Nach der Neustrukturierung im vergangenen Jahr schickt sich ATAG (vormals ATAG Benraad) an, die bisherige Nischenposition in der Gas-Brennwerttechnik massiv auszubauen. Dies soll vor allem durch ein in sich schlüssiges Paket aus aktuellen Neuentwicklungen, Zukunftstechnologien und einem strategischen Marktbearbeitungskonzept, in dessen Mittelpunkt ein so genanntes "Premium Partner"- Programm steht, erreicht werden.
Bei diesem Programm handelt es sich im Wesentlichen um den flächendeckenden Ausbau der Präsenz des Herstellers in ganz Deutschland über speziell ausgewählte Heizungsbau-Unternehmen. "Sie sollen", so Marketingleiter Dipl.-Ing. Gernot Henckel, "mit entsprechender Unterstützung und Schulung durch die ATAG dem hohen qualitativen Standard unserer Gas-Brennwertgeräte entsprechend die regionalen Märkte erschließen und für eine umfassende Betreuung der Endkunden sorgen." Nicht zuletzt vor dem Hintergrund der in diesem Zusammenhang gewährten 10-Jahres-Garantie hatten die Niederländer mit den Dependancen in Herborn und Berlin damit zur ISH01 einen Schlüsselreiz gefunden, der das Fachhandwerk ebenso wie die Repräsentanten einer Reihe von Handelshäusern ansprach. Gerade sie - so Henckel - suchten dort in überdurchschnittlich hoher Zahl das Gespräch und signalisierten ihr Interesse an einem Ausbau der Zusammenarbeit: "Es wird erkennbar mehr Wert auf das Verkaufen von Qualität mit angemessenem Preis/Leistungsverhältnis gelegt, weil auch der Fachgroßhandel wieder zu vernünftigen Kostendeckungsbeiträgen kommen möchte."
Im Heizgeräte-Markt der 1Familien-Häuser habe sich so das Gas-Brennwertgerät "HR 5003" mit einer Nennleistung von bis zu 24 kW bei einer Modulationsbreite von 3,9 bis 23,0 zu einem wahren "Schnelldreher" entwickelt, während im oberen Leistungsbereich die Modelle "HR 5007" und "HR 5008" (Nennbelastung 45,9 bzw. 54,0 kW) durch die Möglichkeit zur Kaskadenschaltung und damit der energiesparenden Anpassung auch an Bedürfnisse mit stark schwankenden Spitzenleistungen punkteten.
Während die unteren Leistungsbereiche von ATAG fast schon traditionell mit diversen Solo- und Kompakt-Geräten sehr differenziert abgedeckt werden, stand zur ISH die weitere Programmabrundung nach oben an: Mit dem "Twin" genannten Gas-Brennwert-Standgerät mit 120 Kilowatt mit zwei integrierten 60kWEdelstahl-GlattrohrWärmetauschern gehört nun ein kompakter Kessel zum Angebot, der bis zu vier Geräten (Gesamtleistung 480 kW; Wirkungsgrad gut 109 Prozent) kaskadierbar ist und "den einmaligen Modulationsbereich von 9,5 bis 114,4 Kilowatt, also einen Faktor von 1 zu 12" bietet.
Mit der "HR-Sonnen-Gas-Combi" hat ATAG zudem ein Heizgerät zur kombinierten Nutzung von Gas und Solar neu in das Programm aufgenommen. Je nach Ausführung mit einem Leistungsspektrum zwischen 3,9 und 23,0 bzw. 5,3 bis 33,6 Kilowatt regelt in dem Standgerät mit 200-LiterSpeicher (aufgeteilt in 120 Liter Heizung, 80 Liter Brauchwasser) eine speziell entwickelte Steuerungselektronik die wirtschaftlichste Abstimmung der Energieverteilung für die Erwärmung.

Dass die Niederländer mit diesen Innovationen allerdings ihr Pulver noch lange nicht verschossen haben, belegte ein Blick in die "Abteilung Zukunft" des Messestandes. Dort stellte ATAG als Mitglied der Gemeinschaftsunternehmung ENATEC B.V erstmals den funktionierenden Prototypen eines Mikro-Kraft-Wärmekopplung-Gerätes vor, das Ende 2003 in Serie gehen soll.
Das MWKK-System beruht dabei im Wesentlichen auf zwei Komponenten: dem seit 1996 bewährten modulierenden Gas-Brennwertkessel HR 5000 von ATAG sowie einem so genannten Freikolben-Stirlinggenerator, der eine elektrische Leistung von 1 kW (230 V / 50 Hz) liefert. Bei Wärmeanforderung startet zuerst der Stirling-Generator mit einer Leistung von 6 bis 10 Kilowatt thermisch und besagtem 1 Kilowatt elektrisch, das bei nicht unmittelbarer Nutzung auch in das öffentliche Stromnetz eingespeist werden kann. Übersteigt der Wärmebedarf 10 Kilowatt, schaltet automatisch der Spitzenbrenner bis zu einer Leistung von maximal 24 kW zu.