In vielen Ländern stagniert oder sinkt die Zahl der Neubauten und das Thema Bauen im Bestand gewinnt mehr und mehr an Bedeutung. Modernisierungen und Instandsetzungen spielen für die Bauwirtschaft daher eine immer größere Rolle. Auf der BAU 2009 in München bietet das Forum "Praxis Altbau trifft Zukunft Bau" dem Thema ausführlich Raum.
BAU 2007: 209.000 Fachbesucher hatten für Hochstimmung bei den Ausstellern gesorgt. Foto: Messe München GmbH
Weit mehr als die Hälfte der Investitionen im Wohnungsbau werden heutzutage diesem Bereich getätigt. Für viele große Konzerne und kleine Betriebe hierzulande gehören solche Maßnahmen zu den tragenden Säulen ihres Unternehmens. Das kann auch in Zukunft so bleiben, denn etwa zwei Drittel der Wohnungen in Deutschland sind älter als 25 Jahre.
Neben ästhetischen und denkmalpflegerischen Aspekten sind ökonomische Gesichtspunkte sowie die nachhaltige Planung und Ausführung wesentlich beim Bauen im Bestand. Deshalb sollte jede Modernisierung eine deutliche Senkung des Energiever- brauchs bewirken. Ein Bauvorhaben im Bestand erfordert die ganzheitliche Betrachtung der Chancen und Risiken - die genaue Kenntnis von Baumaterialien, Handwerkstechniken, Systemlösungen, Normen und Richtlinien ist unabdingbar.
Wenn die Energieeinsparverordnung für Neubauten und Bestand wie geplant um etwa 30% verschärft wird, werden effiziente, nachhaltige und dauerhafte Lösungen noch wichtiger als bisher. Der Bundesarbeitskreis Altbauerneuerung (BAKA) als Netzwerk von Architekten, Ingenieuren, Wissen- schaftlern, Herstellern und Verarbeitern bündelt Erfahrung und Kompetenz aus der Praxis mit neuen Erkenntnissen aus der Forschung.
Das Forum "Praxis Altbau trifft Zukunft Bau" findet an allen Messetagen in Halle B0 statt und soll den Impuls auslösen, gemeinsam zukunftsfähige Lösungen zu entwickeln. Das Programm des Forums ist äußerst umfangreich und vielseitig. So stehen am ersten und zweiten Messetag Lebenszyklus und Baupraxis im Vordergrund. Außer Vorträgen zur Nutzung von Erdwärme und zur Vermeidung von Bauschäden, werden Produkte für Sanierungsmaßnahmen vorgestellt. Energie ist am dritten und vierten Messetag maßgebliches Thema: Es geht zunächst um Materialien der Gebäudehülle, Photovoltaik und Energiemanagement. Im Anschluss daran gibt es konkrete Hinweise zur Gebäudediagnose, der EnEV 2009 und Bauanschlussfugen in der Fassade. Der Donnerstagvormittag (15. Januar) steht im Zeichen neuer Produkte, am Nachmittag können sich Besucher beispielsweise über Bauwerksabdichtung informieren oder Versicherungen rund um den Häuserbau. Veranstalter des Forums ist neben dem BAKA und der Messe München GmbH das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS).
An den letzten beiden Messetagen, also Freitag, dem 16. und Samstag, dem 17. Januar, wagen Forscher und Dozenten einen Blick in die Zukunft der Bauwirtschaft, aber auch der Bevölkerungsentwicklung, und befassen sich mit den Wohnbedürfnissen von Morgen.
An der
BAU 2009, die vom 12. bis 17. Januar 2009 auf dem Gelände der Neuen Messe München stattfindet, beteiligen sich mehr als 1.800 Unternehmen aus etwa 40 Ländern. Die Organisatoren erwarten mindestens 200.000 Besucher aus rund 140 Ländern.