Die Gewinner des ersten Bundesländerpreises für Erneuerbare Energien haben in Berlin ihre Auszeichnung erhalten. Stellvertretend für ihr jeweiliges Land nahmen der brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck, der baden-württembergische Regierungschef Günther Oettinger und der Umweltminister Schleswig-Holsteins, Christian von Boetticher, den "Leitstern 2008" für besondere Erfolge auf dem Gebiet der Erneuerbaren Energien entgegen.
Die Gewinner des ersten Bundesländerpreises für Erneuerbare Energien sind Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein udn Brandenburg. Foto:Erneuerbare Energien
„Die Auszeichnung soll Ansporn sein, die Potenziale zur Nutzung Erneuerbarer Energien in allen Bundesländern noch besser auszuschöpfen“, sagte Prof. Dr. Klaus Töpfer, ehemaliger UNEP-Direktor und Schirmherr der Agentur für Erneuerbare Energien. Selbst die Gewinnerländer hätten das Optimum noch nicht erreicht. „Mit dem Länderranking wird niemand ausgegrenzt, sondern jedes Bundesland ermutigt und unterstützt, sich in Zukunft noch zu steigern. Wir wollen diese Diskussion anstoßen“, so Töpfer.
Matthias Platzeck freute sich über den Gesamtsieg für Brandenburg: "So ein Preis motiviert. Wir diskutieren in der Landesregierung bereits, wie wir in einzelnen Punkten noch besser werden können", so der Ministerpräsident. Brandenburg hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2020 ein Fünftel seines Primärenergieverbrauchs aus Erneuerbaren Energien zu erzeugen. "Bis dahin liegt noch viel Arbeit vor uns, auch politische Überzeugungsarbeit", blickte Platzeck nach vorn.
Baden-Württemberg erhielt den "Leitstern 2008" in der Kategorie Erneuerbare Wärme. Ministerpräsident Oettinger dah darin die Belohnung für das neue Wärmegesetz des Landes, das den Einsatz regenerativer Wärme sowohl im Neubau als auch im Gebäudebestand verpflichtend vorschreibt. "Das Gesetz lenkt Investitionen in die richtige Richtung", so Oettinger. Damit sei es ein gelungenes Beispiel für ökologische Marktwirtschaft.
Für erfolgreiche Wirtschafts- und Technologiesiedlung im Bereich Erneuerbare Energien erhielt Schleswig-Holstein einen "Leitstern". Der Landesumweltminister widmete den Preis den Unternehmen und Forschungseinrichtungen im Land. "Ehrgeizige Ziele sind nur zu erreichen mit ehrgeizigen Partnern", so von Boetticher. Daher sehe er den Preis auch als "in die Zukunft gerichtet, für alles, was wir noch tun werden und wollen".
Bundesumweltminister Sigmar Gabriel betonte in seiner Festrede die entscheidende Rolle und große Verantwortung der Bundesländer beim Ausbau der Erneuerbaren Energien. „Die Länder beeinflussen die Raumplanung, weisen Flächen für Erneuerbare Energien aus und sind Motoren der Kommunalpolitik“, so Gabriel. Die Unterstützung der Bundesländer sei daher unerlässlich, damit Deutschland seine Klimaschutzziele erreicht. Zudem verwies der Minister auf die 250.000 Beschäftigten in der Branche der Erneuerbaren Energien und stellte fest: „Es gibt kein anderes Wirtschaftsfeld, in dem in so kurzer Zeit so viele zukunftsträchtige Arbeitsplätze entstanden sind.“ Verbunden mit seinem Glückwunsch an die Gewinnerländer äußerte Gabriel die Hoffnung, „dass die anderen Länder dem guten Beispiel jetzt nacheifern“.
Die Grundlage für die Preisvergabe, eine umfassende Vergleichsstudie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), stellte Prof. Dr. Claudia Kemfert vor, Leiterin der Forschungsabteilung Energie im DIW. Sie bezeichnete die stärkere Nutzung regenerativer Energien als unabdingbar für ein entschiedenes Gegensteuern gegen den Klimawandel. „Erneuerbare Energien sollten weltweit die Hauptenergiequelle werden“, forderte Kemfert. Die Nutzung erfolge aber letztlich immer vor Ort. Die Studie habe gezeigt, „dass alle Bundesländer ihre Anstrengungen zum Ausbau der Erneuerbaren Energien noch verstärken können und müssen“, so Kemfert.