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News vom 22.08.2000

Bauaufträge gehen kräftig zurück


Der Abschwung in der Bauwirtschaft hat sich im Juni noch einmal verstärkt. Das geht aus den jüngsten Angaben des Statistischen Bundesamts hervor. Danach haben die Aufträge im Bauhauptgewerbe in Westdeutschland um 14 Prozent, in den neuen Bundesländern um 16 Prozent unter dem vergleichbaren Vorjahresniveau gelegen. Die Produktion hat sich, gemessen an den geleisteten Arbeitsstunden, im früheren Bundesgebiet um 18, in Ostdeutschland binnen Jahresfrist um fast 28 Prozent vermindert. Entsprechend kräftig hat die Beschäftigtenzahl im Westen um fast 6 Prozent, im Osten um gut 14 Prozent abgenommen.
Insgesamt im ersten Halbjahr haben die Bestellungen in Gesamtdeutschland gegenüber den ersten sechs Monaten 1999 um gut 8 Prozent abgenommen. Während die Produktion binnen Jahresfrist um fast 9 Prozent gesunken ist, hat sich die Zahl der Beschäftigten noch einmal um 6 Prozent auf wenig mehr als eine Million Mitarbeiter im Bauhauptgewerbe vermindert.
Angesichts der bisherigen Entwicklung rechnen die beiden großen Bauverbände, der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie und der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes, nicht mehr mit einer Besserung in diesem Jahr. So weist die Bauindustrie darauf hin, dass der Auftragsbestand auf den niedrigsten Stand seit der deutschen Einheit abgeschmolzen sei. Die Baukonjunktur habe sich immer mehr von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung abgekoppelt. Das Baugewerbe hat in seiner jüngsten Umfrage unter Mitgliedsunternehmen für Juli weiterhin Unzufriedenheit mit der Geschäftslage ermittelt. Die kommenden drei Monate würden vor allem in den westdeutschen Baubetrieben wieder mit mehr Skepsis gesehen.
Gleichwohl sehen die Verbände Chancen, dass sich die Bauwirtschaft im kommenden Jahr erholen könnte. Beide stimmen weitgehend darin überein, dass sich die gesamtwirtschaftliche Erholung auf mittlere Sicht auch positiv auf die Bauinvestitionen auswirken werde. Während das mittelständische Baugewerbe im Wohnungsbau eine Stabilisierung erwartet, setzt die Bauindustrie mehr auf den öffentlichen Bau, der von besseren Haushaltslage der Gebietskörperschaften profitieren könne.
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