Eva Paulus hat vor kurzem ihre dreieinhalbjährige Berufsausbildung zur Anlagenmechanikerin für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik abgeschlossen. Seit einiger Zeit ist die 19-jährige als Jungmonteurin in Würzburg angestellt.
Eva Paulus, Anlagenmechanikerin für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Foto: Geberit
Zu Ihrem Tagesgeschäft gehören der Einsatz von Geberit Systemtechnik zur Badsanierung, für die Heizungserneuerung, die Hausinstallationen oder für Wartungen im Hausnetz ebenso, wie die Energieberatung und die Installation von Anlagen zur Nutzung von regenerativen Energien. Ein Gespräch/Interview mit der Jungmonteurin über Ihren Arbeitsplatz in einer Männerwelt:
Eva, wie verlief dein beruflicher Werdegang bisher? „Nach dem qualifizierten Hauptschulabschluss im Jahr 2003 habe ich die dreieinhalbjährige Ausbildung zur Anlagenmechanikerin für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik begonnen. Dazwischen habe ich den kleinen Elektroschein gemacht und an verschiedenen Schulungen für regenerative Energien, Heizungs- und Klimatechnik teilgenommen. Seit April arbeite ich als Jungmonteurin bei der Firma Meister Sanitär-Technik GmbH in Würzburg.“
Wie kam dein Berufwunsch bei deiner Familie an? „Nach einiger Überzeugungsarbeit konnte ich meine gesamte Familie von meinem Berufswunsch überzeugen. Obwohl meine Mutter anfangs noch Bedenken hatte. Den Ausschlag für meine Berufsentscheidung hat dann die Selbstständigkeit meines Vaters gegeben. Ich durfte öfters mal mit zu Kunden fahren und mir ein Bild über diesen Beruf machen.“
Was macht dir an deinem Job so richtig Spaß? „Die Technik zu verstehen, Systeme zu durchschauen, der tägliche Kontakt mit Kunden und der Reiz, deren Probleme zu lösen. Dieser Beruf ist so vielseitig und interessant.“
Wie wirst du von den männlichen Kollegen aufgenommen? „Am Anfang dachten sie: hier kommt ein verwöhntes Mädchen, die nicht zupacken kann. Das hat sich jedoch schnell geändert, da ich gut zupacken kann und mir keine Arbeit zu schmutzig ist. Man muss die meisten Männer erst von seinem Können überzeugen. Danach läuft alles glatt.“
Auf was könntest du in deinem Job auch verzichten? „Auf Rohrverstopfungen - vor allem im Toilettenbereich.“
Waren Fragen, wie "wo ist eigentlich die Frauentoilette" je ein Problem? „Nein, da meine Firma renoviert wurde und meine Bedürfnisse gleich eingeplant wurden. Außerdem bin ich auf Baustellen nicht so zimperlich.“
Wie sehen denn deine beruflichen Ziele aus? „Ich möchte meinen Meistertitel erlangen und in die Selbstständigkeit gehen. Ich habe mich schon zur Meisterprüfung im September 2008 in München angemeldet.“
Fühlst du dich noch als Exotin in deinem „Männerjob“ "? „Nein. Für mich ist es eine ganz normale Sache, für andere allerdings oft nicht. Ich möchte mit meinem Job auch anderen Mädchen, die sich für Männerberufe interessieren zeigen, dass sie sich den Mut nicht nehmen lassen sollen in eine technisch orientierte Männerwelt einzusteigen und manche Hürde zu überspringen.“