Sechs ausgewiesene Fachleute aus Deutschland und Österreich diskutieren bei der Hewing GmbH in Ochtrup zum Thema "Wie relevant sind prüftechnische Simulationen für die Praxis?" Neue Prüfzertifikate, EU-Richtlinien zu Ausschreibungen und Qualitätsansprüchen mit Fokus auf Prüftechnik sowie deren Anwendung waren dabei Themen dieses zweiten Hewing Expertengesprächs.
Herbert Oßendorf, Vertriebsleiter der Hewing GmbH begrüßt die Teilnehmer des Expertengesprächs bei Hewing in Ochtrup. Von links nach rechts: Dipl. Ing. Nils Wehmeier, Dr. Rainer Dahlmann, Ing. Stefan Büchinger, Herbert Oßendorf, Dipl. Ing. Hermann Bliesener, Prof. Dr. Holger Frenz, Dipl. Ing. Peter Brägelmann und Moderator Mathias Roppel. Foto:Hewing
In den meisten europäischen Ländern wird nach einer festgeschriebenen internationalen Qualitätsnorm geprüft. Bindend dabei ist zusätzlich die Akkreditierung eines Prüflabors nach ISO/IEC 17025. Prof. Dr. Holger Frenz, zuständig für den Lehrbereich Prüftechnik und technische Mechanik der Fachhochschule Gelsenkirchen, stellt dazu fest: "Die Qualität der Prüfleistung hat sich international allgemein verbessert. Lediglich 15% der Prüfleistungen sind als nicht adäquat anzusehen". Neben der Akkreditierung oder einer Zertifizierung gelten für die anwesenden Experten insbesondere die Erfahrung und der Schwerpunkt eines Prüflabors sowie die Qualifikation von Mitarbeitern als Maßstäbe, um die Qualität von Prüfungsergebnissen sicherzustellen.
Welches Zertifikat reicht aus?
Konsens bei den Fachleuten ist neben dem Ursprung des anerkannten Zertifikats durch ein akkreditiertes Institut die klare Definition der Prüfparameter sowie die Qualitätskontrollen des Produktionsprozesses. Die durch Prüfungen nachgewiesene Qualität stellt nach Auffassung der Experten einen relevanten Aspekt dar, mit denen Produzenten wie Hewing im Segment Kunststoffrohre ihrer Pflicht und ihrem eigenen Anspruch zur Herstellerverantwortung nachkommen. Dagegen treffen Prüfzeichen wie die CE-Kennzeichnung keine Aussage über die Produktqualität, sondern dienen lediglich der Harmonisierung des Marktes.
Dr. Rainer Dahlmann, Leiter des Zentrums für Kunststoffanalyse und -prüfung des Instituts für Kunststoffverarbeitung in Aachen sagt dazu: "Die Wertigkeit von Prüfzeichen ergibt sich dadurch, dass sie tatsächlich für Qualität stehen. Ist dem nicht so, regelt sich der Fortbestand dieser Normen mit der Zeit von selbst". Für Ing. Stefan Büchinger vom TGM Wien ist dabei eine Erhöhung der Akzeptanz im Zusammenhang mit dem Nachweis von geprüften Originalprodukten ausschalggebend. Ein weiteres Diskussionsergebnis dazu: Mit Transparenz soll auf dem Markt die geprüfte Produkt-Qualität vom Fachmann bis zum Endverbraucher klar und nachvollziehbar gemacht werden.
Qualität für die Zukunft
Neben den unterschiedlichen Parametern zur Qualitätssicherung dank Prüftechnik gilt es, diese entsprechend weiter zu entwickeln, um letztendlich den Anforderungen eines Produktes für den Markt gerecht zu werden. Zusätzlich ist als Fazit der Diskussion festzustellen, dass Prüftechnik als relevantes Instrument angesehen werden muss, das zeitnah und verlässlich Ergebnisse zur Qualitätssicherung liefert. Insbesondere die hohen Qualitätsansprüche z.B. bei Kunststoffrohren, wie Hewing sie produziert, müssen zukünftig über geeignete Marketingmaßnahmen im Bewusstsein von Fachplanern, Fachhandwerkern bis zum Endverbraucher transparent dargestellt werden. Damit ist schließlich der qualitative Unterschied zwischen hoch- und niederwertigen Produkten klar zu verdeutlichen. Diese Maßnahmen dienen letztendlich dazu, Qualitätsprodukte mit anerkannten Qualitätszertifikaten auf dem Markt durch verantwortungsvolle Systemanbieter sicher zu positionieren und differenzierbar zu machen.