Bundeswirtschaftsminister Michael Glos informierte sich bei der Kampmann GmbH in Lingen über ein Forschungsprojekt zur Frischluftklima-Technologie.
Interessiert verfolgten die Gäste die Demonstration der Frischluftklima-Technologie anhand eines Funktionsmodells. (v.r.n.l.) Bundesminister Michael Glos, MDB Dr. Hermann Kues, MdL Heinz Rolfes, Geschäftsführer Hendrik Kampmann, Vorsitzender des Aufsichtsrates Heinrich Kampmann und Prokurist Hermann Ensink. Foto: Kampmann Gmbh
Anlässlich eines Besuches des Firmensitzes des Kampmann GmbH in Lingen (Ems) informierte sich Michael Glos (CSU), Bundesminister für Wirtschaft und Technologie jüngst über das Forschungsprojekt zur Frischluftklima-Technologie. Das Projekt wird durch sein Ministerium mit rund einer Million Euro gefördert. Geschäftsführer Hendrik Kampmann begrüßte den Bundesminister und schilderte die Entwicklung des Unternehmens von den Anfängen der durch seinen Vater Heinrich Kampmann 1972 gegründeten „Garagenfirma“ bis zum heutigen, innovationsstarken Systemspezialisten für Heizung, Kühlung, Lüftung mit rund 680 Mitarbeitern an drei Standorten.
In seinem ausführlichen Grußwort sparte der Bundesminister nicht mit Anerkennung: „Wenn man dieses innovative Unternehmen hier sieht, geht einem das Herz auf.“ Weiter verwies Glos darauf, dass sein Ministerium in den nächsten vier Jahren 470 Millionen Euro für die Forschung und Entwicklung von Technologien zur Erhöhung der Energieeffizienz bereitstellen werde. Die gezielte Förderung kleinerer und mittlerer Unternehmen stehe dabei im Blickpunkt.
„Durch Investitionen in Energieeffizienz lassen sich die Belastungen durch steigende Energiepreise abfedern“, sagte Michael Glos auch im Hinblick auf das Forschungsprojekt zur Kampmann-Frischluftklima-Technologie, über dessen aktuellen Stand sich der Minister bei seinem Besuch informierte.
Anhand eines Funktionsmodells erklärte Dipl.-Ing. Hermann Ensink, Prokurist und Leiter der Forschung und Entwicklung die zukunftsweisende, und energieeffiziente Technologie (siehe Infokasten). Inzwischen ist klar, dass das seitens des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie geförderte Projekt erfolgreich sein wird. Es sind bereits erste, serienreife Produkte entwickelt und in Betrieb. Einen zusätzlichen Schub für das Projekt erwartet das Lingener Unternehmen durch den Neubau eines Forschung- & Entwicklung Center, das derzeit mit einem Investitionsvolumen von rund 4 Mio. Euro am Firmengelände an der Friedrich-Ebert-Straße entsteht. Die Fertigstellung ist für April 2008 vorgesehen.
Minister Glos zeigte sich beeindruckt und zollte dem Unternehmen seinen großen Respekt. Er unterstrich die Rolle mittelständischer Unternehmen bei der Entwicklung von Energieeffizienztechnologien. In dem neuen F & E Center sei ein wichtiger Beitrag zur Stärkung der Forschungslandschaft auf diesem Gebiet zu sehen.
Das Frischluftklima-System
Das System liefert kontinuierlich gekühlte oder bei Bedarf erwärmte Frischluft in die Räume. Gekühlt wird mittels indirekter Verdunstungskühlung ohne Kältemittel. So wie beim Menschen bei hohen Temperaturen die Haut durch die Verdunstung von Schweiß gekühlt wird, kühlt das System die eintretende Außenluft. Ist die Außenluft kälter als die Raumluft, so wird die Außenluft mittels Wärmerückgewinnung (Wirkungsgrad ca. 80 %) erwärmt, oder je nach Kühllast direkt gekühlt. Entsprechende Prüfzeugnisse belegen, dass dieses System äußerst umweltfreundlich und hygienisch einwandfrei ist.
Ein weiterer, aber besonders bedeutender Vorteil ist der enorm niedrige Energieverbrauch; denn Strom wird nur für den Ventilator benötigt. Der Wasserverbrauch ist sehr gering. So vielfältig wie die Einsatzmöglichkeiten vom privaten Einfamilienhaus bis zum gewerblichen Objektbau, sind auch die Produktvarianten. Die Bandbreite reicht von 400 bis zu 6.000 m³/h Luftleistung. Die neuartige Technologie kann als Wohnungslüftungsgerät mit den Zusatzfunktionen der Kühlung und Wärmerückgewinnung eingesetzt werden.