Zur ISH 2009 stellte Viega einen konzeptionell umfassenden Ansatz für Trinkwasser-Installationen in Gebäuden vor, in denen Stagnation im Leitungsnetz nicht ausgeschlossen werden kann. Eine Vielzahl abgestimmter Neuheiten hilft Planern, Fachhandwerkern und Betreibern, die einwandfreie Qualität des Trinkwassers dauerhaft zu gewährleisten.
Durch den ganzheitlichen Ansatz des Konzeptes Hygiene+ trägt Viega den nutzungsbedingt unterschiedlichen Installationsanforderungen in den verschiedenen Gebäudetypen, hier in einem Hotel, Rechnung.
Sichert selbsttätig den „bestimmungsgemäßen Gebrauch“ einer Trinkwasseranlage ab: die sensitive Visign for Care-Betätigungsplatte mit Funktion Hygiene+, die mit wenigen Handgriffen über Vorhalten des mitgelieferten Magneten aktiviert wird. Bilder: Viega
Der Erhalt der Trinkwassergüte basiert auf der fachgerechten Auslegung, der hygienebewussten Installation und dem bestimmungsgemäßen Gebrauch einer Trinkwasseranlage. Zur ISH 2009 stellte Viega einen konzeptionell umfassenden Ansatz für Gebäude vor, in denen Stagnation im Leitungsnetz nicht ausgeschlossen werden kann - beispielsweise Alten- und Pflegeheime, Krankenhäuser oder Hotels. Eine Vielzahl abgestimmter Neuheiten hilft Planern, Fachhandwerkern und Betreibern, die einwandfreie Qualität des Trinkwassers dauerhaft zu gewährleisten. Dazu gehört die Planungssoftware Viptool Piping mit Hygiene+ Funktion ebenso wie spezielle Wandscheiben zum Durchschleifen von Trinkwasserleitungen und ein „intelligentes“ Hygiene+ Spülsystem.
Einwandfreies Trinkwasser ist hierzulande schon seit langem selbstverständlich. Dabei wird allerdings häufig vergessen, dass Trinkwasser ein Lebensmittel ist. Es kann sich also unter anderem durch den Kontakt mit Werkstoffen, durch Stagnation im Leitungsnetz oder durch Erwärmung nachteilig verändern. Systemanbieter Viega hat diese Herausforderungen schon vor Jahren erkannt und bei der Entwicklung neuer Rohrleitungssysteme in entsprechende Werkstoffe, Fertigungsverfahren und Qualitätssicherung investiert. Die zur „ISH 2009“ vorgestellten Innovationen stellen also die konsequente Fortentwicklung dieser Selbstverpflichtung zu einem lückenlosen Maßnahmenpaket speziell für größere Gebäude dar. Da alle Maßnahmen für den Erhalt der Wassergüte auch die Investitions- und Betriebskosten senken, kommt diesem Hygiene+ Konzept gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten eine besondere Bedeutung zu.
Interaktive Auslegung
Praxisgerecht setzt Viega bereits in der Planungsphase an. Denn schon hier werden grundlegende Weichen gestellt, ob bereits im bestimmungsgemäßen Betrieb das Trinkwasser ausgetauscht und die Temperatur „kalt“ und warm“ eingehalten wird. Die Software Viptool Piping mit Hygiene+ Funktion unterstützt den Fachplaner daher – auf Wunsch sogar interaktiv – bei der optimalen Auslegung einer Trinkwasseranlage: Über die bedarfsgerechte Leitungsberechnung hinaus gibt das Programm Konstruktionsempfehlungen zur Anordnung der Hauptverbraucher am Ende einer Reihenleitung sowie Hinweise beispielsweise zur Platzierung von geeigneten Probenahmestellen.
Diese aktiven Hinweise als Zeichnungsunterstützung und im Berechnungsdurchlauf werden durch zahlreiche Visualisierungen ergänzt. Temperaturverläufe und Druckverluste in einzelnen Leitungsabschnitten sind per Knopfdruck als Grafik ebenso abrufbar wie eine Simulation von Spülvorgängen oder die Darstellung von Volumina in Diagrammform. Derart aufbereitet stellen die Abbildungen und Grafiken für den Fachplaner eine wichtige Hilfe im Gespräch mit seinem Auftraggeber dar, da so normalerweise nur schwer nachzuvollziehende Prozesse – wie Spülvorgänge – plastisch vor Augen geführt werden.
Gleiches gilt für die unter hygienischen und wirtschaftlichen Gründen wichtige Darstellung der hydraulischen Verhältnisse in der jeweiligen Trinkwasseranlage. Die hydraulischen Verhältnisse werden mit den realen Widerstandsbeiwerten (Zeta-Werten) der Verbinder und Formteile des jeweiligen Viega-Rohrsystems und nur im Hintergrund mit pauschalen Norm-Werten berechnet. Planer wie Auftraggeber bekommen so anhand der gegenüber gestellten Kenndaten zur Wirtschaftlichkeit einen unmittelbaren Eindruck, wie hoch das Einsparpotential durch den Einsatz eines Rohrsystems mit günstigen Zeta-Werten sind. Das schließt die Investitionshöhe ebenso ein wie die späteren Betriebskosten.
Durchströmte Ausführung
Mit welchen Produkten derart druckverlustoptimiert, zugleich hygienisch vorbildliche Installationen auszuführen sind – auch dabei unterstützt Viega Fachplaner und Fachhandwerker mit zahlreichen Neu- und Weiterentwicklungen. Beispielhaft seien die druckverlustoptimierten Doppelwandscheiben zur Einschleifung der Leitungen von Entnahmestelle zu Entnahmestelle oder das Wandscheiben-T-Stück genannt, mit dem Einzelanschlussleitungen vermieden werden.
Wie die gleichfalls neue MAG-Montageeinheit für permanent durchströmte Membran-Ausdehnungsgefäße tragen sie dazu bei, den Wasseraustausch im gesamten Rohrleitungsnetz zu begünstigen. So wird Stagnation, also dem Verkeimungsrisiko, ebenso wirkungsvoll vorgebeugt wie der unzulässigen Erwärmung des kalten Trinkwassers.
„Intelligente“ Spülung
Bedarfsgerecht dimensionierte Rohrleitungen, Hauptverbraucher am Ende der Reihen- oder integriert in einer Ringleitung – diese und ähnliche Maßnahmen können aber immer nur die Voraussetzungen für einen regelmäßigen Wasseraustausch in der Trinkwasseranlage schaffen. Dass dieser aber auch tatsächlich erfolgt, dafür muss die „bestimmungsgemäße Nutzung“ Sorge tragen. In manchen Gebäuden – wie Hotels, Kranken- oder Pflegeheimen – läuft jedoch die unregelmäßige Auslastung der planerischen Vorsorge zuwider. Die entsprechenden Rohrleitungsabschnitte sind also aufwändig zu spülen, in aller Regel von Hand. Mit dem „intelligenten“ Hygiene+ Spülsystem hat Viega eine automatische Lösung gefunden, die diesen Zeit- und Kostenaufwand beendet.
Die Steuerung ist dabei in einer neuen, sensitiven Visign for Care-Betätigungsplatte mit Funktion Hygiene+ aus Kunststoff integriert, die mit allen Visign-Spülkästen von Viega kombiniert werden kann. Als einbaufertige Einheit hat sie eine programmierbare Elektronik, über die sowohl die Spülintervalle – ein bis drei Mal wöchentlich – als auch die dann gewünschte Spülmenge – zwischen drei und neun Liter – eingestellt wird. Und dies unabhängig von der kleinen und großen Spülmenge. Bedienerfreundlich geschieht diese Programmierung nach Anlegen der Betriebsspannung an der Betätigungsplatte über das Vorhalten eines Magnetschlüssels: An der Sensorfläche „kleine Spülmenge“ werden die Zeitintervalle festgelegt, an der für „große Spülmenge“ die Spülmengen.
Die Besonderheit dieser Hygienespülung liegt aber nicht allein in der kompakten Bauweise oder der einfachen Programmierung, sondern vielmehr in der „eingebauten Intelligenz“: Anstelle starr definierter Zeitabstände bestimmt der tatsächliche Spülbedarf die Häufigkeit der Auslösung. Dazu erfasst die Visign for Care-Platte mit Hygiene+ Funktion jede manuelle Betätigung nach Benutzung der Toilette oder des Urinals und berechnet danach das eingestellte Zeitintervall automatisch neu. Es wird also wie im bestimmungsgemäßen Gebrauch vorgesehen bedarfs- und volumengerecht nur so viel gespült, wie nach der künftig gültigen DIN EN 1988 in Kaltwasserleitungen als Schutz gegen Stagnation gefordert. Das spart im Vergleich zu anderen Systemen erhebliche Wassermengen und senkt so die Betriebskosten – auch im Abwasserbereich.
Die Orientierungsgröße „bestimmungsgemäßer Gebrauch“ ist für den Betreiber der Trinkwasseranlage noch aus einem weiteren Grund wichtig: Sie macht die Hygiene sichernden Maßnahmen erst reell kalkulierbar. Während bei manuellen Hygienespülungen, die die reguläre Nutzung nicht erkennen, zusätzlich gespült wird und dadurch der Wasserbedarf drastisch ansteigt, spült das elektronisch gesteuerte Hygiene+ Spülmodul von Viega nur nach Bedarf und mit dem erforderlichen Wasservolumen. Die Paramater Zeit und Volumen sind individuell programmierbar. Die Betriebskosten steigen also nicht an, da mit der Spülung nur die „entfallene“ reguläre Nutzung nachgeholt wird.
Gleiches gilt für den Investitionsaufwand im Vorfeld. Ein entscheidender Vorteil ist neben der „Intelligenz“ die Einfachheit des Hygiene+ Spülsystems von Viega, da die Funktionalität unabhängig von Reihen- oder Ringleitungen oder aufwändigen Sensoren gewährleistet ist. Die Spülung selbst erfolgt durch die Betätigungsplatte Visign for Care. Diese kann in jedem Hotel- oder Krankenzimmer installiert werden und stellt so die Trinkwassergüte an der entsprechenden Entnahmestelle sicher. Statt kompletter Etagenverteilungen können auf diese Weise nur die hygienisch kritischen Bereiche erfasst und durchspült werden – die Investition in das „intelligente“ Spülsystem von Viega zahlt sich also schon innerhalb kürzester Zeit wieder aus.