Billig will ich, denn man ist doch nicht blöd als Verbraucher. Doch für manches Schnäppchen gilt: Mehr Schein als Sein. In der Verpackung verbirgt sich dann ein Kuckucksei der Produkt- und Markenpiraten. Und dann kann billig sehr teuer werden.
Dabei geht der Verbraucher insbesondere bei Plagiaten und Fälschungen von Medikamenten und technischen Produkten hohe Risiken ein. Um die Gewinnspanne zu erhöhen, ignorieren die Fälscher häufig die grundlegenden Anforderungen der Produkt- und Gerätesicherheit. Wie sich solche unliebsamen Überraschungen vermeiden lassen, zeigt der Verbraucherleitfaden "Schutz vor Produkt- und Markenpiraterie", den die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) jetzt herausgegeben hat.
Der Leitfaden für Verbraucher aus dem privaten und gewerblichen Bereich entstand im Rahmen der Studie "Möglichkeiten der Qualitätssicherung und -erkennung von Migrationsprodukten unter Berücksichtigung neuer Technologien", die das Institut ASER e.V. an der Bergischen Universität Wuppertal im Auftrag der BAuA durchgeführt hat.
Mittlerweile sind nicht nur Luxusartikel, sondern Produkte aller Branchen vom Problem der Produkt- und Markenpiraterie betroffen. Der Bogen spannt sich vom Haushaltartikel und Kinderspielzeug über Kosmetik und Medikamente bis hin zu Werkzeugen, Ersatzteilen und Maschinen. Insgesamt schätzt der Deutsche Industrie- und Handelstag den volkswirtschaftlichen Schaden durch Produktpiraterie in Deutschland auf jährlich etwa 30 Milliarden Euro. Auch der Verbraucher macht kein gutes Geschäft, wenn er für schlechte Produktqualität zahlt. Zudem ist die Gewährleistung bei Reklamationen garantiert ausgeschlossen. Zölle oder Bußgelder, die die Behörden auch nachträglich erheben können, machen die Schnäppchenjagd letztlich zu einem teuren Vergnügen.
Damit sich Käufer vor Fälschungen und Plagiaten schützen können, gibt der Leitfaden Hinweise und Ratschläge. Bei sehr günstigen Angeboten im Internet, auf Flohmärkten oder bei Straßenverkäufen insbesondere in Urlaubsländern sollte der Käufer genau hinschauen. Fehlende oder fehlerhafte Produktinformationen und Garantieerklärungen gehören zu den deutlichen Warnsignalen. Andererseits werden Produktkennzeichen wie die europäische Konformitätserklärung "CE" oder das GS-Zeichen häufig gefälscht oder missbraucht. Über die ebenfalls im Rahmen des Forschungsprojektes entwickelte Internetplattform www.produktpiraterie.org besteht ein Zugang zu Datenbanken mit Produkten, bei denen gefälschte Kennzeichnungen entdeckt wurden. Zudem gibt die Broschüre Tipps für betrogene Verbraucher und führt in die Rechtssituation ein. Ausführlich stellt der Leitfaden Sicherungsmittel vor, mit denen sich Originale eindeutig identifizieren lassen.
Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hat in einem Forschungsprojekt versucht, die Möglichkeiten zur Kennzeichnung fälschungssicherer Produkte umfangreich für Hersteller, Importeure, Händler und Verbraucher darzustellen und auch deren Praktikabilität als Erkennungszeichen für gute Verbraucherprodukte aufzuzeigen. Der Leitfaden ist eine kurze Interpretation der Ergebnisse.
Der Verbraucherleitfaden Schutz vor Produkt- und Markenpiraterie kann kostenlos als PDF
hier im Internet heruntergeladen werden oder als Broschüre ganz einfach
hier per EmailFormular bestellt werden.