Mit der Oberhausener Resolution, einer einstimmigen Beschlussfassung der Mitgliederversammlung des Fachverbandes SHK NRW, wehrt sich das nordrheinwestfälische Handwerk gegen die Einführung von zusätzlichen Transport- und Logistikpauschalen des SHK-Großhandels.
Auf der Mitgliederversammlung des Fachverbandes Sanitär Heizung Klima Nordrhein-Westfalen am 24.10.2008 wurde von den angeschlossenen 58 SHK-Innungen einstimmig in der Oberhausener Resolution gegen die von den Großhändlern erhobenen Zuschläge Protest erhoben. Gestützt wurde diese Entscheidung auch durch eine vorangegangene Umfrage des Verbandes, an der sich über 1.500 Innungsbetriebe beteiligten.
Logistik-Zuschlag bringt Proteste ins Rollen
Vermehrt gehen Großhändler seit einigen Wochen dazu über, sämtliche Materiallieferungen mit Zuschlägen für Transport- und Energiekosten zu versehen. Als Begründung werden die enorm gestiegenen Energiekosten, insbesondere die Preise für Dieseltreibstoff, angegeben. Der einstimmige Beschluss der Mitgliederversammlung wendet sich gegen diese vom Großhandel separat erhobenen Zuschläge. Die Form des Zuschlags ist für die Kalkulation des Handwerks ungeeignet. Die unterschiedlichen Zuschlagsformen lassen sich nur schwer verarbeiten und führen zu Intransparenz. Auch lassen sich diese Kosten zumeist nicht an den Kunden weiterberechnen.
Stimmungsbild der Branche
Die Befragung unter allen Mitgliedsbetrieben des Fachverbandes NRW ergab ein eindeutiges Stimmungsbild. 71,1 Prozent der befragten Unternehmen sehen sich nicht in der Lage die Zuschläge an ihre Kunden weiterzugeben. 81,5 Prozent fordern die Logistikkosten direkt in die Preise einzurechnen. Dabei fordern 87,2 Prozent der Unternehmen, dass die erste Anlieferung pro Tag von den Zusatzkosten befreit bleibt. Viele Betriebe überlegen, den Anbieter zu wechseln. 58,5 Prozent gaben an, gezielt bei Händlern zu kaufen, die keine Logistikpauschale berechnen.
Oberhausener Resolution
Die Mitgliederversammlung des Fachverbandes SHK NRW fordert nach dieser eingehenden Prüfung die Großhändler auf, im Sinne einer weiterhin guten Zusammenarbeit im Rahmen des dreistufigen Vertriebsweges, von den Logistikpauschalen Abstand zu nehmen. Die Mitgliederversammlung empfiehlt Betrieben, die nicht gewillt sind, Logistikzuschläge zu zahlen, den Großhändler spätestens bei der Bestellung ausdrücklich darauf hinzuweisen. Will der Großhandel für seine Leistung mehr Geld, so muss er das in seine Preise einrechnen. Nur so bleiben die Konditionen der Großhändler vergleichbar und damit der Wettbewerb gewährleistet.
Im Internet findet sich
die vollständige Auswertung der Umfrageergebnisse von 1.500 Innungsbetrieben sowie die
Oberhausener Resolution und ein
Musterschreiben des Fachverband SHK NRW.