Trotz Wachstumsverlangsamung zeigt sich, dass die nachfrageseitigen Wachstumskräfte intakt sind und die deutliche Wachstumseintrübung in der Industrie voraussichtlich vorübergehender Natur ist, wie das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung e.V.(DIW) festgestellt hat.
DIW-Konjunkturbarometer vom 16. Januar 2008. Grafik: DIW
Das DIW-Konjunkturbarometer weist für das erste Quartal des laufenden Jahres ein Wachstum (gemessen am saison- und kalenderbereinigten Verlauf des Bruttoinlandsproduktes) von 0,3 Prozent aus. Damit hat sich die Expansion der Wirtschaftsleistung, die im Schlussquartal des Vorjahres noch mit einer Rate von voraussichtlich gut 0,4 Prozent zulegen konnte, etwas abgeschwächt.
"Die leichte Delle im Konjunkturverlauf kommt nicht überraschend. Für aufkeimenden Konjunkturpessimismus besteht kein Anlass, da die Wachstumsaussichten für das Gesamtjahr unverändert sind", so DIW-Konjunkturforscher Stefan Kooths. In die derzeitige DIW-Prognose für das Gesamtjahr 2008, die ein Wachstum von 2,1 Prozent voraussagt (kalenderbereinigt: 1,7 Prozent), ist bereits ein schwächerer Jahresauftakt genau in dieser Größenordnung eingearbeitet.
Am deutlichsten zeigt sich die Wachstumsverlangsamung im Produzierenden Gewerbe (ohne Bauwirtschaft), das gegenüber dem Vorquartal einen ganzen Wachstumsprozentpunkt einbüßt und mit einer Rate von 0,3 Prozent nur noch den gesamtwirtschaftlichen Mittelwert erreicht. Die zuletzt wieder deutlich aufwärts gerichtete Entwicklung bei den Auftragseingängen (insbesondere für Investitionsgüter) zeigt aber, dass die nachfrageseitigen Wachstumskräfte intakt sind und die deutliche Wachstumseintrübung in der Industrie voraussichtlich vorübergehender Natur ist. Die Bauwirtschaft muss sich im ersten Quartal sogar auf einen Produktionsrückgang (Wachstum: -0,4 Prozent) einstellen. Auch hier gab es aber zuletzt bei den Auftragseingängen wieder positive Signale. In besserer Verfassung zeigt sich hingegen der Bereich Handel, Gaststätten und Verkehr. Nach dem Stillstand im Vorquartal ist in den ersten drei Monaten des Jahres ein Zuwachs von 0,4 Prozent möglich. Die übrigen Dienstleistungsbereiche wachsen mit knapp 0,5 Prozent (unternehmensnahe Dienstleister) und 0,2 Prozent (öffentliche und private Dienstleister) nur unwesentlich schwächer als im Vorquartal.
Die Wachstumsrate für das 4. Quartal 2007 von voraussichtlich gut 0,4 Prozent ergibt sich aus dem bereits vorliegenden Jahreswert und der Entwicklung in den ersten drei Quartalen des Vorjahres. Die amtlichen Zahlen für das 4. Quartal 2007 werden erst Mitte Februar veröffentlicht. Durch Revisionen im Jahresverlauf sind Wachstumsverschiebungen zwischen den Quartalen möglich.