treiber in Deutschland in Sachen Biogas an unserer Seite, als Marktführer bringt er hier sein Know-how und seine Erfahrungen ein.“
Durch die Kooperation des Energieversorgers mit dem Anlagenhersteller erhofft man sich Synergieeffekte. Die Aufgaben sind dabei klar geteilt: der Bau und die Betriebsführung der Biogasanlage wird von Schmack Biogas durchgeführt, E.ON Avacon errichtet das Blockheizkraftwerk sowie die Wärmeauskopplung beim Kunden und übernimmt die kaufmännische Betriebsführung der Gesellschaft. Damit ist gewährleistet, dass beide Partner ihr Fachwissen optimal in das Projekt einbringen.
Das produzierte Gas wird über eine Leitung zum 700 Meter entfernten Betriebsgelände des Chemiewerkes Oxxynova transportiert. Ein neu errichtetes Blockheizkraftwerk mit 1,4 Megawatt elektrischer Leistung erzeugt aus dem Biogas Strom und Wärme. Beides setzt Oxxynova dann im Produktionsprozess ein. Die Firma produziert und vermarktet Dimethylterephthalat (DMT). DTM ist Grundstoff zur technischen Herstellung von Polyestern (z. B. für Folien, PET-Flaschen und Textilien).
Bei Anlagen dieser Größenordnung ist ein Kunde mit einem großen Wärmebedarf von Vorteil, um die erzeugte Wärmemenge von mehr als elf Millionen Kilowattstunden zu nutzen. Ulrich Schmack, Vorstandsvorsitzender der Schmack Biogas AG: „Wir freuen uns natürlich, dass E.on Avacon mit uns den Einstieg in die Biogaserzeugung wagt. Durch die gezielte Vermarktung von Wärme gehen wir von einer hervorragenden Wirtschaftlichkeit der Anlage aus.“ Betrieben wird die Biogasanlage ausschließlich mit nachwachsenden Rohstoffen, die Landwirte aus der nähren Umgebung liefern. Rund 24.000 Tonnen Substrat werden pro Jahr benötigt. Das entspricht einer Anbaufläche von 600 Hektar. Daraus erzeugt die Anlage etwa elf Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr und kann damit den Jahresbedarf von über 3.000 Haushalten liefern.