Die Ansprüche waren hoch, als man sich vor zwei Jahren bei Hagemeister, eines der größten Klinkerwerke Europas, auf die Suche nach einem innovativen, individuell zugeschnittenen Heizungssystem machte. Fündig wurde das Unternehmen in Ludwigshafen.
Die zehn Meter hohe Fertigungshalle des Klinkerherstellers Hagemeister wird durch zwei Hochleistungs-Heizungen, Typ Optima, der Firma Kübler GmbH aus Ludwigshafen beheizt. Die innovative Infrarottechnologie sichert dem Unternehmen rund 50% Energieeinsparung gegenüber konventionellen Systemen. Foto: Kübler
Die auf Infrarottechnologie basierenden Hallenheizungssysteme der Firma Kübler verringern die Feinstaubbelastung, sparen Energie und erzeugen die Wärme genau dort, wo sie gebraucht wird: am Arbeitsplatz.
Vor mehr als 100 Jahren begann die Erfolgsgeschichte des westfälischen Klinkerwerks Hagemeister – damals mit klassischem Ringofen. Heute wird mit moderner computergesteuerter Ofentechnik gebrannt, aber immer noch nach alten Rezepturen und dem Wissen der damaligen Brennmeister. Fassaden- und Pflasterklinker, Verblendklinker, Klinkerfertigteile und individuell gefertigte Formklinker in über 300 Farbnuancen, unzähligen Formen und Formaten sind die Produkte, mit denen das Unternehmen sein weltweites Renommee geschaffen hat. „Inzwischen reicht die Kapazität der Brennöfen aus, um jedes Jahr eine Kleinstadt mit 10.000 Einfamilienhäusern zu erbauen“, sagt Norbert Hagemeister, geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens. Doch mit Produkten von Hagemeister werden bei weitem nicht nur Einfamilienhäuser gebaut: Einkaufszentren, Bürotürme und gepflasterte Flächen mit den Klinkern aus Westfalen finden sich in ganz Europa, mittlerweile sogar in Asien.
Das inzwischen in vierter Generation geführte Familienunternehmen setzt in seiner Produktion auf Effizienz und Nachhaltigkeit. Als man sich bei Hagemeister für den Kauf eines neuen Heizsystems entschied, hatte man sehr klare Vorstellungen, welche Kriterien es erfüllen sollte. Norbert Hagemeister dazu: „Die neue Heizung musste in unsere Philosophie passen. Das heißt, deutlich Ressourcen schonender sein als die bisherigen Geräte. Außerdem war für uns entscheidend, dass die Staubbelastung durch Luftverwirbelungen nicht zusätzlich im wahrsten Sinne des Wortes angeheizt wird.“
Die Entstehung von Feinstaub ist bei der Klinkerproduktion ein Standardthema, auch für die Heizgeräte selbst. „Das neue System sollte relativ unempfindlich gegenüber dem hohen Staubaufkommen sein, ohne dass ständig gewartet werden muss“, formuliert Norbert Hagemeister und nennt ein weiteres Problem: „Bei Hagemeister steht das große Tor fast immer offen, fortwährend werden große Mengen an kaltem, feuchtem Tonmaterial in die Halle gebracht.“ Eine nicht gerade Ressourcen schonende Ausgangssituation. Wärme, die nicht durch das offene Tor entweicht, und ein Heizungssystem, dem auch der Feinstaub nichts anhaben kann, musste her. Die Entscheidung fiel für die Heizungslösung des Infrarotspezialisten Kübler. Bereits in der dritten Heizperiode wird die zehn Meter hohe Fertigungshalle bei Hagemeister nun durch zwei Hochleistungs-Infrarotheizungssysteme, Typ Optima, aus Ludwigshafen beheizt.
Die Vorteile der Infrarottechnologie für den Klinkerwerkbetreiber liegen auf der Hand, erläutert Frank Fiedler, zuständiger Projektleiter bei Kübler: „Es gibt keine Luftfilter, die mit Feinstaub verstopfen könnten und dadurch fortlaufend hohe Wartungskosten produzieren. Und es gibt keine die Gesundheit der Arbeiter belastenden Staubaufwirbelungen wie bei konventionellen Luftheizungen.“ Die Feinstaubbelastung für den Arbeiter ist so deutlich geringer. Hinzu kommt das überzeugende Prinzip Infrarot. Denn Infrarotstrahlen produzieren keine heiße Luft, sondern ähneln in ihrer Wirkungsweise dem natürlichen und angenehmen Wärmeprinzip der Sonne: Sie wirken direkt auf die Oberfläche der Körper und Gegenstände. Von dort aus wird die Wärme reflektiert und erst sekundär an die Luft abgegeben. „Dieses Prinzip ist auch bekannt von den Heizstrahlern in Gastronomie oder Stadien und sogar aus dem eigenen Badezimmer“, veranschaulicht der Projektleiter. „Überall dort, wo die erwärmte Luft schnell entweichen würde, sind Infrarotheizsysteme die ideale Lösung.“
Und noch einen weiteren Vorteil haben die neuen Heizsysteme für das Familienunternehmen im westfälischen Nottuln: Die kalten, feuchten Tonmaterialien sind sehr unangenehm zu bearbeiten. Da ist die schnelle Wärme der Infrarotheizsysteme, die direkt auf das Material trifft, ein großer Pluspunkt, denn Ton und Ähnliches werden nicht durchgewärmt, sondern nur an der Oberfläche erhitzt. Das macht die Arbeit für die Mitarbeiter deutlich angenehmer.
Für Hagemeister rechnet sich die Investition. Weil weniger Warmluft durch das offene Tor entweicht und nicht ständig nachgeheizt werden muss, können bis zu 50 Prozent Energiekosten gegenüber konventionellen Luftheizungen eingespart werden. Das entlastet nicht nur die Geschäftskasse, sondern auch die Umwelt. „Wir setzen bei Hagemeister ganz klar auf Nachhaltigkeit“; begründet Norbert Hagemeister seine Entscheidung. „Dass wir mit den neuen Infrarotheizsystemen gleichzeitig Kosten und Ressourcen sparen und damit die Umwelt schonen, war uns sehr wichtig.“ Mit dem neuen Infrarotheizungssystem sei das Unternehmen einfach optimal bedient und habe die Abschaffung der konventionellen Luftheizungen nie bereut. „Zudem wurden wir vom Projektleiter bei Kübler erstklassig beraten und betreut, so dass Montage und Inbetriebnahme problemlos und schnell verliefen“, ergänzt der Geschäftsführer.