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News vom 15.02.2008

Umweltministerium und Wirtschaft in Sachsen-Anhalt unterzeichnen Erklärung für Öl-Brennwerttechnik

Wer eine veraltete Heizung durch eine neue Brennwertheizung ersetzt, kann bis zu 30 Prozent Energie einsparen und gleichzeitig den CO2-Ausstoß reduzieren.

(V.l.) Torsten Kiel (Landesinnungsverband Schornsteinfegerhandwerk),  Dr. Andreas Busch (IWO), Uwe Vorwerk (MHV), Joachim Eulenstein (SHK-Fachverband), Horst Gohling (MHV),  Petra Wernicke (Umweltministerin) Adrian Willig (IWO) und Christoph Bender (MWV) unterzeichneten die Gemeinsame Erklärung für Öl-Brennwerttechnik und schwefelarmes Heizöl in Sachsen-Anhalt. Foto: Ministerium für Umwelt und Landwirtschaft Sachsen-Anhalt.
(V.l.) Torsten Kiel (Landesinnungsverband Schornsteinfegerhandwerk), Dr. Andreas Busch (IWO), Uwe Vorwerk (MHV), Joachim Eulenstein (SHK-Fachverband), Horst Gohling (MHV), Petra Wernicke (Umweltministerin) Adrian Willig (IWO) und Christoph Bender (MWV) unterzeichneten die Gemeinsame Erklärung für Öl-Brennwerttechnik und schwefelarmes Heizöl in Sachsen-Anhalt. Foto: Ministerium für Umwelt und Landwirtschaft Sachsen-Anhalt.
Um das Sparpotenzial zu nutzen, haben das Umweltministerium Sachsen-Anhalt mit Handwerks- verbänden und Mineralölwirtschaft vereinbart, die Öl-Brennwerttechnik voranzubringen. Das speziell für Öl-Brennwertheizgeräte entwickelte schwefelarme Heizöl soll künftig der Standard-Brennstoff für alle Ölheizungen sein.

Mit ihrer am 7. Februar in Magdeburg unterzeichneten Erklärung haben das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Sachsen-Anhalt, der Fachverband Sanitär-, Heizungs-, Klima- und Klempnertechnik (SHK) Sachsen-Anhalt, der Mitteldeutsche Handelsverband für Brennstoffe, Mineralöle und Energieservice e.V. (MHV), der Mineralölwirtschaftsverband (MWV), der Landes- innungsverband des Schornsteinfegerhandwerks Sachsen-Anhalt und das Institut für wirtschaftliche Oelheizung e.V. (IWO) dazu ein Maßnahmenpaket für den Wärmemarkt besiegelt.

Das Maßnahmenpaket sieht unter anderem eine flächendeckende Versorgung mit „Heizöl EL schwefelarm“ vor. Außerdem soll bei Modernisierung oder Neuinstallation einer Ölheizungsanlage durch einen SHK-Fachbetrieb die Öl-Brennwerttechnik anstelle der weniger effizienten Niedertemperaturheizkessel empfohlen werden. Auch die in vielen Fällen sinnvolle Einbindung einer Solaranlage zur Warmwasserbereitung und Heizungs- unterstützung soll künftig fester Bestandteil der Information und Beratung sein.

Eine kombinierte Öl-Brennwert-Solarheizung spart bis zu 40 Prozent Energie gegenüber veralteter Heiztechnik. Unter dem Kosten-Nutzen-Aspekt zählt sie zu den wirtschaftlichsten Energiesparmaßnahmen in Wohngebäuden. Das Umweltministerium wird deshalb im Rahmen des neuen Klimaschutzprogramms des Landes und der Öffentlichkeitsarbeit die Ausweitung der Öl-Brennwerttechnik als eine wichtige Maßnahme zur CO2-Minderung unterstützen und über die positiven Aspekte von Brennwerttechnik und schwefelarmem Heizöl informieren.

Umweltministerin Petra Wernicke sagte: „Klimaschutz ist eine globale Aufgabe, die nur lokal gelöst werden kann. Und deshalb lohnt es sich, die Brennwerttechnik nach vorn zu bringen: Sie geht schonender mit den Ressourcen um und senkt den Schadstoffausstoß.“

Modernisierungspotenzial in den neuen Bundesländern
In Sachsen-Anhalt sind 80 Prozent der insgesamt 143.200 Ölheizungen zwischen elf und 20 Jahre alt. Viele Hausbesitzer dürften daher in naher Zukunft handwerkliche Arbeiten an ihrer Heizung vornehmen lassen.

„Die SHK-Fachbetriebe werden daher im Rahmen von Modernisierungsberatungen die Ölheizungskunden über die Vorzüge der Öl-Brennwerttechnik, ihrer Kombination mit Solarthermie sowie über das neue schwefelarme Heizöl verstärkt informieren“, sagte Joachim Eulenstein, Landesinnungsmeister des Fachverbandes SHK Sachsen-Anhalt. „Denn mit dieser Technik lassen sich auch gegenüber der in Sachsen-Anhalt weit verbreiteten Niedertemperaturtechnik bis zu 20 Prozent Energie einsparen“.

Aus Sicht der Schornsteinfeger sprechen hohe Energieausnutzung und geringe Emissionen für die breitere Nutzung der Öl-Brennwerttechnik:

Bei regelmäßiger Wartung arbeiten neue Ölheizgeräte bereits heute sehr schadstoffarm. Mit dem breiten Einsatz des schwefelarmen Heizöls würden Ölheizer ihren Beitrag zur Umweltentlastung erhöhen. „Und weil Ölbrennwertheizungen den Brennstoff fast vollständig in Nutzwärme umsetzen, sinken nicht nur der Energieverbrauch und die Brennstoffkosten. Auch die klimaschädlichen CO2-Emissionen sinken – und zwar in gleicher Größenordnung wie der Energieverbrauch“, erläuterte Torsten Kiel vom Landesinnungsverband des Schornsteinfegerhandwerks Sachsen-Anhalt.

Schwefelarmes Heizöl für alle Ölheizungen
„Für die in Sachsen-Anhalt derzeit weit verbreiteten Niedertemperaturkessel empfiehlt die Heizgeräteindustrie ausdrücklich den Einsatz von schwefelarmem Heizöl“, betonte Adrian Willig vom Institut für wirtschaftliche Oelheizung (IWO). „Die schwefelarme Heizölsorte wurde zwar ursprünglich speziell für Öl-Brennwertgeräte entwickelt, kann jedoch problemlos in allen Ölheizgeräten verwendet werden.“

Schwefelarmes Heizöl verbrennt nach IWO-Angaben nahezu rückstandsfrei und hat einen maximalen Schwefelanteil von 50 mg/kg. Es garantiert eine gleichbleibend optimale Energieausnutzung und verringert zudem den Wartungsaufwand bei Kessel und Brenner und erhöht die Lebensdauer der Heizanlage. Die Bundesregierung hat vor diesem Hintergrund bereits eine Steuerspreizung je nach Schwefelgehalt des Heizöls beschlossen: Danach wird ab 1. Januar 2009 das konventionelle Heizöl mit 1,5 Cent je Liter höher belegt, der Mineralölsteuersatz für schwefelarmes Heizöl bleibt unverändert.

Bereits jetzt flächendeckende Versorgung
Die Mineralölwirtschaft hat zugesagt, bis zum 1. Januar 2009 „Heizöl EL schwefelarm“ bundesweit flächendeckend zur Verfügung zu stellen. Dazu sind bereits Entschwefelungskapazitäten in verschiedenen Raffinerien ausgebaut worden. Christoph Bender, Leiter Energiepolitik beim Mineralölwirtschaftsverband (MWV), wies darauf hin, dass die Mineral-ölwirtschaft bereits seit einigen Jahren schwefelarmes Heizöl anbietet: „Wir haben damit die Voraussetzungen für den Einsatz der Öl-Brennwerttechnik geschaffen. Wer sich heute für schwefelarmes Heizöl in Kombination mit Ölbrennwerttechnik entscheidet, entscheidet sich für ein zukunftsfähiges Heizsystem.“ Rund 1.040 Heizölhändler bundesweit würden die schwefelarme Heizölsorte bereits vertreiben. „Schon heute ist gewährleistet, dass in jedem Gebiet in Sachsen-Anhalt mindestens ein Mineralölhändler schwefelarmes Heizöl anbietet“, versicherte MHV-Geschäftsführer Horst Gohling.

(Händlerverzeichnis unter www.schwefelarmes-heizoel.de)
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