In knapp vier Monaten, und damit rechtzeitig zum Beginn des neuen Ausbildungsjahres, entstand im Ausbildungszentrum der FRIATEC Aktiengesellschaft (Mannheim) ein komplett neuer Sanitärraum mit Toiletten, Waschtischen, Urinalen und Duschen.
Vorgezogenes Gesellenstück: Auszubildende bei der Montage der FRIAPLAN-Konstruktion. Foto:Friatec
Was keiner dem mit modernen Systemkomponenten (FRIAPLAN, FRIATHERM uni und FRIAPHON) der Division Gebäudetechnik ausgestatteten Bauwerk ansieht: Auszubildende aus dem gewerblichen Bereich haben den Neubau unter Anleitung eines Meisterbetriebes für Sanitär und Heizung quasi in Eigenregie selbst gebaut. "Unsere Azubis waren von Anfang an begeistert von der Idee", so Dipl.-Ing. Karl-Heinz Eberle, Leiter des FRIATEC-Ausbildungszentrums. "Nach einer intensiven Einweisung in die Produkte montierten und installierten sie unter fachlicher Anleitung den Sanitärraum als Raum-in-Raum-Lösung." Nur bei sicherheitsrelevanten Arbeiten wurden Aufträge an Fachfirmen vergeben.
Ausbildung hat hohen Stellenwert
Traditionell zählt Ausbildung für die FRIATEC zu den gesellschaftspolitischen Verpflichtungen. Bis dato gab der Spezialist für korrosionsbeständige und verschleißfeste Werkstoffe im Mannheimer Stedtteil Friedrichsfeld jährlich immer bis zu 20 Auszubildenden im gewerblichen (Mechatroniker/in, Zerspanungs- und Industriemechaniker/in)und im kaufmännischen Bereich (Industriekauffmann/frau und Fachlagerist/in), sowie verschiedenen, praxisorientierten Studiengängern in der Berufsakademie, die Chance, eine fundierte Ausbildung zu beginnen. Notwendig wurde der neue Sanitärraum, da die FRIATEC ihr Angebot an Ausbildungsplätzen ab September 2008 auf 40 Azubis im gewerblichen Bereich und 15 Studienplätzen im Bereich der Berufsakademie erhöht. Dazu Eberle: „Wir werden mittelfristig noch mehr jungen Menschen zu einer qualifizierten Berufsausbildung verhelfen. Da spielen natürlich die guten Erfahrungen mit unseren Auszubildenden eine Rolle. Oft zählen sie zu den Jahrgangsbesten bei den Gesellenprüfungen.“ So verwundert es nicht, dass bisher alle Auszubildenden von der FRIATEC übernommen worden sind. „Unser modernes Ausbildungskonzept“, so Eberle weiter, „setzt neben Theorie und Praxis auch auf innovative Bausteine, wie mit dem sogenannten Juniortrade (Junior-unternehmen), und geht damit über eine rein fachlich fundierte Qualifizierung hinaus. Das bewährt sich seit vielen Jahren.“ Auch andere Firmen in der Region haben dies erkannt. So entsenden unter anderem die Deutz Powersystems in Mannheim und eine Gießerei in St. Leon-Rot Auszubildende (Mecha-troniker/Industriemechaniker) in das Juniorunternehmen der FRIATEC.
Das Unternehmen Juniortrade
Schon seit 1994 wird bei der FRIATEC in der Juniortrade Teamarbeit praktiziert. Auszubildende des zweiten und dritten Ausbildungsjahres werden in zukunfts- und technologieorientierten Projektteams zusammengefasst und führen Fertigungsaufträge selbstständig aus – vom Auftragseingang mit Vorkalkulation, Konstruktion, Kundengesprächen bis zur Rechnungsstellung. Oder sie bauen einen kompletten Sanitärraum und liefern so ihr vorgezogenes Gesellenstück ab.
Raumplanung mit dem Montagesystem FRIAPLAN
Der neue Sanitärraum in den Abmessungen 10,60 x 6,00 m wurde in Trockenbauweise hergestellt. Basis für die „Gebäudehülle“ war das Montagesystem FRIAPLAN. Mit dessen stabiler Tragwerkkonstruktion wurde der Rahmen mit Außen- und Innenwänden gebaut und mittels FRIAPLAN-Tragplatten die sanitären Einrichtungsgegenstände integriert. Dazu Hans Schulze, Leiter der Anwendungstechnik: „Unser Montagesystem FRIAPLAN ist ideal geeignet für solche Konstruktionen, in denen nachträglich ein Sanitärraum in einen bestehenden Raum integriert werden soll. Gleichzeitig ergeben sich durch die flexiblen Montagemöglichkeiten vielfältige Gestaltungsoptionen.“
Tatsächlich werden nur fünf Bauteile benötigt, um ohne Spezialwerkzeug die stabile und tiefenverstellbare Tragwerkkonstruktion des Montagesystems FRIAPLAN zu bauen. Der Profilstab – ein symmetrischer, schlanker und korrosionsgeschützer Vierkantstab – bildet den Rahmen für die Tragwerkkonstruktion. Mit dem Bauwerkanschluss wird die Tragwerkkonstruktion an Boden und Wand befestigt. Er kann an jeder Stelle des Profilstabs montiert werden. Ein Dreieckverbinder dient zur kraftschlüssigen und rechtwinkligen Verbindung der FRIAPLAN-Stäbe. Er ist federnd gelagert und damit selbstsichernd. Praktisch ist der Abstandhalter, der stufenlos Vorwandtiefen bis 220 mm ermöglicht. Holzfaserverstärkte, feuchtraumgeeignete Gipskartonplatten (18 mm) geben in Kombination mit der Tragwerkkonstruktion stabilen Halt und sorgen für guten Schallschutz.
Nach einer Produkteinweisung montierten die Azubis nach einem exakten Werkplan und unter Anleitung eines Sanitärfachmanns Schritt für Schritt den neuen Sanitärraum. Selbst individuelle Lösungen wurden von ihnen realisiert, wie beispielsweise ein separater kleiner Raum mit acht Urinalen. Desweiteren bietet der neue Sanitärraum fünf WC´s, 17 Waschtische und zwei Duschen.
Zum Anschluss an das bestehende Leitungssystem und zur Verteilung und Heizungsanbindung kam das Rohrleitungssystem FRIATHERM uni mit Pressverbindung zum Einsatz. Für den reibungslosen Abwassertransport sorgt das schalldämmende Hausabfluss-System FRIAPHON. In den Deckenbrüchen garantieren systemkonforme Brandschutzmanschetten die Einhaltung der Anforderungen an den vorbeugenden Brandschutz.