Temperaturveränderungen sind ganz normal. Doch für die Erde ab einer Tiefe von circa zehn Metern gilt das nicht. Ab dort bleibt die Temperatur bis zu Tiefen von mehreren hundert Metern übers Jahr praktisch unverändert bei circa 10 Grad. Eine Wärmepumpenheizung mit Erdwärmesonden nutzt diese Wärme und zählt zu den effizientesten Heiztechniken, die derzeit eingesetzt werden.
Tiefenbohrung für Erdwärmesonden: effiziente Energiequelle für die Wärmepumpenheizung. Foto: djd/HeidelbergCement d28217
Gegenüber Flächen-Wärmekollektoren bieten diese Tiefenbohrungen einige Vorteile: So kühlt der Gartenboden rund ums Haus nicht aus und die Temperatur ist umso gleichmäßiger, je tiefer die Sonden eingebracht werden. Erdwärme lässt sich auf diese Weise auch nutzen, wenn nicht genügend Fläche um das Haus herum vorhanden ist. Nach dem Einbringen der Bohrungen - in Deutschland üblicherweise zwischen 50 und 160 Meter, in der Schweiz oder Schweden oft sogar bis zu 380 Meter - und des Wärmetauscherrohres muss das Bohrloch zu dessen Schutz verfüllt werden.
Während Baumaterialien üblicherweise eine möglichst hohe Wärmedämmung besitzen sollen, ist hier eine ausgeprägte Wärmeleitfähigkeit erwünscht, um die Wärme aus der Erde möglichst effizient in den Kollektor überzuleiten. Zum Einsatz kommt daher oft ein hydraulisch abbindender Trockenmörtel namens ThermoCem, dessen Wärmedurchgangswert von 2,0 W/mk etwa doppelt so hoch gegenüber herkömmlichen Verfüllbaustoffen ist (Informationen:
www.heidelbergcement.de). Der Baustoff ist aus natürlichen Rohstoffen ohne chemische Additive gemischt und kann deshalb ohne weiteres auch in Wasserschutzzonen verbaut werden. Er ist auch gegen sulfathaltige Gewässer beständig, die sonst selbst Beton angreifen würden.