Der Verband Beratender Ingenieure VBI untersuchte VOF-Verfahren von 2003 bis 2007 – Aufträge werden überwiegend im Bundesland der Vergabestelle vergeben – 52 % der Projekte gehen an kleine und mittlere Büros.
Anteil der VOF-Projekte nach Unternehmensgrößen. Grafik VBI
Auftragsvergabeverfahren nach der Verdingungsordnung für freiberufliche Leistungen (VOF) haben einen schlechten Ruf. Der Verband Beratender Ingenieure VBI hat dies zum Anlass genommen, sich VOF-Verfahren, die zwischen 2003 und 2007 durchgeführt worden sind, einmal genauer anzuschauen und legte heute dazu einen Bericht vor.
224 Projekte mit einem geschätzten Gesamtvolumen von 120 Mio. Euro wurden untersucht. Dabei fiel auf, dass immerhin 14 % der Projekte an Planungsbüros mit bis zu 10 Mitarbeitern vergeben wurden. 38 % der Aufträge gingen an Büros der Kategorie 11 bis 50 Mitarbeiter. Damit wurde über die Hälfte der Projekte an kleine und mittlere Büros vergeben. Hinsichtlich des Projektvolumens haben die mittleren Büros hier einen noch größeren Anteil.
Der Standort des Bieters spielt bei der Auftragsvergabe eine wichtige Rolle. Viele Aufträge wurden an Planungsbüros in dem Bundesland vergeben, in dem auch ausgeschrieben wurde. So vergaben Stellen in NRW, Bayern und Sachsen ihre Aufträge zu 70 % an Büros aus dem eigenen Bundesland. Die städtischen Verwaltungen in München gar gehen bei der Vergabe kaum über die Stadtgrenzen hinaus. Die VOF hat also keinesfalls zu einer stärkeren überregionalen Verteilung der Aufträge geführt. Offenbar spielen Kontakte in der jeweiligen Region immer noch eine herausragende Rolle.
28 % des VOF-Volumens werden für die Technische Gebäudeausrüstung aufgebracht, 24 % sind Architektenleistungen. Andere Dienstleistungen wie die Planung von Ingenieurbauwerken oder die Vermessung liegen zwischen 4 und 11 %.
17 % der untersuchten Projekte wurden von Arbeitsgemeinschaften abgewickelt. Hier fiel auf, dass kleinere Büros aus der Region der Ausschreibung mit großen Ingenieurgesellschaften zusammenarbeiten. Die zusammengeschlossenen Büros haben bezogen auf das Volumen sogar einen Anteil von 28 %.
36 % der vergebenen Aufträge lagen unter dem obligatorischen VOF-Schwellenwert von 211.000 Euro. Hier wurden mehrere Teillose gebildet oder zum Teil auch „freiwillige“ VOF-Verfahren durchgeführt.
Weitere Informationen zur Untersuchung finden sich
hier im Internet.