Melanie Huber ist Auszubildende im zweiten Lehrjahr bei Geberit in Pfullendorf. Die 19-jährige wird beim europäischen Marktführer in der Sanitärtechnik zur Werkzeugmechanikerin ausgebildet, einst ein typischer Männerberuf.
Melanie Huber, Auszubildende zur Werkzeugmechanikerin bei Geberit. Foto: Geberit
Nach ihrer Ausbildung besteht Melanies Arbeit in der Herstellung, Wartung oder Reparatur von Spritzgießwerkzeugen. Ein Gespräch mit der Auszubildenden über Ihren Ausbildungsplatz in einer klassischen Männerdomäne:
Hat deine Familie deine Berufsentscheidung von Anfang an unterstützt? „Meine Mutter hat mich immer unterstützt und auch aus meinem Umfeld waren alle begeistert.“
Was wolltest du eigentlich als Kind mal werden? „Erfinderin! Ich wollte immer einen Roboter erfinden, der mein Zimmer aufräumt. Das Projekt scheiterte allerdings.“
Hast du deine Berufsentscheidung, die Ausbildung zur Werkzeugmechanikerin, je bereut? „Nein, meine Entscheidung habe ich nie bereut und ich glaube nicht, dass ich die Entscheidung, Werkzeugmechanikerin zu lernen, bereuen werde. Ich habe einen klasse Ausbilder, dazu noch einen super Kollegen und jede Menge Spaß an meinem Beruf.“
Wie kommst du mit den männlichen Kollegen bei der Arbeit zu Recht? „Da herrscht ein angenehmes Klima und ich komm mit den Kollegen auch gut aus. Am Anfang war es sicher etwas ungewohnt. Aber im Laufe der Zeit wurde es immer besser.“
Welche Unterstützung erhältst du in deinem „Männerjob“ von deinem Arbeitgeber Geberit? „Schon am ersten Tag wurde uns neuen Azubis im Einführungsseminar alles gezeigt, auch die Frauenumkleiden mit Toiletten. Für Geberit ist das selbstverständlich. Hier werde ich gleich behandelt, wie alle anderen auch. Und wenn ich Probleme haben sollte, dann bekomme ich auch die entsprechende Unterstützung.“
Nervt es dich eigentlich immer wieder auf deine Sonderstellung als Frau im „Männerjob“ angesprochen zu werden? „Ja definitiv. Ich finde es eindeutig übertrieben ständig hervorgehoben zu werden, nur weil ich eine Frau bin und nun mal den Beruf der Werkzeugmechanikerin erlerne. Für mich ist mein Beruf das normalste auf der Welt. Der gehört zu meinem Leben, als ob ich nie etwas anderes gemacht hätte.“