Die deutschen Hersteller von Gebäudearmaturen erzielten im Jahr 2007 ein nominales Umsatzplus von insgesamt sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit hat die Konjunktur 2007 für die rund 90 überwiegend mittelständischen Hersteller von Gebäudearmaturen an Schwung verloren.
Pro Original - die VDMA-Kampagne gegen Produktfälschungen.
In den einzelnen Produktgruppen schnitten die Hersteller von Sanitärarmaturen mit einem Anstieg des Gesamtumsatzes von neun Prozent am besten ab. Der Umsatz mit Technischen Gebäudearmaturen verbesserte sich nominal um sechs Prozent, während die Hersteller von Heizungsarmaturen einen Umsatzrückgang von fünf Prozent zu erdulden hatten. Insgesamt berichteten die Hersteller von einer zunehmenden Bedeutung des Projektgeschäfts (Nicht-Wohnungsbau) im In- und im Ausland.
Inlandsmarkt in schwacher VerfassungDie Jahre 2006 und 2007 waren von starken und außerordentlichen Nachfrageschwankungen im Inland geprägt. 2006 kam es aufgrund von Vorzieheffekten im Wohnungsbau (u. a. Mehrwertsteuererhöhung) zu einer spürbaren Belebung des Inlandsgeschäfts. Dies führte im 1. Quartal 2007 noch zu einem Anstieg des Inlandsumsatzes. Ab dem 2. Quartal 2007 hielten sich die Verbraucher bei der Anschaffung langlebiger Gebrauchsgüter und bei geplanten Renovierungen von Badezimmern aber zunehmend zurück. Diskussionen über die richtigen Maßnahmen zur Energieeinsparung im Heizungsbereich verwirrten die Verbraucher zusätzlich. Im Ergebnis führte dies 2007 nominal zu einer Stagnation des Inlandsumsatzes in der Gebäudearmaturenindustrie.
Preisbereinigt sind die Umsätze sogar um sieben Prozent zurückgegangen (Quelle: Statistisches Bundesamt). Hintergrund sind die materialpreisbedingten Verteuerungen von Gebäudearmaturen. Aufgrund der drastischen Materialpreissteigerungen im Jahr 2006 (z. B. Messing: + 58 Prozent; Rotguss: + 107 Prozent) waren einige Hersteller gezwungen, Preisanpassungen vorzunehmen, die mit Verzögerung über den Vertriebsweg erst 2007 im Markt umgesetzt wurden. 2007 verharrten die für Gebäudearmaturen relevanten Materialpreise (v. a. Messing, Rotguss) auf hohem Niveau. Sorge bereitete der Branche insbesondere Nickel, das sich 2007 um 42 Prozent verteuerte.
Auslandsgeschäft robust - China und Osteuropa besonders dynamischDer Auslandsumsatz verbesserte sich in 2007 gemäß VDMA-Statistik um 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stieg die Ausfuhr von Gebäudearmaturen von Januar bis November 2007/2006 ebenfalls um 14 Prozent auf knapp 1,7 Mrd. Euro.
Besonders dynamisch entwickelte sich das Geschäft mit Russland (+ 23 Prozent auf 107 Mio. Euro) und anderen osteuropäischen Ländern (Polen, Tschechien, Ungarn, Ukraine), in denen die deutschen Hersteller überproportionale Zuwachsraten von 20 bis 40 Prozent erzielen konnten. In dieser Region profitierten die Hersteller von den hohen Investitionen im Wohnungsbau und von der steigenden Kaufkraft der Bevölkerung. Im Olympialand China war die Nachfrage auch von dem politischen Ziel geprägt, das Qualitätsniveau der Sanitäreinrichtungen in absehbarer Zeit auf westliche Standards zu heben. Deutsche Hersteller hochwertiger Armaturen, moderner Wassersparsysteme und Filter partizipierten 2007 an dieser Ausrichtung (Export: + 34 Prozent auf 50 Mio. Euro) und leisteten damit einen wichtigen Beitrag, dass chinesische Verbraucher mit der wertvollen Ressource Wasser hinsichtlich Verbrauch und Qualität zukünftig sorgsamer umgehen. Vor diesem Hintergrund planen führende deutsche Hersteller auch für 2008 ihre Produkte wieder auf der wichtigsten Sanitär- und Gebäudetechnik-Messe Kitchen & Bath China (26.-29.05.2008) in Schanghai zu präsentieren.
Einziger Wermutstropfen blieb 2007 wegen der Euro-Stärke das US-Geschäft. Mit einem Rückgang der Exporte um sieben Prozent auf 97 Mio. Euro fiel der wichtige US-Markt von Platz 3 auf Platz 6 zurück. Aufgrund der aktuellen Immobilienkrise und des nachlassenden Konsums der US-Verbraucher ist derzeit keine Erholung des Marktes in Sicht. Die Einfuhren von Gebäudearmaturen kletterten von Januar bis November 2006 um 16 Prozent auf 977 Mio. Euro.
Prognose 2008Die Konjunktur für Gebäudearmaturen wird 2008 nach den starken Schwankungen der Vorjahre voraussichtlich in ein ruhigeres Fahrwasser gelangen. Der VDMA-Fachverband Armaturen blickt dabei insgesamt optimistisch in das laufende Jahr. Im Inland erwartet der Fachverband ein Umsatzplus von nominal 1 Prozent. Hierfür spricht unter anderem das zuletzt im Großhandel und Handwerk leicht gestiegene Geschäftsklima. Bei einem Anstieg des Auslandsumsatzes von ca. 6 Prozent wird der Gesamtumsatz voraussichtlich um 3 Prozent zulegen können.