Energetische Betrachtungen
Der Einsatz von wärmepumpenbetriebenen Heizungs- und Brauchwasserbereitungsanlagen verlangt von den beauftragten Installateuren großes Fachwissen und Systemdenken. Denn es gilt bereits bei der Heizungsplanung, nicht nur die technischen Standards und baulichen Rahmenbedingungen, sondern auch die Kundenanforderungen zu berücksichtigen. So steigen die Komfortansprüche speziell bei der Warmwasserbereitung ständig. Gab man sich bis dato mit einer Warmwasserzapfung von 150 Litern in 10 Minuten zufrieden, so steigt dieser Wert durch den Einbau von „Erlebnisduschen" und Whirlpools stark an. Wobei große Zapfraten bei gleichmäßiger Auslauftemperatur gefordert werden. In der Praxis hat sich eine Speichertemperatur von 50 °C als Idealwert erwiesen, da bei diesem Temperaturniveau die Verkalkungsgefahr des Wärmeaustauschers auf ein Minimum reduziert wird und mit keinen Komforteinbußen zu rechnen ist. Dennoch, der Ruf nach einer
effizienten Brauchwasserbereitung wird immer lauter, stellt sie ja neben der Raumwärmeerzeugung das größte Energieeinsparungspotential für den privaten Haushalt dar. Es liege daher auf der Hand, das Warmwasser mit alternativen Systemen zu bereiten, um damit die jährlichen Betriebskosten zu senken. Aber garantiert auch der Einsatz von alternativen Technologien eine kostengünstige und wirtschaftliche Brauchwasserbereitung? Die folgenden Gedanken sind der Wärmepumpentechnologie gewidmet, einer Technologie, mit der man nicht nur heizen oder kühlen, sondern auch wirtschaftlich das Warmwasser in den Sommermonaten bereiten kann.
Warmwassererzeugung mit Brauchwasserwärmepumpen

Ein Wärmepumpenspeicher mit ca. 300 Litern Inhalt ist die optimale Ergänzung zu jedem konventionellen Heizsystem. In Zeiten, in denen nicht geheizt werden muss, erzeugt die Wärmepumpe das Brauchwasser zu 1/3 mit Strom. Die restlichen 2/3 werden aus der kostenlos zur Verfügung stehenden Umweltwärme (z.B. Luft in Kellerräume) gewonnen. Die wirtschaftliche Einsatzgrenze liegt bei einer Luftansaugtemperatur von +8°C. Richtig geplante und eingestellte Brauchwasserwärmepumpen können eine jährliche Arbeitszahl von ca. 3 erreichen. Das bedeutet, dass aus einem Schilling Strom drei Schilling warmes Wasser produziert werden können.
Warmwassererzeugung mit Heizungswärmepumpen
Wird ein Gebäude monovalent mit einer Erdreichwärmepumpe beheizt (Sole- bzw. Direktverdampfungsmaschine), so erfolgt die Warmwasserbereitung in den Sommermonaten in der Regel über die Wärmepumpenanlage. Im Sommer ist jedoch das Erdreich deutlich kühler als die durchschnittliche Außentemperatur - geringere Arbeitszahlen im Vergleich zu Wärmepumpenspeichern sind die Folge. Neben dem Temperaturniveau des Wärmequellensystems ist aber auch das sogenannte „Taktverhalten“ - das Ein- und Ausschalten des Kompressors - ein wesentlicher Einflussfaktor für einen wirtschaftlichen Wärmepumpenbetrieb. Ähnlich wie ein PKW, der unmittelbar nach dem Motorstart mehr Treibstoff verbraucht, hat auch eine Wärmepumpe in der Anlaufphase eine schlechtere Leistungszahl. Solemaschinen erreichen bereits 1 bis 2 Minuten nach Kompressorstart einen optimalen Betriebszustand, Direktverdampfungsmaschinen benötigen bis zu 20 Minuten. Im Vergleich dazu beträgt die Aufheizzeit eines Warmwasserspeichers je nach Ladezustand, Speichervolumen, Wärmeaustauscherdimensionierung und Kompressorleistung 10 bis 20 Minuten. Wird eine Erdreichwärmepumpe in den Sommermonaten ausschließlich für die Brauchwasserbereitung eingesetzt, so arbeiten Direktverdampfungsmaschinen im Gegensatz zu Solemaschinen nur suboptimal. Eine Trennung von Heizung und Brauchwasserbereitung ist daher speziell bei Direktverdampfungsmaschinen anzustreben.
Resümee und abschließende Bemerkungen
Neben oben dargestellten Einflussfaktoren sind darüber hinaus noch das Benutzerverhalten, die Planungs- und Ausführungsqualität von Wärmequellen- und Wärmenutzsysstem Garanten für geringe Brauchwasserkosten. Die Vaillant-Systemtechnik stellt die Optimierung der gesamten Wärmepumpenanlage in den Vordergrund und bietet für jede Anwendung eine maßgeschneiderte Lösung.
Nicht die Art des Energieträgers entscheidet über Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit einer Heizung, sondern die richtige Komponentenauswahl, die Art und Weise der Heizungseinbindung und nicht zuletzt auch die Qualität der Gebäudehülle. Erst wenn alle Systemkomponenten einer Wärmepumpenanlage vor Ort aufeinander abgestimmt sind, kann von einer effizient betriebenen Wärmepumpenanlage gesprochen werden. Vaillant bietet daher eine bereits im Kaufpreis enthaltene Inbetriebnahme und Feinabstimmung für alle Heizungswärmepumpen der Premiumlinie an. Durchgeführt wird diese umfassende Inbetriebnahme durch den geschulten werkseigenen Kundendienst.