Wie das Technische Hilfswerk (THW) mitteilte, ist ein weiteres THW-Team jetzt zur Hilfe der Erdbebenopfer nach Haiti aufgebrochen. Das „Schnell-Einsatz-Team Wasser Ausland“ (SEEWA) des THW besteht aus zehn Experten für Trinkwasser und Infrastruktur. Sie führen zwei mobile Berkefeld „TWA 6“- Trinkwasseraufbereitungsanlagen und außerdem mobile Labore für Wasseranalysen und Ausstattung für die Reparatur von Wasserinfrastruktur mit sich.
Die Wasseraufbereitungstechnik für Haiti bei der Verladung am Flughafen Frankfurt-Hahn. Foto: Veolia
Die beiden Aufbereitungsanlagen von Berkefeld in Celle, einem Tochterunternehmen von Veolia Water Solutions & Technologies, produzieren zusammen rund 6.000 bis 8.000 Liter Trinkwasser in der Stunde und können damit bis zu 30.000 Menschen mit sauberem Trinkwasser versorgen. Die hochmobilen Systeme bestehen aus einer chemischen Voraufbereitung und einer Anschwemmfiltration. Die gesamte Anlage wurde so konzipiert und ausgeliefert, dass sie allen internationalen Luftfrachtvorschriften entspricht und somit in jede Linienmaschine verladen werden kann. So konnte die Anlage direkt von Frankfurt-Hahn in das Einsatzgebiet nach Haiti geflogen werden. Berkefeld beliefert die Katastrophenhilfsorganisation bereits seit Ende der 50er Jahre mit mobilen Systemen zur Wasseraufbereitung und unterstützt die Helfer des THW mit Schulungen.
Weitere Einsatzoptionen für das THW auf Haiti werden die Experten vor Ort erkunden. Das schwere Erdbeben von Dienstag hat große Teile der Infrastruktur zerstört, die genauen Ausmaße in der Region und der Hauptstadt Port-au-Prince sind derzeit nur schwer absehbar. Laut Medienberichten ist von vielen Tausend Todesopfern auszugehen und aktuell mit dem Ausbruch von Seuchen durch verschmutztes Trinkwasser zu rechnen. Bereits am Mittwoch war ein Erkundungsteam des THW auf Ersuchen des Auswärtigen Amtes in die Katastrophenregion aufgebrochen, um in enger Abstimmung mit der Deutschen Botschaft und den Vereinten Nationen Hilfsmaßnahmen einzuleiten.