Jüngst endete das Leipziger Messetrio baufach, efa und SHKG. Insgesamt ließen sich rund 30.000 Besucher auf den drei Messen zusammen durch das zentrale Thema „Effiziente Nutzung und Einsparung von Energie“ anregen, den ostdeutschen Treffpunkt rund um das Planen, Bauen und Sanieren aufzusuchen.
Fachbesucher informierten sich ausführlich über die Effizienzpumpen der A-Klasse bei Grundfos
Anschauen und Anfassen: Der neue Holzvergaser-Heizkessel Logano S151 interessierte bei Buderus.
Mit Neuentwicklungen aus der Lilienthaler Kamin- und Abgassystem-Herstellung präsentierte sich Vogel & Noot.
Heimeier präsentierte mit Vario ein völlig neues Ventilkonzept, das für einzigartige Flexibilität steht.
Das mitteldeutsche Schornsteinfegerhandwerk nutzte die Gelegenheit mit den Besuchern ins Gespräch zu kommen.
Der Wilo-Förderpreis Ost für Brandenburgs beste SHK-Auszubildende wurde auf der SHKG in Leipzig verliehen.
Den modularen Aufbau von Oventrops Regumat, einem Festwertregelset zur Vorlauftemperaturregelung und -begrenzung in kombinierten Radiator-/ Flächenheizungen, konnte man sich ausführlich erklären lassen.
Der Armaturen-Hersteller SYR schnürt attraktive Aktionspakete mit Turnierkicker zur Fußball EM für seine Fachhandwerk-Partner.
Am ersten Tag der Leipziger
SHKG sprach Bruno Schliefke, Präsident des Zentralverbands Sanitär Heizung Klima/Gebäude- und Energietechnik Deutschland (ZVSHK/GED) auf einer Pressekonferenz des Verbandes von der Leipziger Messe als der „Mutter aller Messen in Deutschland und gab dazu gleich die Losung „besser Klasse als Masse“ aus.
Von Massen konnte allerdings nicht wirklich die Rede sein. Daher ist es nicht verwunderlich, dass im Nachhinein die Ansichten der Aussteller, ob hier von einem positiven Neustart geredet werden kann, doch recht auseinander gehen.
Ursprünglich hatte die SHKG Leipzig im Herbst 2004 veranstaltet werden sollen, doch eine mangelnde Industriebeteiligung führte zu einer Verschiebung bis jetzt ins Jahr 2007. Mit der zeitgleichen Durchführung der SHKG mit der baufach und der efa sollten mögliche Synergien den ostdeutschen Branchentreffpunkt wieder beleben. Die Besucherzahlen sind jedoch gegenüber 2002 zurückgegangen. Während im Jahr 2002 noch 22.735 Besucher zur SHKG kamen, konnte der Neustart der SHKG in diesem Jahr 20.200 Besucher verzeichnen. Die baufach sahen 18.200 Besucher (2006: 23.500), die efa - Fachmesse für Gebäude- und Elektrotechnik, Klima und Automation mehr als 19.000 (2004: 15.752). Insgesamt hatten sich 726 Aussteller auf der efa, der bauchfach und der SHKG präsentiert, wie Wolfgang Marzin, Vorsitzender der Geschäftsführung der Leipziger Messe GmbH, informierte. Eine erste Auswertung der Messegesellschaft ergab, dass 47 Prozent der SHKG-Besucher aus einer Entfernung von über 100 Kilometern nach Leipzig, vor allem aus Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Thüringen, anreisten. 95 Prozent der Besucher waren dabei vom Fach.
Die Messegesellschaft bilanziert eine positive Grundstimmung: "Die Neuauflage der SHKG, die erstmals seit fünf Jahren wieder stattgefunden hat, und ihre zeitgleiche Durchführung mit der baufach und der efa werten wir als Erfolg", so Wolfgang Marzin. Angesichts des jahrelangen Branchentiefs sei es ermutigend, dass auf den drei Messen wieder eine optimistische Grundstimmung geherrscht habe. "Vor allem aus der Kombination von SHKG und efa haben sich Synergien ergeben, die sich positiv auf die Besucherresonanz ausgewirkt haben", so Marzin.
Wenn auch die Zahlen nicht überzeugten, so konnten doch einzelne Unternehmen sich über das intensive Interesse und den großen Anteil der Fachbesucher freuen. Besonders stark vertreten waren Experten aus den unterschiedlichen Handwerksbereichen sowie Planer, Architekten und Ingenieure. Wolfgang Koch, Leiter Vertriebszentrum Stiebel Eltron, resümiert: "Unsere Erwartungen wurden noch übertroffen, obwohl sie, wie man an unserem großen Stand sehen konnte, schon sehr hoch waren. Die Besucherqualität war, nach etwas schleppendem Start, letztendlich doch noch hervorragend. Wir hatten rund 70 Prozent Fachhandwerker hier und zu je zehn Prozent Großhändler, Ingenieure und Planer beziehungsweise Endkunden."
Auch Dräger Safety MSI GmbH, Tochtergesellschaft des weltweit tätigen Dräger-Konzerns, konnte aus der SHKG Leipzig seinen Nutzen ziehen. Im Fokus stand das neue Messgerät Dräger MSI P7, mit dem der Gassicherheitscheck in nur 10-15 Minuten möglich ist. „Obwohl die SHKG Leipzig zum letzten Mal in 2002 stattgefunden hat, können wir mit dem Ergebnis der Messe zufrieden sein. Unsere technische Lösung für die Durchführung des Gassicherheitschecks an Niederdruckgasanlagen war bei den Fachhandwerkern sehr gefragt. Wir konnten 90% Fachhandwerker und zu 10% Großhändler, Ingenieure, bzw. Planer an unserem Stand begrüßen. Das Interesse und die Fachkundigkeit unserer Besucher waren enorm,“ so Herr Dipl. Ing. Erik Stehfest von Dräger Safety MSI, Gebietsmanager Deutschland Mitte.
„Handwerker brauchen Messen zum Anfassen“, so Schliefke am ersten Messetag in Leipzig. Und damit sollte er eigentlich doch richtig liegen. Es geht nicht einfach darum auf jeder Messe das Neuste vom Neusten zu präsentieren, sondern wie in diesem Fall den Planern und Fachbetrieben im Osten, ein anderes Mal gilt selbiges für andere Regionen, mit einer regionalen Messe die Gelegenheit zu geben, sich umfassend vor Ort über die Vielzahl an bewährten wie neuen Produkten intensiv zu informieren. 20.200 Fachbesucher aus dem Osten haben diese Chance wahrgenommen – doch sind es für eine Fortsetzung der SHKG genügend gewesen?
Während das Unternehmen Filtertechnik Kausch noch Ausbaupotential sieht, ziehen andere Aussteller wie bspw. das Unternehmen Westaflex bereits die Konsequenzen in eine andere Richtung. Juniorchef Helmut Kausch dazu: „Die SHKG Leipzig 2007 hat einen respektablen Neuanfang erreicht. Zu der Fachpublikumsmesse Deutschland und Osteuropa, die für die Präsentation hochspezialisierter Produkte wie bspw. der Heizungsfilter von Filter Technik Kausch interessant ist, sehen wir noch Entwicklungspotenzial.“ Hingegen Klaus Polke, Vertriebsleiter Westaflex: „Die Messe in Leipzig ist für uns mit einem sehr guten und erfolgreichen Pressetag gestartet. An den restlichen Messetagen verzeichneten wir einen mäßigen Besuch an Fachbesuchern auf unserem Messestand. Insgesamt können wir feststellen, dass unsere Erwartungen in Leipzig nicht erfüllt wurden und wir daher von einer weiteren Teilnahme absehen werden.“
Auch die Reaktion des Vertriebs- und Marketingleiters SYRs Peters Gormanns, der auf die Frage nach einem Statement seitens SYRs zur SHKG nur „kein Kommentar“ ausrichten ließ, lässt vermuten, dass auch dort eine zukünftige Teilnahme genauestens überdacht werden wird.
Nach einer gemeinsamen Auswertung der Leipziger Messe mit den unterstützenden Handwerkerverbänden und der Industrie soll zeitnah ein neuer Termin für die nächste SHKG bekannt gegeben werden. Die weitere Zukunft der SHKG wird stark von der Bilanz der diesjährigen Aussteller abhängen, ob die enttäuschenden Besucherzahlen oder doch mehr die Qualität der Gespräche ins Gewicht fallen werden.
Interessant wäre die nachträgliche Sicht der Fachbesucher. Diskutieren Sie mit, ob eine ostdeutsche Regionalmesse 2009 Sinn für Sie machen würde.