Energiesparen ist den Deutschen sehr wichtig. Eine große Mehrheit achtet in den meisten Bereichen des täglichen Lebens auf den Energieverbrauch, wie eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag des weltweit führenden Messdienstleisters ista ergab.
Mit intelligenten Stromzählern können Verbraucher ihre Stromkosten besser im Blick haben.
Zudem wünschen sich die Deutschen mehr und regelmäßige Informationen über ihren Verbrauch und die Heizkosten, um künftig noch sparsamer mit Energie umgehen zu können.
Mehr als vier von fünf Befragten geben an, beim Heizen und bei der Beleuchtung (jeweils 85 Prozent) sehr oder zumindest etwas aufs Energiesparen zu achten. Die Menschen sind sich zudem der Stromverschwendung bei Elektrogeräten im Stand-by Modus bewusst. So schalten 79 Prozent Geräte wie Fernseher, Stereoanlage oder Computer ganz aus, statt sie auf Stand-by zu lassen. Beim Waschen und Trocknen der Kleidung achten 71 Prozent sehr oder etwas aufs Energiesparen, beim Autofahren 68 Prozent und bei der Zubereitung und der Kühlung von Lebensmitteln 66 Prozent.
Die Körperpflege ist derjenige Bereich im Haushalt, bei dem die Deutschen am wenigsten auf sparsamen Umgang mit Energie schauen. Aber auch hier, beim Duschen, Baden oder Haare fönen, denken immerhin 57 Prozent sehr oder etwas an die Energierechnung.
Betrachtet man nur die Kategorie „achte sehr aufs Energiesparen“, liegt der Stand-by-Betrieb von Elektrogeräten mit 64 Prozent Zustimmung vorn. Jeweils 62 Prozent sind es beim Heizen und bei der Beleuchtung, 40 Prozent bei der Kühlung und Zubereitung des Essens und nur 32 Prozent bei der Körperpflege.
Obwohl die meisten Deutschen bewusst mit Energie umgehen, kennt weniger als jeder Vierte (23 Prozent) die genauen Heizkosten des eigenen Haushalts. Ein Drittel (33 Prozent) kann immerhin den ungefähren Betrag nennen, doch fast die Hälfte der Befragten (44 Prozent) hat keine Ahnung, wie hoch die eigene Energierechnung ist.
Frauen wissen weniger über ihre Energiekosten
Vor allem bei Frauen und Jüngeren ist der Kenntnisstand unterdurchschnittlich. Bei den 18- bis 29-Jährigen wissen 65 Prozent überhaupt nicht über ihre Energiekosten Bescheid, und nur 9 Prozent von ihnen sind genau im Bilde. Unter den Frauen haben 51 Prozent keine Kenntnis davon und nur jede Fünfte (20 Prozent) kann den genauen Betrag nennen. Bei den Männern dagegen weiß mehr als jeder Fünfte (27 Prozent) ganz genau und nur 36 Prozent wissen überhaupt nicht, wie viel sie für Energie bezahlen.
Detailliertere Informationen können sparen helfen
Die Umfrage ergab zugleich, dass sich die Deutschen mehr Informationen über ihren Verbrauch wünschen. Zwei Drittel (67 Prozent) sind der Meinung, dass Angaben über den aktuellen Stand des eigenen Energieverbrauchs und der Heizkosten viel oder etwas dazu beitragen könnten, den Verbrauch zu senken. Besonders überzeugt von diesem Einsparpotenzial sind die 30- bis 44-Jährigen. Hier glauben über drei Viertel (78 Prozent) an Sparmöglichkeiten durch detailliertere Informationen.
Frauen sind hier etwas skeptischer als Männer: 41 Prozent der männlichen Befragten sind überzeugt, das häufigere Informationen viel zum Energiesparen beitragen könnten, aber nur 38 Prozent der Frauen.
Eine große Mehrheit der Deutschen würde gerne von der Möglichkeit Gebrauch machen, künftig detaillierte, aktuelle Informationen über den eigenen Energieverbrauch zu erhalten. Fast zwei Drittel der Befragten (64 Prozent) haben ein generelles Interesse daran. 37 Prozent würden häufigere Informationen zum Energieverbrauch „ganz bestimmt“ nutzen, weitere 27 Prozent würden es „eher nutzen“. Nur jeder Fünfte (18 Prozent) würde regelmäßige Energiedaten „ganz bestimmt nicht“ nutzen.
Auch hier sind Männer innovationsfreudiger: 40 Prozent von ihnen würden ganz bestimmt auf die Daten zugreifen, aber nur 34 Prozent der Frauen würden das sicher tun.
Monatliche Information gewünscht
Die meisten Bürger (43 Prozent) bevorzugen eine monatliche Information statt der bisherigen Jahresabrechnung. Für 28 Prozent würde einmal im Quartal ausreichen. 8 Prozent wären sogar mit einer Information pro Halbjahr zufrieden, während sieben Prozent am liebsten einmal in der Woche ihren aktuellen Energieverbrauch erfahren würden.
Die Energiedaten müssten über unterschiedliche Informationswege angeboten werden. Ein Drittel (34 Prozent) der Befragten würde sich diese per Brief wünschen, gut ein Viertel (27 Prozent) würden die Daten gerne auf einer Internetseite abrufen. Weitere 24 Prozent möchten sie per E-Mail erhalten. 13 Prozent votieren für eine Telefon-Hotline. Die Wahl des Informationskanals hängt stark vom Alter ab. Die Älteren (ab 60 Jahren) bevorzugen Brief und Telefon, während viele Jüngere für eine Internetseite oder E-Mail plädieren.
Moderne Funktechnik macht Energiedatenmanagement möglich
„Die Forsa-Umfrage bestätigt eindrucksvoll, dass unter den Bürgern ein großer Bedarf an detaillierten Informationen über den Energieverbrauch besteht“, sagte der Vorsitzende der ista-Geschäftsführung, Walter Schmidt. ista als Unternehmen der Messdienstbranche sei momentan dabei, die entsprechenden Services zu entwickeln. Die Technologie dafür habe man mit der bidirektionalen Funktechnik bereits. „Nun kommt es darauf an, im Dialog mit der Wohnungswirtschaft und den Mietern die Prozesse und Abläufe für ein Energiedatenmanagement zu entwickeln. Die Ergebnisse der Forsa-Umfrage sind für uns ein Ansporn, dieses zukunftsträchtige Geschäftsfeld weiter zu forcieren“, betonte Schmidt.
Für die Studie hat Forsa vom 3. bis 6. November 2008 im Auftrag von ista 1.003 Personen ab 18 Jahren befragt. An 100 Prozent fehlende Angaben: „weiß nicht“.