Die Landeshauptstadt Kiel präsentiert für drei Wochen 20 Bauprojekte mit höchsten Ansprüchen an Energieeffizienz und den Einsatz Erneuerbarer Energien. Begleitet wird die „Ausstellung zum Anfassen“ durch die erweiterte Messe der 5. Kieler Solartage im Sophienhof und ein Rahmen- programm mit über 50 Veranstaltungen.
Bei der Innovativen Bauausstellung ® Kiel 2008 werden Neubaumaßnahmen und Modernisierungsprojekte mit vorbildhafter Umsetzung von Energieeffizienz und der Nutzung erneuerbarer Energien mit dem Ziel der CO2-neutralen Wärmeversorgung präsentiert, deren Kosten-Nutzen-Gegenüberstellung eine sofortige flächenhafte Übertragbarkeit auf weitere Projekte möglich macht. Quelle: InBA
Die Landeshauptstadt Kiel engagiert sich bereits seit 1995 im Klimaschutz. In diesem Jahr wird mit der Innovativen Bauausstellung (InBA)® Kiel 2008 ein besonderes Zeichen gesetzt. Die InBA findet vom 5. bis 28. September 2008 im Rahmen des EU-Projektes REBECEE statt und wird von der ZEBAU GmbH veranstaltet.
Bei dieser Ausstellung werden 20 Bauprojekte mit vorbildhafter Umsetzung von Energieeffizienz und der Nutzung erneuerbarer Energien mit dem Ziel der CO2-neutralen Wärmeversorgung präsentiert. Auch zeigt die Innovative Bauausstellung, wie vorbildliche Energie sparende und Ressourcen schonende Konzepte in Stadtquartieren geplant und realisiert werden können.
Insgesamt wird eine große Bandbreite dessen präsentiert, was gegenwärtig im Bereich energieoptimierter Neubau und Modernisierung unter Nutzung erneuerbarer Energien möglich ist: von Miet- und Wohnungseigentum über Gewerbebauten und öffentliche Gebäude bis hin zu Sonderbauten.
So verbirgt sich beispielsweise hinter dem Projekt „Gerhardschule“ ein attraktives, modernes Gebäude mit 19 Eigentumswohnungen, das mit interessanten Grundrissen in konventioneller Massivbauweise erstellt wurde. Die Gebäudehülle erfüllt den KfW Energiesparhaus-40-Standard, die Wärme- versorgung erfolgt über Fernwärme via Fußbodenheizung, die Warmwasserbereitung darüber hinaus über thermische Solaranlagen.
Die energetische Sanierung eines 1964 gebauten Mehrfamilienhauses im Bräutigamweg in Kiel-Holtenau erfüllt den Energiestandard EnEV-Neubau minus 50% und nimmt damit auch am aktuellen dena-Modellvorhaben „Niedrigenergiehaus im Bestand“ teil. Erreicht wird dies durch: Dämmung der Fassaden, Dämmung der obersten Geschossdecke, unterseitige Dämmung der Kellerdecke, Austausch der Fenster (Dreischeiben-Wärmeschutzverglasung), eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, sowie eine Solaranlage für die Warmwasserbereitung.
Ein herausragendes Projekt der InBA ist der Neubau des famila-Marktes in Kiel-Wik. Der Verbrauchermarkt in Stahlbetonskelettbauweise erhält einen erhöhten Dämmstandard und muss erst ab Temperaturen unter Null Grad beheizt werden, der Bürotrakt wird als Passivhaus erstellt. Das Energieversorgungs- konzept umfasst die Nutzung der Abwärme aus der Tiefkühl- und Kühlkälte für die Beheizung der Nutzflächen, eine energieeffiziente Beleuchtung, die Nutzung von Wärme und Kälte aus dem Erdreich (Geothermie) sowie Lüftungsanlagen mit hocheffizienter Wärmerückgewinnung, wobei die Luftmengen an den tatsächlichen Bedarf angepasst werden. Auf dem Dach wird eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von rund 100 kWP installiert. Damit kann das Projekt europaweit Vorbildfunktion für vergleichbare Gewerbeimmobilien darstellen.
Bei der Sporthalle Schilksee handelt es sich um eine 22 mal 44 Meter große Zweifeld-Sporthalle, die im KfW-40 Standard gebaut wurde. Die Bereitstellung der Heizwärme und der Trinkwarmwasserbereitung erfolgt über eine Holzpellet-Heizung. Nach Messungen der Warmwasserverbräuche in den ersten Betriebsjahren soll der Einsatz einer thermischen Solaranlage geprüft werden. Eine Passivhaus taugliche Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sorgt für eine Feuchteabfuhr der Nebenräume, eine gute Raumluftqualität in der Halle und führt zu einer Heizwärmeeinsparung durch einen Rückgewinnungsgrad über 80 Prozent.
Der Entwicklungsprozess der InBA hat für die Landeshauptstadt Kiel viele wichtige Impulse gesetzt. So ist einerseits bemerkenswert, dass viele dieser Projekte im Zuge der Ausstellung noch stärker energetisch optimiert wurden als ursprünglich geplant – darunter befinden sich beispielsweise zwei vom Bund geförderte überaus energieeffiziente Modernisierungsprojekte. Andererseits machten einige Bauträger die Erfahrung, dass sich energieeffiziente Gebäude gut vermarkten lassen und es sich insofern lohnt, das „Ausstellungs-Modell“ auf weitere Bauvorhaben zu übertragen. Beides spricht dafür, dass die Zeit reif ist für eine Innovative Bauausstellung zum Wohle der Umwelt und damit zu unser aller Wohl.
Ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm mit der erweiterten Messe der 5. Kieler Solartage im Sophienhof begleitet die dreiwöchige „Ausstellung zum Anfassen“.
Hier im Programmflyer gibt es weiter Informationen zu den Veranstaltungen.
Besonders interessant für Handwerker und Baubetriebe ist die Fachexkursion des Energiebauzentrums Hamburg am 6.9.2008 sowie das Fachforum „Sanieren und Sparen“ am 10.9.2008 im Wissenschafts- zentrum Kiel.
Weitere Informationen finden zu den verschiedenen Bauprojekten der INBA finden sich
hier in der Broschüre.