proKlima fördert bundesweit eine einmalige Studie. Die Leibniz Universität Hannover versendet 16.000 Fragebögen zum Thema Wärmebedarf von Gebäuden.
In der Studie sollen von den Hausbesitzern bereits durchgeführte Wärmeschutzmaßnahmen und Fakten zur derzeitigen Energieversorgung erfasst werden.
Post von der Leibniz Universität Hannover bekommen demnächst 16.000 private Hausbesitzer in Hannover. Der Grund: Sie erhalten die Möglichkeit, sich per Fragebogen an einer bisher bundesweit einmaligen Studie zum Wärmebedarf von Gebäuden zu beteiligen. Der enercity-Fonds proKlima unterstützt die Studie mit 90.000 Euro.
Das Institut für Entwerfen und Konstruieren (IEK) der Leibniz Universität Hannover führt die Studie durch und hat hierfür zwei unterschiedliche Fragebögen entwickelt, die an private Gebäudebesitzer beziehungsweise an 170 Hausverwaltungs- und Wohnungsgesellschaften verschickt werden. In beiden Fragebögen geht es im Wesentlichen darum, allgemeine Gebäudeangaben, bereits durchgeführte Wärmeschutzmaßnahmen und Fakten zur derzeitigen Energieversorgung zu erfassen. Gefragt wird auch, ob und welche Energiesparmaßnahmen derzeit geplant sind. Die Auswertung erfolgt anonym, ein Rückschluss auf den Absender ist nicht möglich. Das IEK hat beide Fragebögen sehr genauen Vortests unterzogen und diese mit diversen Interessenvertretern abgestimmt. „Durch die Untersuchung wollen wir eine Entwicklungsprognose für den zukünftigen Wärmebedarf der Gebäude im Stadtgebiet bis zum Jahr 2050 erstellen“, erläutert Professor Dr. Dirk Bohne, Institutsvorstand des IEK.
Der Klimaschutzfonds proKlima hat vor, die Ergebnisse für sein eigenes Fördergeschäft zu nutzen: „Wir wollen unsere Zuschüsse noch gezielter einsetzen und erhoffen uns von der Wärmebedarfsstudie entscheidende Impulse“, sagt Matthias von Oesen. „Auf Basis einer solchen Untersuchung lässt sich dann auch der zukünftige Förderbedarf besser abschätzen“, ergänzt der proKlima-Geschäftsführer. Bislang hätten rund 15.000 Hauseigentümer mit Hilfe von proKlima besonders energiesparende Gebäude neu errichtet oder die bestehenden energetisch modernisiert. „Die Studie soll uns zeigen, wie wir diesen erfolgreichen Weg noch effizienter fortsetzen und hierdurch noch mehr für den Klimaschutz erreichen können“, so von Oesen.
Unterstützt wird die Aktion finanziell und logistisch auch durch die enercity Netzgesellschaft mbH und die Stadtwerke Hannover AG. „Durch die Kenntnis der Wärmebedarfsentwicklung können wir die langfristigen Auswirkungen auf die Gas- und Fernwärmenetze besser abschätzen und damit die zukünftige Energieverteilung effizienter gestalten“, ergänzt Bernd Heimhuber, Geschäftsführer der Netzgesellschaft von enercity.
Das IEK der Leibniz Universität versendet die Fragebögen Anfang Februar. Erste Ergebnisse sollen im April 2008 vorliegen. Für Rückfragen zum Fragebogen steht bis zum 28. Februar 2008 jeweils dienstags und mittwochs von 16 bis 20 Uhr sowie donnerstags und freitags von 9 bis 13 Uhr Maren Brockmann vom IEK unter der Rufnummer (0511) 762-3676 zur Verfügung.