Ein Marktwachstum von 50 Prozent wird für das Jahr 2008 erwartet. Für die deutsche Solarindustrie zeigt sich der Export als Zugpferd.
Anziehende Weltmärkte bedeuten auch steigende Absatzchancen für den Export der deutschen Solarindustrie. Foto: BSW-Solar
Das weltweite Wachstum an den Solarmärkten beschleunigt sich in diesem Jahr deutlich. Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) rechnet für 2008 mit einer Weltmarktgröße von rund 3,6 Gigawatt. Das bedeutet ein Plus von 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, in dem 2,4 Gigawatt Solarstromleistung weltweit neu installiert wurden. Wichtige Wachstumstreiber sind eine global steigende Nachfrage und die in immer mehr Ländern einge- führten staatlichen Förderprogramme für Solarstrom nach dem Vorbild des deutschen Erneuerbare-Energien-Gesetzes. Solar- strom entwickelt sich damit zunehmend zum Gigatrend bei der globalen Energieversorgung.
Zu den weltweit dynamischsten Wachstumsregionen gehört Südeuropa. Für Italien prognostiziert der BSW-Solar in diesem Jahr eine Verfünffachung des Marktes auf 250 Megawatt. Auch in Frankreich wird sich der Markt auf 100 MW im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppeln.
Carsten Körnig, Geschäftsführer des BSW-Solar, kommentiert die internationale Entwicklung der Solarstrombranche: „Immer mehr Länder erkennen, welche riesigen Potenziale Solarstrom für den Klimaschutz, die heimische Energieversorgung und die Regionalentwicklung bietet. Gerade im Mittelmeerraum ist der Aufbau der Solarenergieversorgung ein Topthema auf der Agenda der Europäischen Union. Ein Politikwechsel in den USA könnte zudem den Ausbau von Solarstrom in Nordamerika beflügeln.“
Ambivalent bewertet Körnig die Entwicklung in Spanien. Zwar bekenne sich die dortige Regierung für eine Fortführung der Solarstromförderung, plane jedoch nach aktuellem Stand eine Deckelung der Solarstrom-Installationen deutlich unterhalb des bisherigen Zubauniveaus. Von dieser Entwicklung seien nicht nur bis zu 26 000 qualifizierte Jobs in der spanischen Solarindustrie, sondern auch Spaniens Stellung in der internationalen Photovoltaik-Wirtschaft betroffen.
Anziehende Weltmärkte bedeuten auch steigende Absatzchancen für die exportorientierte deutsche Solarstromindustrie. Bereits für dieses Jahr rechnet der Verband mit einem Auslandsumsatz von 3,2 Milliarden Euro und einer Exportquote von 46 Prozent. Für 2010 sieht Körnig ein Anwachsen der Aus- landsumsätze auf rund 5,5 Milliarden Euro bei einer Exportquote von rund 56 Prozent voraus. „Deutsche Unternehmen sind im internationalen Wettbewerb gut aufgestellt und ihre Investitionen in Technologie- entwicklung und Produktion am Standort Deutschland sind die Pfeiler ihrer Absatzerfolge.“
Solarstrom entwickelt sich auch an den Finanzmärkten zum einem globalen Trend. Nach einer Studie der UNEP – United Nations Environment Programme – wurden weltweit im vergangenen Jahr 28,6 Milliarden US-Dollar in Solarenergie investiert. Bei Kapitalzuflüssen aus Venture Capital und Private Equity rangiert Solarenergie erstmals auf dem ersten Rang aller erneuerbaren Energien vor den Biokraftstoffen.
Die 23. Europäische Photovoltaik-Konferenz in Valencia ist der weltweit größte Solarenergie-Kongress mit angeschlossener Solarausstellung. 715 Aussteller sind dieses Jahr in Valencia vertreten, davon allein rund 240 aus Deutschland.