Der ifo Geschäftsklimaindex für die gewerbliche Wirtschaft Deutschlands ist im Januar leicht
gestiegen. Nach einer kräftigen Abwärtsbewegung im vergangenen Jahr befindet sich der Indikator
aber auf einem sehr niedrigen Niveau.
Die beiden Teilwerte des Geschäftsklimas haben sich diesmal unterschiedlich entwickelt: Während die Unternehmen die augenblickliche Geschäftslage erneut schlechter bewerten als im Vormonat, sehen sie dem Geschäftsverlauf in den nächsten sechs Monaten nicht mehr gar so skeptisch entgegen. Eine konjunkturelle Wende kann man hieraus nicht ablesen.
Die Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes berichten von einer abermals verschlechterten Geschäftslage. Jedoch äußern sich weniger Firmen als bei der vergangenen Befragung negativ zum Geschäftsverlauf im nächsten halben Jahr. Insgesamt erwarten die Industriefirmen aber weiterhin eine sehr ungünstige Geschäftsentwicklung. In der Summe bleibt das Geschäftsklima im verarbeitenden Gewerbe unverändert schlecht. Im Exportgeschäft rechnen die Befragungsteilnehmer mit einer anhaltenden Abwärtstendenz. Die Unternehmen lasten ihre Geräte und Maschinen erheblich weniger aus als im vergangenen Herbst und planen, den Personalbestand zu reduzieren.
Im Einzelhandel hat sich das Geschäftsklima etwas verbessert. Sowohl ihre augenblickliche Lage als auch ihre Perspektiven betrachten die Einzelhändler weniger zurückhaltend als im Dezember. Der Geschäftsklimaindex im Großhandel und im Bauhauptgewerbe ist geringfügig gestiegen. Die Großhändler berichten von einer ähnlichen Geschäftssituation wie im Dezember, sind aber hinsichtlich der weiteren Geschäftsentwicklung etwas weniger skeptisch. Im Bauhauptgewerbe bewerten die Firmen ihre augenblickliche Geschäftslage ungünstiger. Ihre Erwartungen an den Geschäftsverlauf im kommenden halben Jahr sind aber weniger negativ als im Dezember.
Legende: Das ifo Geschäftsklima basiert auf ca. 7.000 monatlichen Meldungen von Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes, des Bauhauptgewerbes, des Großhandels und des Einzelhandels. Die Unternehmen werden gebeten, ihre gegenwärtige Geschäftslage zu beurteilen und ihre Erwartungen für die nächsten sechs Monate mitzuteilen. Sie können ihre Lage mit "gut", "befriedigend" oder "schlecht" und ihre Geschäftserwartungen für die nächsten sechs Monaten als "günstiger", "gleich bleibend" oder "ungünstiger" kennzeichnen. Der Saldowert der gegenwärtigen Geschäftslage ist die Differenz der Prozentanteile der Antworten "gut" und "schlecht", der Saldowert der Erwartungen ist die Differenz der Prozentanteile der Antworten "günstiger" und "ungünstiger". Das Geschäftsklima ist ein transformierter Mittelwert aus den Salden der Geschäftslage und der Erwartungen. Zur Berechnung der Indexwerte werden die transformierten Salden jeweils auf den Durchschnitt des Jahres 2000 normiert.
Geschäftsklimaindikator im Dienstleistungsgewerbe etwas erholt
Das ifo Geschäftsklima im Dienstleistungsgewerbe Deutschlands ist im Januar weniger schlecht als im Vormonat. Die beiden Komponenten des Geschäftsklimaindikators entwickelten sich dabei gegenläufig: Die Unternehmen sind mit ihrer momentanen Geschäftslage erneut unzufriedener als im Vormonat. Bezüglich der Entwicklung in den kommenden sechs Monaten überwiegen weiterhin die skeptischen Stimmen, doch hat der Pessimismus etwas abgenommen. Die Unternehmen planen etwas weniger Personalabbau als noch im Dezember.
Legende: Der ifo Konjunkturtest Dienstleistungen basiert auf ca. 2.000 monatlichen Meldungen von Unternehmen aus wichtigen, insbesondere unternehmensnahen Zweigen des tertiären Sektors (ohne Handel, Kreditgewerbe, Leasing, Versicherungen und ohne Staat). Die Erhebungen und Berechnungen erfolgen analog zum ifo Konjunkturtest in der gewerblichen Wirtschaft. Bei einem Vergleich der Kurven ist jedoch zu berücksichtigen, dass - aus methodischen Gründen -die Ergebnisse des Konjunkturtests Dienstleistungen zurzeit noch nicht saisonbereinigt ausgewiesen werden. Der Indikator ifo Geschäftsklima Dienstleistungen ist bislang nicht in den Ergebnissen für die gewerbliche Wirtschaft enthalten.